Bundestag: Wie die Regierungserklärung von Merz läuft

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Bundestag:Regierungserklärung: Was sagt Merz zur Außenpolitik?

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Bundeskanzler Friedrich Merz gibt eine Regierungserklärung zur Außenpolitik ab. Verfolgen Sie die Rede und die Reaktionen hier im Liveblog.

Wichtige Meldungen

Aussprache im Bundestag zu Merz' Regierungserklärung beendet

Die Aussprache im Bundestag zu der Regierungserklärung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zur Außenpolitik ist beendet. 


Wichtige Meldung

SPD-Außenpolitiker Ahmetovic: "Diese Regierung muss Erfolg haben"

Der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Adis Ahmetovic, hat sich in seiner Aussprache direkt an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gewandt. "Herr Bundeskanzler, Sie haben die historische Aufgabe, die liberale Demokratie gegen ihre inneren und äußeren Feinde zu verteidigen, die europäische Einheit zu bewahren und Europas Handlungsfähigkeit in einer Welt der Machtpolitik zu sichern."

Für diese Aufgabe sagte Ahmetovic Merz die volle Unterstützung der SPD als Koalitionspartner zu. "Diese Regierung muss Erfolg haben, damit wir diese Demokratie in Deutschland und die Einheit in Europa retten", betonte der SPD-Politiker. 

CDU-Politiker Hardt verteidigt die Außenpolitik des Kanzlers

Der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Jürgen Hardt, hat die Außenpolitik von Kanzler Friedrich Merz (CDU) verteidigt. "Der Bundeskanzler hat in den ersten Wochen seiner Amtszeit, im Übrigen auch in der Zeit davor bereits als Partei- und Fraktionsvorsitzender der CDU zunächst einmal das gekittet, was leider in den Jahren zuvor verloren gegangen war", sagte Hardt. Als Beispiele nannte er das Verhältnis zu Italiens Premierministerin Meloni oder zu Polens Premier Tusk. 


Grünen-Abgeordnete Nanni kritisiert Spahn-Rede

Die Grünen-Abgeordnete Sara Nanni hat den Unions-Fraktionsvorsitzenden Jens Spahn scharf kritisiert. "Ich halte das für eine Signalisierung von Kapitulationswillen, die der Union sehr schlecht zu Gesicht steht", kritisierte die Grünen-Politikerin Spahns Äußerungen, dass es in Europa keine Sicherheit ohne die USA gebe. Diesbezüglich stimmte sie Bundeskanzler Merz zu, dass "Europas Sicherheit von Europa in die Hand genommen werden" müsse. Es fehle jedoch "bei wesentlichen Fragen dieser Zeit" innerhalb der Union an "Geschlossenheit" , so Nanni. 


Chrupalla fordert "gute Beziehungen" mit "verlässlichen Partnern" Deutschlands

Der Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Tino Chrupalla, hat in Bezug auf die Weltlage vor "permanenten Muskelspielchen und Machtgebärden" gewarnt. Eine "einfache Logik" zwischen Gut und Böse werde den "Geschehnissen in der Welt nicht gerecht."

"Es muss also in unserem eigenen Interesse sein, gute Beziehungen zu allen, aber insbesondere zu unseren verlässlichen Partnern zu haben", erklärte der AfD-Politiker. Der Koalition warf er vor, dass sie nicht definieren könne, "was eigentlich die deutschen Interessen" seien.  

 

Chrupalla am Rednerpult im Bundestag
Quelle: Andreas Gora/ddp

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Linken-Politiker Pellmann zur US-Politik der Regierung: "Handeln Sie!"

Der Linken-Fraktionsvorsitzende Pellmann hat die internationale Gemeinschaft im Hinblick auf die Entwicklungen in den USA dazu aufgerufen, "das Schlimmste abzuwenden". "Wenn uns das nicht gelingt, dann Gnade uns, wer auch immer." Außerdem forderte Pellmann von der Bundesregierung, dass "jetzt Konsequenzen gezogen werden" - auch mit Blick auf die tödlichen Schüsse von ICE-Beamten, zuletzt in Minneapolis.

"Wo bleibt denn das Exportverbot von deutschen Waffen in die USA?", sagte der Linken-Politiker und fügte hinzu: "Handeln Sie!" 

