Außenminister Wadephul trifft Influencer in Nigeria

Außenminister auf Afrika-Reise:Wadephul trifft Influencer in Nigeria

Dorthe Ferber

von Dorthe Ferber, Lagos

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Was Deutschland von Lagos lernen kann? Etwa den Kreativgeist der Musiker und Modemacherinnen, sagt Außenminister Johann Wadephul, der in Nigeria Influencer trifft.

21.07.2026, Nigeria, Lagos: Bundesaußenminister Johann Wadephul (M, CDU) kommt auf dem internationalen Flughafen Murtala Muhammed an und geht neben der deutschen Botschafterin Annett Günther (r) und einem Vertreter des Lagos State Governments zum Auto.Der Außenminister besucht Afrika vor dem Hintergrund der aktuellen Krisen und Kriege sowie auf der Suche nach neuen und vertieften Partnerschaften im politischen und wirtschaftlichen Bereich. Foto: Soeren Stache/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Außenminister Wadephul führt seine Afrikareise fort und besucht nun Nigeria. Das bevölkerungsreichste Land Afrikas bietet für die deutsche Industrie einen großen Markt.

21.07.2026 | 2:27 min

Die Hände recken die Handys hoch, es wird gefilmt: Nasboi macht Musik, Azinna Mode, Nora Filme - die nigerianischen Influencer treffen Deutschlands Außenminister und sie posten ihre Begegnung mit Johann Wadephul.

Der Außenminister macht auf seiner Afrika-Reise Stopp in der Metropole Lagos, um für deutsche Unternehmen zu werben. Und Wadephul stellt fest: Von der Dynamik hier kann Deutschland viel lernen.

Nigeria, Lagos: Bundesaußenminister Johann Wadephul (M, CDU) unterhält sich in der Dependance von Pulse Africa mit nigerianischen Influencern.

Außenminister Wadephul hat bei seinem Besuch in Nigeria zu mehr Investitionen aufgerufen.

22.07.2026 | 0:25 min

Ein Markt mit 240 Millionen Menschen

Wadephuls Treffen mit den Influencerinnen und Influencern hat "Pulse Africa" ausgerichtet. Das digitale Marketingunternehmen hat 60 Millionen Follower über alle Plattformen, junge Leute meist in den wirtschaftlich aufstrebenden Ländern Nigeria, Ghana, Kenia und Senegal. Wadephul sagt:

Afrika ist ein Chancenkontinent für Europa.

Johann Wadephul (CDU), Bundesaußenminister

Vom Kreativgeist könne man in Europa und Deutschland viel lernen: "Alle müssen sich bewegen, alle müssen flexibler werden", fordert Wadephul die deutsche Wirtschaft auf.

Nach seinem ersten Aufenthalt in Mauretanien ist Bundesaußenminister Wadephul nun in Nigeria angekommen.

Im Rahmen seiner Afrikareise ist Bundesaußenminister Wadephul in Nigeria angekommen - einem der größten Erdölproduzenten der Welt.

21.07.2026 | 1:37 min

Die Dynamik ist groß, unterstreicht "Pulse Africa"-Chefin Katharina Link, eine Deutsche. Nigeria, bevölkerungsreichster Staat Afrikas mit 240 Millionen Einwohnern, biete einen wachsenden und zugleich herausfordernden Konsumenten-Markt. Sie sagt:

Ein Online-Händler nach dem Vorbild von Amazon wäre hier nicht automatisch erfolgreich.

Katharina Link, "Pulse Africa"

Deutschland kauft Kerosin aus Nigeria

In Nigeria erfolgreiche Unternehmen passen ihre Geschäftsmodelle vielmehr an die lokalen Gegebenheiten an, statt europäische oder amerikanische Konzepte einfach zu kopieren. So gebe es oft besonders innovative Lösungen und einen außergewöhnlichen Unternehmergeist.

