Magyar siegt mit Zweidrittelmehrheit in Ungarn, Brüssel atmet auf

Magyar-Sieg in Ungarn:Orban abgewählt: Worauf Brüssel hofft

|

Nach Orbans Niederlage bei der Parlamentswahl wächst in der EU die Hoffnung auf mehr Einigkeit. Denn Wahlsieger Magyar könnte Blockaden lösen und neue Entscheidungen ermöglichen.

Peter Magyar

Peter Magyar und seine Tisza-Partei haben die Wahl in Ungarn mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit gewonnen. Viktor Orban wurde nach 16 Jahren abgewählt, was einen Kurswechsel hin zur EU bedeuten könnte.

13.04.2026 | 2:20 min

Nach dem Wahlsieg des bisherigen Oppositionsführers Peter Magyar bei der Schicksalswahl in Ungarn atmet Brüssel auf. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb auf der Plattform X:

Ungarn hat Europa gewählt.

Ursula von der Leyen, EU-Kommissionspräsidentin

"Ein Land findet zurück auf seinen europäischen Weg." Die Union werde stärker. Von der Leyen gratulierte am Abend Wahlsieger Magyar, sie vereinbarten eine enge Zusammenarbeit.

Post von der Leyen bei X

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von X nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von X übertragen. Über den Datenschutz dieses Social Media-Anbieters können Sie sich auf der Seite von X informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.

Costa sieht Ungarns Platz "im Herzen Europas"

Auch EU-Ratspräsident António Costa schrieb, er freue sich darauf, eng mit Magyar zusammenzuarbeiten - um Europa stärker und wohlhabender zu machen. Die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, bekräftigte:

Ungarns Platz ist im Herzen Europas.

António Costa, EU-Ratspräsident

Ulf Röller | ZDF-Korrespondent in Brüssel

Ungarn habe in der "Schicksalswahl Europa gewählt", sagt ZDF-Korrespondent Ulf Röller.

13.04.2026 | 3:19 min

Der Brüsseler ZDF-Korrespondent Ulf Röller spricht von einer "riesengroßen" Erleichterung. Insgesamt sähen die Politiker die Wahl als "wichtige, als eine Schicksalswahl für Europa an". Vor allem in Bezug auf die Ukraine-Politik werde wieder Geschlossenheit erwartet, weil die Blockaden durch Budapest wegfallen könnten.

Aber auch in Ungarn könne Magyar mit einer Zweidrittelmehrheit viel bewegen und die "Rechtsstaatlichkeit, die Orban abgeschafft hat, in seinem Land wieder einführen", so Röller.

Hebt Magyar Blockaden Ungarns auf?

Seit Jahren torpedieren Orban und seine Regierung etwa die EU-Unterstützung für die von Russland angegriffene Ukraine und verkaufen dies als "Friedenspolitik". Derzeit liegt so wegen einer Blockade Orbans ein milliardenschweres EU-Finanzhilfepaket auf Eis - und das, obwohl der Rechtspopulist diesem im Dezember eigentlich schon zugestimmt hatte und Ungarn sich nicht einmal an den Finanzierungskosten beteiligen muss.

Ebenfalls von Orban blockiert werden neue EU-Russland-Sanktionen und Fortschritte bei den EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine. Weitreichende Pläne für mehr Unterstützung für die Ukraine - sowie andere außenpolitische Entscheidungen - erfordern in der EU Einstimmigkeit aller 27 Mitgliedsstaaten.

Zwar hat sich auch Peter Magyar bislang nicht als besonders entschiedener Unterstützer der Ukraine positioniert - er gilt aber als klar prowestlich und deutlich weniger russlandnah als Orban.

Wahl in Ungarn: Michael Bewerunge berichtet

Nach 16 Jahren an der Macht musste sich Viktor Orban seinem Herausforderer Peter Magyar geschlagen geben. Michael Bewerunge, Leiter des ZDF-Studios Südosteuropa, über die Bedeutung der Wahl.

13.04.2026 | 7:21 min

Brüssel hofft auf Verbesserungen bei Rechtsstaatlichkeit

Zweite große Hoffnung in Brüssel ist, dass Magyar Ungarn auch beim Thema Rechtsstaatlichkeit wieder auf EU-Kurs bringen könnte. Die Defizite in diesem Bereich wurden in den vergangenen Jahren als so schwerwiegend angesehen, dass für Ungarn vorgesehene EU-Mittel in zweistelliger Milliardenhöhe eingefroren wurden.

Konkret werden Mängel bei der Vergabe öffentlicher Aufträge und Korruptionsbekämpfung, Interessenkonflikte sowie eine politisch beeinflussbare Staatsanwaltschaft angeprangert.

Auch ein in Brüssel beantragter Verteidigungskredit Budapests aus dem sogenannten Safe-Programm ist bislang nicht freigegeben. Mit dem Programm vergibt die EU-Kommission durch den EU-Haushalt abgesicherte EU-Anleihen für die Beschaffung von Rüstungsgütern.

Presseschau

Die Wahl Magyars in Ungarn sei "sehr wichtig für Europa" und die Rückkehr zur Rechtsstaatlichkeit eine "gute Nachricht", so Christine Dankbar, Frankfurter Rundschau.

13.04.2026 | 4:05 min

Weber: Klarer Sieg für Demokratie

Magyars Tisza-Partei hat nach Berechnungen der Wahlkommission eine Zweidrittelmehrheit im neuen Parlament erreicht. Ministerpräsident Viktor Orban hatte seine Niederlage bei der Parlamentswahl eingestanden.

Der Chef des christdemokratischen Parteienbündnisses EVP im Europäischen Parlament, Manfred Weber, nannte den Wahlerfolg Magyars einen klaren Sieg für die Demokratie in Ungarn und für Europa.

Der Grünen-Europaabgeordnete Daniel Freund sagte, der sich abzeichnende Wahlerfolg Magyars sei das Ende von Orbans "korruptem Mafiastaat". Die FDP-Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann schrieb auf der Plattform X ganz einfach:

Willkommen zurück in Europa, Ungarn.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann, FDP-Europaabgeordnete

Quelle: dpa, ZDF
Über das Thema berichteten mehrere Sendungen, unter anderem das Morgenmagazin am 13.04.2026 ab 5:30 Uhr.
Thema

Mehr zu den Themen

  1. Ein Schiff fährt auf der Donau in Budapest, vor dem ungarischen Parlamentsgebäude.

    Nachrichten | Thema:Ungarn


  2. Peter Magyar, Vorsitzender der Oppositionspartei Tisza, spricht zu den Medien.

    Wahl in Ungarn weitgehend ausgezählt:Orban-Ära in Ungarn endet: Wer ist Wahlsieger Peter Magyar?

    mit Video2:20

  3. Wahlsieger in Ungarn: Oppositionsführer Peter Magyar

    Niederlage für Orban:Wahl in Ungarn: Magyar triumphiert

    mit Video2:20