Tabaksteuer: Streeck will Jugendliche vom Rauchen abhalten

Interview

Drogenbeauftragter der Bundesregierung:Tabaksteuer: Warum Streeck bei Vapes mehr gewollt hätte

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Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung will insbesondere Jugendliche vom Rauchen abhalten. "Der beste Weg dafür ist in der Tat der Preis", sagt Hendrik Streeck im ZDF.

Manuelles Stopfen von Zigaretten

Der Bundestag hat ab kommendem Jahr eine schrittweise Anhebung der Tabaksteuer beschlossen. 2030 soll eine Packung Zigaretten bereits mehr als 11 Euro kosten.

16.10.2026 | 1:41 min

ZDFheute: Der Bundestag hat die Erhöhung der Tabaksteuer beschlossen. Sie haben lange dafür gekämpft. Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden?

Hendrik Streeck: Ich habe mich sehr gefreut, dass wir eine deutliche Tabaksteuererhöhung hinbekommen haben.

Mir geht es hier primär um den Gesundheitsschutz, denn höhere Preise bewirken nachweislich, dass Jugendliche gar nicht erst mit dem Rauchen anfangen.

Hendrik Streeck, CDU, Bundesdrogenbeauftragter

Wir hatten negative Entwicklungen in den letzten Jahren, und damit steuern wir endlich gegen.

ZDFheute: Gehen Sie davon aus, dass höhere Preise die Menschen tatsächlich vom Rauchen abhalten?

Streeck: Wir wissen aus anderen Ländern, die die Tabaksteuer deutlich erhöht haben, dass vor allem Jugendliche damit gar nicht erst mit dem Rauchen anfangen. Das ist Verhältnisprävention.

Natürlich richten wir uns auch an die Raucher selber, aber eine Preiserhöhung hat dort nicht so einen starken Effekt, dass die Raucher dann auch wieder aufhören mit dem Rauchen. Da müssen andere Programme ziehen, vor allem präventive Maßnahmen, Interventionsmaßnahmen oder Raucherentwöhnungsprogramme, die von der Krankenkasse angeboten werden. Bei einer Erhöhung, die wir jetzt haben, rechnen wir damit, dass sechs bis zehn Prozent der Raucher aufhören mit dem Rauchen.

ZDFheute: Die Kosten für eine Schachtel Zigaretten sollen bis 2030 schrittweise auf knapp 12 Euro steigen. Können die Mehreinnahmen die Kosten für gesundheitliche Folgen des Rauchens abdecken?

Streeck: Rauchen verursacht 30 Milliarden Euro Kosten pro Jahr, zusätzlich kommen 67 Milliarden Euro volkswirtschaftliche Kosten hinzu. Wenn wir das auf eine Schachtel Zigaretten umlegen würden, wären das eigentlich 23 Euro pro Schachtel.

Da sind wir lange noch nicht, trotzdem setzen wir hier auf den verhältnispräventiven Effekt, dass ein höherer Preis einfach Jugendliche dazu bringt, gar nicht erst anzufangen mit dem Rauchen.

Karl Lauterbach

Der SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach begrüßt im ZDF, dass die Tabaksteuer auf Zigaretten und andere Produkte steigt. Er selbst wäre aber noch weitergegangen.

13.07.2026 | 4:00 min

ZDFheute: Stichwort Jugendliche: Viele von ihnen rauchen keine Zigaretten, sondern Vapes. Die Kosten für die Liquids sollen aber nur moderat erhöht werden. Wäre da nicht mehr gegangen?

Streeck: In den Verhandlungen haben wir sehr darauf gepocht, dass gerade bei den Vapes die Erhöhung höher wird als ursprünglich geplant, aber dafür bei den Zigarren und Zigarillos oder Pfeifentabak weniger stark erhöht wird.

Das hat für uns das Ziel, dass vor allem weniger mit E-Zigaretten und Vapes begonnen wird. Ich hätte mir auch noch mehr vorstellen können in diesem Bereich. Das muss ich ganz klar sagen. Hier geht es mir auch noch darum, dass wir an die Aromen drangehen.

Jugendliche rauchen vor allem Vapes mit Geschmacksrichtungen wie Strawberry, Kiwi oder Coca-Cola. Da müssen wir auch gegensteuern.

Hendrik Streeck, CDU, Bundesdrogenbeauftragter

Das sind keine Produkte, die Erwachsene anlocken, sondern gezielt Jugendliche dazu bringen sollen, mit Nikotinkonsum zu beginnen.

Bearbeitetes Bild: Michelle und Kimberley stehen mit Vapes vor einem dunklen Hintergrund. Aus ihrem Mund dringt Dampf, in dem bunte Fruchtsymbole tanzen.

Sie sind aufwendig designt, schmecken wie Süßigkeiten und sind bei jungen Menschen extrem beliebt: Vapes. Fast jeder Siebte zwischen 18 und 25 Jahren konsumiert sie regelmäßig.

06.11.2025 | 44:54 min

ZDFheute: Mit der Tabaksteuererhöhung bricht die CDU nun aber erneut ihr Versprechen, keine Steuern zu erhöhen. Wie erklären Sie das den Wählern?

Streeck: Bei der Tabaksteuererhöhung geht es nicht primär um die Steuererhöhung an sich, sondern es geht uns Gesundheitspolitikern darum, dass wir hier eine verhältnispräventive Wirkung haben. Höhere Preise schrecken nachweislich davon ab, anzufangen mit Nikotin- und Tabakkonsum. Wir haben im letzten Jahr eine Trendumkehr gesehen, dass mehr Jugendliche anfangen zu rauchen. Und da müssen wir gegenhalten. Der beste Weg dafür ist in der Tat der Preis.

ZDFheute: Aber es ist doch eine Steuererhöhung?

Streeck: Ja Gott, es ist eine Steuererhöhung, ja.

Das Interview führte Stefanie Reulmann, Redakteurin im ZDF-Hauptstadtstudio.

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Über das Thema berichtete das ZDF am 16.10.2026 unter anderem in der Nachrichtensendung "heute" um 17:00 Uhr.
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