Mirko Drotschmann über Nahost-Konflikt:Israel und Hisbollah: Woran Trumps Frieden scheitern könnte
Der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah ist ungelöst. Mirko Drotschmann erklärt, warum im Libanon der Schlüssel zu einer großen geopolitischen Frage liegen könnte.
USA und Iran stehen vor einem Abkommen. Aber damit es Frieden im Nahen Osten gibt, muss noch ein anderer Konflikt gelöst werden: der zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon. US-Präsident Donald Trump gefällt so gar nicht, wie Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu dort vorgeht. Denn das könnte seinen Iran-Deal gefährden.
@MrWissen2go Mirko Drotschmann erklärt, warum in dem Land mit weniger als sechs Millionen Einwohnern der Schlüssel zu einer großen geopolitischen Frage liegen könnte.
Was ist die Hisbollah?
Eine schiitische Bewegung im Libanon. Sie wird auf Betreiben Irans gegründet, nachdem Israel 1982 im Libanon einmarschiert. Die Hisbollah ist für blutige Anschläge verantwortlich, etwa auf das Hauptquartier der US-Marines in Beirut 1983, bei dem mehr als 200 Amerikaner ums Leben kamen.
Sie setzt aber nicht nur auf militärische Stärke, sondern baut im Libanon Schulen und Krankenhäuser und übernimmt vielerorts Rollen, für die eigentlich der Staat zuständig wäre. Damit hat sie sich eine große Machtbasis im Libanon geschaffen. Für Iran ist die Hisbollah der wichtigste verbündete "Proxy", der sich für seine strategischen Ziele einsetzt.
Warum sind Libanon und Hisbollah wichtig für die Friedensverhandlungen mit dem Iran?
Israel und Hisbollah bekämpfen sich seit Jahrzehnten immer wieder. In den vergangenen Jahren sind die Kämpfe weiter eskaliert. Iran verknüpft die aktuellen Friedensgespräche mit dem Status der Hisbollah: Solange Israel kämpft, hat Teheran einen Grund, die Verhandlungen zu torpedieren. Vor diesem Hintergrund hat Trump Mitte Juni israelische Angriffe in Vororten von Beirut verurteilt - sie könnten seinen Iran-Deal gefährden.
Könnte sich der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah entspannen?
Die israelische Regierung argumentiert, sie müsse weiter im Südlibanon militärisch aktiv bleiben, weil die Entwaffnung der Hisbollah nicht vorankommt - obwohl das im Waffenstillstand von 2024 so verabredet war. Der Nahost-Experte Daniel Gerlach geht davon aus, dass Israel eine dauerhafte militärische Präsenz im Süden des Libanon durchsetzen möchte.