Atommüll: Für Endlager verbleiben noch fünf Prozent Fläche

Atommüll:Für Endlager verbleiben noch fünf Prozent Fläche

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Umweltminister Schneider will die Endlager-Suche beschleunigen. Das Verfahren läuft per Ausschluss. Welche Anforderungen gelten und welche fünf Bundesländer raus sind.

Atommüll

Ein neuer Arbeitsstand zeigt heute erstmals für ganz Deutschland, welche Gebiete bei der Suche nach einem Atommüllendlager weiter geprüft werden und welche ausscheiden.

27.10.2026 | 2:36 min

Auf der Suche nach einem Endlager für den deutschen Atommüll haben die zuständigen Fachleute die deutsche Landesfläche auf nun weniger als fünf Prozent eingegrenzt. In diesen Gebieten hält die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) die geologischen Bedingungen grundsätzlich für geeignet, wie sie in Peine mitteilte. Damit ist nun die gesamte Landesfläche in Bearbeitung oder bewertet. 

Fünf Bundesländer sind raus

Die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen, Berlin, Sachsen und das Saarland sind nicht mehr Teil der laufenden Suche. Das letzte Wort für die Auswahl des Standortes hat aber der Bundestag. Das Saarland war den Angaben zufolge bereits 2020 herausgefallen, Rheinland-Pfalz schied 2025 aus, in diesem Jahr neu aussortiert wurden Sachsen, Berlin und Hessen.

2020 hatte die bundeseigene Gesellschaft zunächst in einem Bericht 90 solcher Gebiete ausgewiesen, bei denen eine weitere Prüfung lohnen könnte, dies waren knapp 54 Prozent der Fläche Deutschlands. Diese Gebiete werden im weiteren Verfahren weiter eingegrenzt, aktuell sind nur noch deutlich weniger als 5 Prozent der Fläche Deutschlands im Auswahlverfahren. Die Ergebnisse werden auf der Internetseite der BGE als interaktive Karte veröffentlicht.

Erste Castor-Behälter mit radioaktivem Material verließen das Gelände des stillgelegten Versuchsreaktors in Jülich in Richtung Zwischenlager Ahaus.

Die Endlagersuche verzögert sich: Die Regierung will das Zieldatum 2031 streichen. Bis zur Lösung unter Tage bleibt der Atommüll ein riskantes Provisorium in oberirdischen Hallen.

15.04.2026 | 2:54 min

Welche Anforderungen werden an den Standort gestellt?

Gebiete, deren Untergrund beschädigt oder gefährdet ist, kommen nach Angaben des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) nicht als Endlagerstandort infrage. Damit werden Bergbaugebiete und Gegenden, in denen Vulkane aktiv waren oder die Gefahr von Erdbeben besteht, ausgeschlossen.

Auch Wasser ist ein Problem. Radioaktive Stoffe dürfen nicht durch Wasserpfade an die Erdoberfläche gelangen. Schließlich geben die Abfälle auch im Endlager noch Wärme ab. Das Gestein soll sie gut ableiten können. Das Endlager soll am Ende durch eine mindestens 300 Meter mächtige Gesteinsschicht von der Erdoberfläche abgetrennt sein.

Atommüll Endlager

In Gundremmingen lagert hochradioaktiver Atommüll in einem Zwischenlager. Eine Bürgerinitiative hat Sicherheitsbedenken. Die Endlagersuche sollte bis 2031 abgeschlossen sein, doch die Frist wird nun gestrichen.

15.04.2026 | 1:46 min

Wie geht es jetzt weiter?

Die jetzt neu veröffentlichten Arbeitsstände sind noch keine verbindlichen Ergebnisse, weil die Einengung der Teilgebiete auf Standortregionen erst am Ende 2027 erfolgt. Die BGE wird dann zum Abschluss der ersten Phase der Endlagersuche konkrete Regionen für die oberirdische Erkundung vorschlagen. Nach einer eingehenden Prüfung durch Wissenschaftler und das BASE entscheidet dann der Gesetzgeber, also der Bundestag, wo es in der zweiten Phase weitergeht.

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) im Interview

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) will, dass bis spätestens 2050 ein Atommüll-Endlager gefunden wird. Ein entsprechender Gesetzentwurf soll in diesem Jahr ins Kabinett kommen.

04.07.2026 | 4:46 min

Zieldatum 2050

Bis spätestens 2050 soll ein Lager für rund 27.000 Kubikmeter hochradioaktiven Atommüll gefunden werden, der in mehr als 60 Jahren Atomkraft angefallen ist. Der Standort soll Sicherheit für eine Million Jahre bieten. Derzeit lagert deutscher Atommüll in sechzehn oberirdischen Zwischenlagern in verschiedenen Bundesländern. Die letzten deutschen Atomkraftwerke gingen im April 2023 außer Betrieb.

Nachrichten | Politik
:Wohin mit unserem Atommüll?

Deutschland sucht ein Atommüll-Endlager. Ein Beispiel aus Finnland zeigt, wie ein Endlager aussehen könnte. Erkunden Sie es in der interaktiven 3D-Story.
Auf dem Foto ist ein Modell eines Atomendlagers zu sehen. In dieser Art wird es gerade in Finnland gebaut. Es zeigt ein komplexes System an Gängen und Schichten tief unter der Erde.
Quelle: dpa
Über das Thema berichtete das ZDF-Morgenmagazin am 27.10.2026 ab 05:30 Uhr.

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