Magyar-Sieg in Ungarn:Orban abgewählt: Worauf Brüssel hofft
Nach Orbans Niederlage bei der Parlamentswahl wächst in der EU die Hoffnung auf mehr Einigkeit. Denn Wahlsieger Magyar könnte Blockaden lösen und neue Entscheidungen ermöglichen.
Nach 16 Jahren endet die Ära Orbán. Peter Magyar gewinnt mit Tisza eine Zweidrittelmehrheit – und steht vor der Aufgabe, ein politisch umgebautes Land zu erneuern.
13.04.2026 | 2:58 minNach dem Wahlsieg des bisherigen Oppositionsführers Peter Magyar bei der Schicksalswahl in Ungarn atmet Brüssel auf. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb auf der Plattform X:
Ungarn hat Europa gewählt.
Ursula von der Leyen, EU-Kommissionspräsidentin
"Ein Land findet zurück auf seinen europäischen Weg." Die Union werde stärker. Von der Leyen gratulierte am Abend Wahlsieger Magyar, sie vereinbarten eine enge Zusammenarbeit.
Post von der Leyen bei X
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Costa sieht Ungarns Platz "im Herzen Europas"
Auch EU-Ratspräsident António Costa schrieb, er freue sich darauf, eng mit Magyar zusammenzuarbeiten - um Europa stärker und wohlhabender zu machen. Die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, bekräftigte:
Ungarns Platz ist im Herzen Europas.
António Costa, EU-Ratspräsident
Bis tief in die Nacht haben die Anhänger der Tisza-Partei den Wahlsieg gefeiert. In Ungarns Hauptstadt ist der Wunsch nach politischem Wandel spürbar. Welchen Kurs wird Magyar einschlagen?
13.04.2026 | 2:21 minDer Brüsseler ZDF-Korrespondent Ulf Röller spricht von einer "riesengroßen" Erleichterung. Insgesamt sähen die Politiker die Wahl als "wichtige, als eine Schicksalswahl für Europa an". Vor allem in Bezug auf die Ukraine-Politik werde wieder Geschlossenheit erwartet, weil die Blockaden durch Budapest wegfallen könnten.
Aber auch in Ungarn könne Magyar mit einer Zweidrittelmehrheit viel bewegen und die "Rechtsstaatlichkeit, die Orban abgeschafft hat, in seinem Land wieder einführen", so Röller.
Hebt Magyar Blockaden Ungarns auf?
Seit Jahren torpedieren Orban und seine Regierung etwa die EU-Unterstützung für die von Russland angegriffene Ukraine und verkaufen dies als "Friedenspolitik". Derzeit liegt so wegen einer Blockade Orbans ein milliardenschweres EU-Finanzhilfepaket auf Eis - und das, obwohl der Rechtspopulist diesem im Dezember eigentlich schon zugestimmt hatte und Ungarn sich nicht einmal an den Finanzierungskosten beteiligen muss.
Ebenfalls von Orban blockiert werden neue EU-Russland-Sanktionen und Fortschritte bei den EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine. Weitreichende Pläne für mehr Unterstützung für die Ukraine - sowie andere außenpolitische Entscheidungen - erfordern in der EU Einstimmigkeit aller 27 Mitgliedsstaaten.
Zwar hat sich auch Peter Magyar bislang nicht als besonders entschiedener Unterstützer der Ukraine positioniert - er gilt aber als klar prowestlich und deutlich weniger russlandnah als Orban.
Gesellschaftliche Themen wie Bildung und Gesundheit, aber auch das Verhältnis zur Europäischen Union: Welche politischen und wirtschaftlichen „Baustellen“ der neue Ministerpräsident angehen muss.
13.04.2026 | 4:13 minBrüssel hofft auf Verbesserungen bei Rechtsstaatlichkeit
Zweite große Hoffnung in Brüssel ist, dass Magyar Ungarn auch beim Thema Rechtsstaatlichkeit wieder auf EU-Kurs bringen könnte. Die Defizite in diesem Bereich wurden in den vergangenen Jahren als so schwerwiegend angesehen, dass für Ungarn vorgesehene EU-Mittel in zweistelliger Milliardenhöhe eingefroren wurden.
Konkret werden Mängel bei der Vergabe öffentlicher Aufträge und Korruptionsbekämpfung, Interessenkonflikte sowie eine politisch beeinflussbare Staatsanwaltschaft angeprangert.
Auch ein in Brüssel beantragter Verteidigungskredit Budapests aus dem sogenannten Safe-Programm ist bislang nicht freigegeben. Mit dem Programm vergibt die EU-Kommission durch den EU-Haushalt abgesicherte EU-Anleihen für die Beschaffung von Rüstungsgütern.
Weil Orban den Rechtstaat in Ungarn zunehmend entkernt hat, hält die EU Milliarden Euro Fördergelder zurück. Was erhoffen sich Brüssel und andere Hauptstädte vom Wahlausgang in Ungarn?
13.04.2026 | 2:17 minWeber: Klarer Sieg für Demokratie
Magyars Tisza-Partei hat nach Berechnungen der Wahlkommission eine Zweidrittelmehrheit im neuen Parlament erreicht. Ministerpräsident Viktor Orban hatte seine Niederlage bei der Parlamentswahl eingestanden.
Der Chef des christdemokratischen Parteienbündnisses EVP im Europäischen Parlament, Manfred Weber, nannte den Wahlerfolg Magyars einen klaren Sieg für die Demokratie in Ungarn und für Europa.
Der Grünen-Europaabgeordnete Daniel Freund sagte, der sich abzeichnende Wahlerfolg Magyars sei das Ende von Orbans "korruptem Mafiastaat". Die FDP-Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann schrieb auf der Plattform X ganz einfach:
Willkommen zurück in Europa, Ungarn.
Marie-Agnes Strack-Zimmermann, FDP-Europaabgeordnete
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