Ukraine-Krieg: Für Putin läuft es wieder - Analyse

Analyse

Berichte über Gipfel mit Trump und Xi:Ukraine-Krieg: Für Putin läuft es wieder

ZDF-Reporter Sebastian Ehm in einem schwarzen Hemd im ZDFheute live Studio.

von Sebastian Ehm

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Der Krieg dauert fast fünf Jahre, und es ist keine Lösung in Sicht. Im Hintergrund laufen aber Gespräche - und die verlaufen sehr nach Putins Geschmack.

Russia Ukraine War

Fangnetze gegen russische Drohnen, eine Rampe für eine Pontonbrücke: In Kiew prägt der Krieg das Stadtbild. Der Winter naht, der Partner jenseits des Atlantiks ist unzuverlässig.

19.10.2026 | 2:35 min

Am Freitag trat der russische Präsident Wladimir Putin mal wieder in Tarnuniform auf. Das macht er oft, wenn sich die Nachrichtenlage hauptsächlich um die Frage nach Krieg und Frieden dreht. Sprich: wenn neue Gespräche mit Trumps Unterhändlern Jared Kushner und Steve Witkoff anstehen. Tatsächlich wurden solche Gespräche für Ende Oktober angekündigt.

Russland will Krieg weiterführen

Im Militärhauptquartier der russischen Armee gratulierte der russische Präsident jedenfalls den Soldaten zu ihren Fortschritten auf dem Schlachtfeld. Und er betonte die Notwendigkeit, weiterzumachen. Nicht nur die Eroberung des Donbass sei das Ziel, sondern auch die Errichtung einer Pufferzone, um die gesamten russischen Grenzgebiete zu schützen.

Das bedeutet, die russische Armee wird weitermachen mit ihrem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg und diesen noch ausweiten. "Wir beabsichtigen nicht, dies zum Gegenstand etwaiger Friedensgespräche mit der Ukraine zu machen", so Putin.

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Ein mögliches Treffen zwischen China, den USA und Russland sorgt für große Besorgnis. Die Befürchtung: Die Ukraine könnte dabei außen vor bleiben. ZDF-Reporter Dara Hassanzadeh berichtet aus Kiew.

19.10.2026 | 1:57 min

Berichte über Dreier-Gipfel mit Trump, Xi und Putin

Dass der Kreml sowieso nicht plant, irgendeinen Wunsch der Ukraine zum Gegenstand etwaiger Verhandlungen zu machen, wurde dann am Montag noch deutlicher. Das Wall Street Journal berichtete aus gut unterrichteten russischen Sicherheitskreisen, dass Putin ein Dreiertreffen mit US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping plant.

Der Kreml habe vorgeschlagen, am Rande des Asien-Pazifik-Gipfels (Apec) am 18. und 19. November im chinesischen Shenzhen zu sprechen, hieß es weiter. Kremlsprecher Dmitrij Peskow bestätigte dem Wall Street Journal, dass über eine mögliche Zusammenkunft ⁠diskutiert werde.

Politikwissenschaftler: Teil des Informationskriegs

Es ist ein typischer Kreml-Schachzug. Eine Nachricht verbreiten, um für größtmögliche Unruhe bei den Europäern und den Ukrainern zu sorgen. Für Alexander Morozow - ein russischer Politikwissenschaftler, der mittlerweile im Exil in Prag arbeitet - ist diese Meldung ein Teil des Informationskriegs des Kremls.

"Die Meldung, dass es zu einem Dreiertreffen kommen könnte, ist nichts weiter als eine Provokation." Man wolle verunsichern, nichts weiter. Russland sei kein ebenbürtiger Gesprächspartner. China und die USA würden die Welt ohnehin schon unter sich aufteilen.

Schwindender Rückhalt - Lässt Trump die Ukraine fallen?

phoenix runde: Schwindender Rückhalt - Lässt Trump die Ukraine fallen?

16.10.2026 | 44:42 min

Trump setzt EU und Ukraine unter Druck

Doch ein Gespräch über die Ukraine ohne Vertreter Kiews selbst und ohne die Europäer würde ins Bild passen. Putin betrachtet die Ukraine bekanntermaßen nicht als eigenständigen Staat, sondern sieht sie als historischen Teil Russlands. Und Trump kocht bei den derzeit in Miami laufenden Gesprächen mit Ukrainern und Europäern sein eigenes Süppchen.

Die "New York Times" berichtete am Samstag, dass Trumps Verhandler Kushner und Witkoff den Europäern und der Ukraine vorgeschlagen hätten, dass die Europäer als Teil eines möglichen Friedensdeals wieder mehr Gas von Moskau beziehen sollten. Über die bekannten Pipelines, sprich durch die Ukraine und über Nordstream in der Ostsee. Nach dem Diesel-Deal und den Sanktionserleichterungen wäre das ein weiteres gewaltiges Zugeständnis Trumps an Putin. Dass Putin Trump etwas im Gegenzug gewährt, ist nicht bekannt.

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"Wenn wir aufgeben, werden die Dinge für uns nicht besser, denn wenn er gewinnt, dann wird es für uns viel schlimmer", sagt der ehemalige Außenminister der Ukraine, Dmytro Kuleba.

18.10.2026 | 9:00 min

Putin kann sich durch Trump bestärkt fühlen

Dass die USA offenbar glauben, den Europäern diktieren zu können, woher sie ihr Gas zu beziehen haben, nachdem die EU seit vier Jahren versucht, vom russischen Gas loszukommen, dürfte Putin in seiner Strategie bestärken, die Ukraine und Europa bei möglichen Gesprächen über ein Kriegsende links liegen zu lassen. Putin sieht sich sowieso mehr in einer Gruppe mit den Weltmächten China und USA.

Dass Trump in einem Beitrag auf seinem Netzwerk Truth Social im Prinzip die "Talking Points" des Kremls wiederholt, den Ukrainern US-Geheimdienstinformationen vorenthält und zeitweise das Satelliteninternet Starlink abschaltete, dürfte in Brüssel, Berlin und Kiew die Alarmglocken schrillen lassen.

Selenskyj glaubt, dass Ukraine zur Kapitulation überredet werden soll

Längst ist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj desillusioniert. "Ich glaube, es wurden Schritte unternommen, um die Ukraine zur Kapitulation zu überreden", sagte er in einem Interview mit der Agentur Bloomberg. Die Frage ist, mit welchen Ergebnissen Kushner und Witkoff nach den Gesprächen in Florida nach Moskau reisen. Erwartet wird eine solche Reise Ende Oktober.

Bisher hat Putin keine Anstalten zu Zugeständnissen gemacht. Warum auch, es läuft wieder für den Kreml-Herrscher. Nach einem schwierigen Sommer mit Benzinknappheit und brennenden Warenhäusern scheint sich das Blatt zu wenden. An Putins Sichtweise hat sich nichts geändert. Er will einen deutlichen Sieg und die Kontrolle über weite Teile der Ukraine. Trump scheint diese Ziele billigend in Kauf zu nehmen.

Sebastian Ehm berichtet als Reporter für das ZDF über Russland, den Kaukasus und Zentralasien.

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Seit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine, die Kämpfe dauern an. Alle Entwicklungen und Ukraine-News im Liveticker.
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