Politiker hatte Kriegsrecht ausgerufen:Südkoreas Ex-Staatschef Yoon zu fünf Jahren Haft verurteilt
Im Dezember 2024 hatte er das Kriegsrecht ausgerufen und Südkorea so in eine politische Krise gestürzt. Nun wurde Ex-Staatschef Yoon zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt.
Südkoreas Ex-Präsident Yoon ist wegen Behinderung der Justiz zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte 2024 das Kriegsrecht ausgerufen und so eine Staatskrise ausgelöst.
16.01.2026 | 0:20 minSüdkoreas früherer Präsident Yoon Suk Yeol ist in einem ersten Prozess gegen ihn zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Der Richter Baek Dae Hyun vom Zentralgericht in Seoul befand den Ex-Staatschef wegen Justizbehinderung und weiterer Anklagepunkte im Zusammenhang mit der vorübergehenden Ausrufung des Kriegsrechts für schuldig.
Es ist das erste Urteil gegen Yoon, die Urteile in weiteren Verfahren stehen noch aus. Die Staatsanwaltschaft hatte eine zehnjährige Haftstrafe gefordert.
Die Wirtschaft in Südkorea ist in einer Krise, die Bevölkerung schrumpft und das Land ist tief gespalten. Kann der neue Präsident die Probleme lösen?
11.06.2025 | 6:59 minRichter: Yoons Schuld "äußerst schwerwiegend"
Yoon habe die Ermittler daran gehindert, ihn festzunehmen, begründete der Richter sein Urteil. Er wurde zudem für schuldig befunden, Kabinettsmitglieder von einer Sitzung zur Planung der Kriegsrecht-Ausrufung ausgeschlossen zu haben.
Obwohl er als Präsident vor allem die Pflicht hatte, die Verfassung zu wahren und die Rechtsstaatlichkeit zu achten, zeigte der Angeklagte stattdessen eine Haltung, die die Verfassung missachtete.
Baek Dae Hyun, Richter im Fall Yoon Suk Yeol
Yoons Schuld bezeichnete der Richter als "äußerst schwerwiegend". In einem weiteren Anklagepunkt, der Fälschung amtlicher Dokumente, wurde Yoon aus Mangel an Beweisen für nicht schuldig befunden. Yoon hat nun sieben Tage Zeit, um Berufung einzulegen.
Der Mitte-Links-Kandidat Lee gewann im Sommer die vorgezogene Präsidentschaftswahl in Südkorea klar. Er versprach, das Land zu einen - nach einem halben Jahr politischem Chaos.
03.06.2025 | 2:40 minKriegsrecht ausgerufen: Yoon erhob schwere Vorwürfe gegen Opposition
Am 3. Dezember 2024 hatte Yoon im Zuge eines Haushaltsstreits mit der Opposition überraschend das Kriegsrecht ausgerufen. Der konservative Politiker begründete die radikale Maßnahme mit dem Schutz der freiheitlichen Ordnung Südkoreas.
Zudem warf er der linken Opposition vor, von Kommunisten mit Verbindungen in China und Nordkorea unterwandert zu sein. Für seine Anschuldigungen legte Yoon keine Beweise vor.
In Südkorea hatte das Verfassungsgericht die Amtsenthebung von Präsident Yoon im April bestätigt.
04.04.2025 | 0:30 minTodesstrafe für Yoon in weiterem Prozess gefordert
In einem separaten Prozess hat die Staatsanwaltschaft jüngst wegen des Verdachts des Aufruhrs die Todesstrafe für Yoon gefordert. Ein Urteilsspruch dazu ist für den 19. Februar angesetzt. Auch wenn in Südkorea weiterhin die Todesstrafe verhängt wird, wurde diese seit fast 30 Jahren nicht mehr vollstreckt.
Internationale Investoren zeigten sich damals besorgt um die Stabilität des ostasiatischen Tigerstaates - und hielten Investitionen zurück. Weltweit litt das Ansehen des Landes, das im Westen zuvor stets als politisches und wirtschaftliches Vorbild in der Region gegolten hatte.
Seit dem Sommer wird Südkorea von Präsident Lee Jae Myung regiert, einem links-zentristischen Politiker und langjährigen politischen Rivalen Yoons.
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