Afrika-Reise von Wadephul: Deutsches Engagement kommt zur rechten Zeit

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"Wer heute nicht in Afrika präsent ist, der riskiert, entscheidende Chancen zu verpassen", sagt auch Wadephul. IT und Start-ups sind das eine, das andere ist der Energiebereich in Nigeria.

Das Land hat Öl und Gas - und Deutschland sucht gerade seit dem Iran-Krieg nach weiteren Energielieferanten. Allein im Juni sei ein Viertel des deutschen Kerosins aus Nigeria gekommen.

Markt in Lagos

Die Metropole Lagos in Nigeria wächst so schnell wie kaum andere Städte. Sauberes Trinkwasser ist knapp, Armut und Inflation machen der Bevölkerung zu schaffen.

27.02.2024 | 7:15 min

In Mauretanien fällt viermal der Strom aus

Vier Tage ist Wadephul in Afrika unterwegs - es ist ein Kontrastprogramm. Vor dem bevölkerungsreichen Nigeria hatte Wadephul den Wüstenstaat Mauretanien besucht. Hier fällt der Strom gleich vier Mal vor der Pressekonferenz mit dem mauretanischen Amtskollegen aus. Alltag in Nouakchott, der Hauptstadt des westafrikanischen Landes.

Die Stromversorgung ist fragil, die Sicherheit im Land hingegen vergleichsweise stabil: Mauretanien gilt Deutschland als verlässlicher Partner in der ansonsten von Terrorismus und Gewalt geprägten Sahel-Zone. Und Deutschland hat Interesse, dass der demokratische "Stabilitätsanker" Mauretanien auch stabil bleibt.

Außenminister Johann Wadephul und Mohamed Merzoug, Außenminister von Mauretanien, begrüßen sich vor ihrem Gespräch.

Außenminister Wadephul hat seine Afrika-Reise in Mauretanien begonnen. Dort ging es um mögliche Lieferungen von Flüssiggas und grünem Wasserstoff. Anschließend besucht er Nigeria und Südafrika.

21.07.2026 | 0:28 min

Radikaler Islamismus auf dem Vormarsch

Deshalb ist Wadephul nach Mauretanien gekommen, zwanzig Jahre nach dem letzten Besuch eines deutschen Außenministers. "Terrorismus, Gewalt und Instabilität drohen sich weiter auszuweiten", betont Wadephul in Nouakchott.

Mehr als 300.000 Menschen sind aus dem Nachbarland Mali nach Mauretanien geflohen, das selbst nur fünf Millionen Einwohner hat. Radikaler Islamismus kann auch Mauretanien erreichen, zeigt sich bei Wadephuls Besuch des "Mourchidates"-Projekts. Der Außenminister trifft hier auf Frauen, deren Männer deshalb inhaftiert sind.

Die gescheiterte Wahl für einen Sitz im UN-Sicherheitsrat ist ein herber Rückschlag für die deutsche Bundesregierung. Bundesaußenminister Wadephul will trotzdem im Amt bleiben.

Es war eine herbe Schlappe: Deutschland hat den nicht-ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat nicht bekommen. Der Grund: Deutschland wird Überheblichkeit, Arroganz und Doppelmoral vorgeworfen.

07.06.2026 | 3:58 min

Viele alte Mercedes auf den Straßen

"Mourchidates" will deradikalisieren, mit einem Netzwerk von eigens ausgebildeten religiösen Führerinnen - und deutscher Unterstützung. Daneben will Deutschland auch die mauretanische Küstenwache unterstützen, sagt Wadephul, und hält auch polizeiliche Beratung für möglich.

Die Wirtschaftsbeziehungen spielen in Mauretanien im Vergleich zu Nigeria keine große Rolle. Die sind jedenfalls ausbaufähig, zeigen die vielen alten "Mercedes 190" auf den Straßen: Deutsche Qualität wird in Westafrika geschätzt.

Dorthe Ferber ist Korrespondentin im ZDF-Hauptstadtstudio.

Über dieses Thema berichtete das ZDF am 21.07.2026 in dem Beitrag "Wadephul in Nigeria: Land mit großen Chancen".

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