Spahn: Kann nicht einfach ein "Weiter so" geben

"Die USA sind unser Partner. Das soll so bleiben, uns verbindet mehr, als uns trennt - kulturell und politisch", sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Jens Spahn. Solche Worte würden in den vergangenen Tagen "leiser" und "vorsichtiger" gesprochen. Spahn zeigte sich besorgt über die Lage in den USA: "Was gerade in Minnesota passiert, verstört jeden, der das Land liebt, seine Freiheit, seine Menschen." 

Mit Blick auf Grönland sagte er: "Wenn der US-Präsident die territoriale Souveränität eines Nato-Partners infrage stellt, dann kann es nicht einfach ein 'Weiter so' geben." Dies sei "schwer erträglich" und zerstöre Vertrauen. Dennoch rief Spahn zu "Besonnenheit" auf. Für die transatlantische Partnerschaft werde man kämpfen. In Europa gebe es "jetzt und absehbar" keine Sicherheit ohne die USA. 

Spahn am Rednerpult im Bundestag.
Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa

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Grünen-Fraktionsvorsitzende Haßelmann: "Lassen Sie die Ukraine nicht im Stich"

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Britta Haßelmann, hat in ihrer Aussprache von der Regierung mehr Unterstützung der Ukraine gefordert. "Herr Bundeskanzler, mir reicht das nicht, ein Satz als Bekenntnis zur Ukraine". In seiner Zeit als Oppositionsführer habe Merz "jede Woche im Deutschen Bundestag" mehr Unterstützung für die Ukraine gefordert, so Haßelmann.

"Wo bleibt ihr Engagement?", fragt Haßelmann. "Wo sind diese Entscheidungen, die sie herbeiführen, dass die Sanktionen gegen die Schattenflotte kommen, dass stärkere Waffensysteme für die Ukraine bereitstehen", kritisiert Haßelmann. Zudem fordert die Grünen-Politikerin: "Lassen Sie die Ukraine nicht im Stich".

Haßelmann am Rednerpult im Bundestag
Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa

Miersch kritisiert Grüne wegen Mercosur: "Unverzeihlicher Fehler"

Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag Miersch hat die Grünen für ihre Abstimmung im EU-Parlament zum Mercosur-Abkommen kritisiert. "Und deswegen muss ich es an dieser Stelle auch nochmal sagen, liebe Grüne: Die Abstimmung Mercosur ist ein unverzeichlicher Fehler. Das darf uns nicht mehr passieren", sagt Miersch. 

Miersch am Rednerpult im Bundestag
Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa

SPD-Fraktionsvorsitzender Miersch: "Werden Antworten finden müssen"

SPD-Fraktionschef Matthias Miersch hat im Bundestag ein starkes Europa gefordert. "Wir werden uns die Frage stellen müssen, ob die Europäische Union so aufgestellt ist, wie sie es augenblicklich sein muss." Man könne es sich nicht "bei jeder Frage leisten, auf den letzten zu warten." Da werde man Antworten finden müssen. 


Miersch bezeichnet AfD als "Nationalisten" und "Egoisten"

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Matthias Miersch hat der AfD jedwede außenpolitische Kompetenz abgesprochen. "Sie sind eben Nationalisten und damit sind Sie Egoisten und haben Rezepte, die überhaupt nicht in diese Zeit passen", sagt Miersch, direkt im Anschluss an die Rede von AfD-Fraktionsvorsitzende Weidel.  

An die AfD-Fraktion gewandt fragte er unter Verweis auf die aktuellen geopolitischen Herausforderungen: "Meinen Sie, dass Deutschland in diesem Konzert irgendwie alleine eine Rolle spielen könnte?" 


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Weidel übt scharfe Kritik an Merz' Außenpolitik

AfD-Chefin Alice Weidel hat es als "Fehler" bezeichnet, dass die Bundesregierung dem von US-Präsident Donald Trump ins Leben gerufenen sogenannten Friedensrat nicht beitreten will. Das Gremium sei "eine Chance, die vielfältigen Blockaden durch eine handlungsunfähige UN aufzulösen", sagt Weidel im Bundestag. Auch darüber hinaus ging die AfD-Vorsitzende scharf mit der Außenpolitik der Regierung ins Gericht. 

"Ein Dutzend Soldaten nach Grönland zu schicken und am nächsten Tag zurück zu beordern ist mit Verlaub Klamauk", sagte Weidel über die deutsche Erkundungsmission im Grönland-Streit mit Trump. Die USA seien ein wichtiger Verbündeter, aber verträten ihre Interessen. Deutschland müsse ebenfalls seine nationalen Interessen definieren und selbstbewusst vertreten - "gerade dann, wenn sie von denen unserer Verbündeten abweichen".

