Kritik an Etatplan der Bundesregierung:"Brot für die Welt"-Chefin: Kürzungen kosten Menschenleben
Die Präsidentin von "Brot für die Welt" kritisiert die geplanten Kürzungen bei der Entwicklungshilfe. Die Einsparungen werden "Menschenleben kosten", warnt Dagmar Pruin.
Dagmar Pruin, Präsidentin bei "Brot für die Welt", warnt eindringlich vor Kürzungen bei der Entwicklungshilfe.
23.07.2026 | 5:27 minDie Präsidentin von "Brot für die Welt", Dagmar Pruin, hält die Auswirkungen weltweiter Kürzungen bei der Entwicklungshilfe für katastrophal.
Bezogen auf die deutschen Haushaltsplanungen für das nächste Jahr betonte Pruin am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin", dass die geplanten Einsparungen im Etat des Entwicklungsministeriums den Bundeshaushalt nicht "retten". Doch in der Folge "verlieren wir die Welt".
Und das wird Menschenleben kosten.
Dagmar Pruin, Präsidentin von "Brot für die Welt"
Ministerin Reem Alabali-Radovan verteidigt ihre Reform der Entwicklungszusammenarbeit – trotz Kürzungen und Rückzugs großer Geber wie der USA.
13.01.2026 | 3:35 minEntwicklungshilfe seit 2023 stetig gesunken
Seit 2023 ist der Haushalt des Entwicklungsministeriums jedes Jahr geschrumpft. Standen vor drei Jahren noch 12,16 Milliarden Euro für die Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung, sind es im laufenden Jahr noch 10,05 Milliarden Euro.
Für 2027 sind weitere Einsparungen von knapp 600 Millionen Euro auf dann 9,469 Milliarden Euro geplant.
Pruin: Jeder zwölfte Mensch litt 2025 an Hunger
"645 Millionen Menschen auf dieser Erde hungern", sagte Pruin. Das müsse sich ändern. Dass die Zahl der Hungernden nach Angaben der Vereinten Nationen jüngst gesunken ist, sei keine Entwarnung. Jeder zwölfte Mensch auf der Welt habe 2025 Hunger gelitten.
Die Bundesregierung wird von internationalen Hilfswerken aufgefordert, die Entwicklungshilfe auf 2,8 Milliarden Euro aufzustocken. Der Bund hatte die Hilfe auf eine Milliarde Euro gekürzt.
24.06.2026 | 0:24 minZudem sei die Lage unsicher, erläuterte Pruin angesichts der Schließung der Straße von Hormus infolge des Iran-Krieges. Über diese Meerenge erfolgten 20 bis 30 Prozent der Lieferungen für den weltweit benötigten Dünger.
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