Zweite Bahnkatastrophe in diesem Jahr:Spaniens Verkehrsminister tritt nach Zugunglück zurück
Der spanische Verkehrsminister Óscar Puente ist fast eine Woche nach dem verheerenden Zugunglück in der Gemeinde Urda zurückgetreten.
Spaniens Verkehrsminister Puente ist nach dem schweren Zugunglück zurückgetreten. Er verzichtet auch auf seine Parlamentskandidatur.
03.11.2026 | 0:21 minFast eine Woche nach dem schweren Zugunglück mit 69 Toten in der spanischen Gemeinde Urda hat Spaniens Verkehrsminister Óscar Puente seinen Rücktritt erklärt.
Beim Zusammenprall zweier Hochgeschwindigkeitszüge in der zentralspanischen Region Kastilien-La Mancha waren am Mittwoch vergangener Woche 69 Menschen ums Leben gekommen und zahlreiche weitere verletzt worden.
Den bisherigen Ermittlungen zufolge hatte ein Mitarbeiter der Zugleitstelle nach einem Ausfall des automatischen Leitsystems falsche Anweisungen gegeben. Der Zusammenstoß der Züge war das zweite schwere Bahnunglück in Spanien innerhalb dieses Jahres.
Im Januar Unglück auf selber Strecke
Erst im Januar waren auf derselben Trasse zwischen Madrid und Sevilla 46 Menschen ums Leben gekommen, als ebenfalls zwei Hochgeschwindigkeitszüge kollidierten.
Nach dem Zusammenstoß zweier Züge im spanischen Urda werden die Verletzten behandelt. Mindestens 69 Menschen kamen ums Leben. Anfang des Jahres gab es auf derselben Strecke schonmal ein Unglück.
29.10.2026 | 1:33 minPuente erklärte nun, ein Verkehrsminister könne...
(...) nach zwei Unfällen von solcher Schwere in weniger als einem Jahr nicht im Amt bleiben, so unterschiedlich sie auch sein mögen, ob ich dafür nun eine direkte Verantwortung trage oder nicht.
Óscar Puente, Verkehrsminister Spanien
Rücktritt Frage "der Empathie gegenüber den Opfern"
Das sei "eine Frage der politischen Würde, der Konsequenz und der Empathie gegenüber den Opfern". Puente erklärte zudem, er habe die Entscheidung über seine Zukunft bereits in den ersten Minuten getroffen, nachdem er von dem Unglück erfahren habe.
Knapp vier Wochen vor der vorgezogenen Parlamentswahl in Spanien steht die Minderheitsregierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez wegen des Zugunglücks massiv in der Kritik.
Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit angekündigt
Nur wenige Stunden zuvor hatte Madrid Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit im Bahnverkehr beschlossen. Auf der wöchentlichen Ministerratssitzung sei zudem ein Hilfspaket von 30 Millionen Euro für Opfer und Angehörige gebilligt worden, teilte die linksgerichtete Regierung nachmittags mit.
Während im Fall von Adamuz unter anderem ein Gleisbruch als Ursache gilt, konzentrieren sich die Ermittlungen zum Unglück von Urda vor allem auf den Ausfall des Zugsicherungssystems LZB und mögliche Fehler bei den Anweisungen aus dem Kontrollzentrum des Netzbetreibers Adif.
ZDF-Korrespondent Thomas Walde berichtet über die Bergung am Unglücksort in Spanien.
28.10.2026 | 1:56 minDie Zahl der Züge zwischen Madrid und Sevilla soll so lange reduziert werden, bis dort das neue europäische Zugsicherungssystem ERTMS in Betrieb geht, wie Puente vor seinem Rücktritt erklärte.
Fällt das bisherige LZB-System aus, muss zudem künftig ein zweiter Mitarbeiter im Kontrollzentrum die Anweisungen an die Lokführer überprüfen und bestätigen. Damit soll verhindert werden, dass Züge trotz unklarer Streckenverhältnisse weiterfahren.
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