Weidel kritisiert Energiepolitik der Bundesregierung

Die AfD-Vorsitzende Alice Weidel hat eine Rückkehr zur Kernkraft in Deutschland gefordert. "Ihre Regierung trägt den verhängnisvollen EU-Beschluss mit, Importe von günstigem  Erdgas aus Russland auch für die Zukunft zu verbieten", sagte sie nach der Regierungserklärung von Merz. Der Regierung warf sie eine "einseitige Abhängigkeit von teurem, amerikanischem Flüssiggas" vor. 

Weidel am Rednerpult im Bundestag
Quelle: Tobias Schwarz/AFP

Merz spricht von "Stunde der gestaltenden Politik"

Bundeskanzler Friedrich Merz hat zur "Stunde der gestaltenden Politik" aufgerufen. Das gelte für Europa und Deutschland. "Wir haben etwas zu verteidigen. Wir leben in einem Land der Freiheit und Demokratie. Wir haben ein starkes wirtschaftliches Fundament, auf dem wir aufbauen können", zeigt sich Merz zuversichtlich.

"Wir können auch stolz sein auf unser Land. Und genau in diesem Bewusstsein wenden wir uns, wende ich mich den Aufgaben zu, die in den nächsten Wochen und Monaten auf dieser Welt an uns gestellt sind." Er habe die Zuversicht, dass es gelinge, diesem Anspruch gerecht zu werden.

Damit endet die Regierungserklärung des Kanzlers. 

Merz am Rednerpult im Bundestag
Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa

Kanzler wirbt für Nato und deren Stärkung

Bundeskanzler Merz warb für eine Stärkung der Nato durch die Europäer. "Das Nato-Bündnis und das in der Nato mehr als sieben Jahrzehnte gewachsene Vertrauen sind für alle Beteiligten auf beiden Seiten des Atlantiks nach wie vor die beste Gewähr für Freiheit, Frieden und Sicherheit. Und darum wollen wir als Europäer die Nato erhalten und sie aus Europa heraus und in Europa stärken."


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Merz sieht in europäischer "Geschlossenheit" einen "Machtfaktor"

Merz ruft in seiner Regierungserklärung zur Außenpolitik Europa zu "Geschlossenheit" auf. "Heute müssen wir handeln. Reine Bekenntnisse allein reichen nicht mehr aus." Darin liegt laut Merz "die große Chance für uns in Europa". Geschlossenheit sei ein "Machtfaktor" auf der Welt, betont Merz. 

Merz: "Selbst eine europäische Macht werden"

Friedrich Merz hat die Europäer dazu aufgerufen, ihre Sicherheit selbst in die Hand zu nehmen. Wichtig sei es, "selbst eine europäische Macht" zu werden. Das erfordere Maßnahmen seitens der Europäer, die Abhängigkeiten zu reduzieren.

Merz fordert zudem mehr "technologische Souveränität", Investitionen in die "eigene europäische Verteidigungsfähigkeit" und die weitere Unterstützung der Ukraine. 


Kanzler: "Normative Alternative zu Imperialismus und Autokratie"

"Wir sind nämlich auf der Welt auch eine normative Alternative zu Imperialismus und Autokratie", betonte Merz in seiner Regierungserklärung. Europa habe seinen Partnern "wirtschaftlich und ideell" etwas zu bieten. 


Merz sieht "neue Chancen für uns in Europa"

Bundeskanzler Friedrich Merz wirbt in seiner Regierungserklärung für neue Partnerschaften. Mit den neuen Veränderungen in "einer Welt der Großmächte" würden sich aber auch neue Chancen für Deutschland und Europa ergeben.

"Denn überall in dieser sich neu ordnenden Welt gibt es aufstrebende Demokratien mit offenen und wachsenden Märkten, die ausdrücklich das suchen, was wir anzubieten haben", erklärt Merz - "nämlich Partnerschaften auf der Grundlage von gegenseitigem Respekt, von Vertrauen und von Verlässlichkeit". 


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Merz: "Sind Zeitzeugen von rasanter politischer Veränderung"

Bundeskanzler Friedrich Merz hat mit seiner Regierungserklärung begonnen. Der 20-minütigen Erklärung schließt sich eine 90-minütige Debatte an.

"Wir alle sind in diesen Wochen und Monaten Zeitzeugen einer rasanten politischen Veränderung unserer Gegenwart", erklärt Merz. "Wir alle spüren um uns herum eine neue Weltordnung in hoher Geschwindigkeit."

Quelle: ZDF, dpa, AP, AFP