Knapper Vorsprung:Peru: Rechtskonservative Fujimori gewinnt Präsidentenwahl
In Peru hat die rechtskonservative Politikerin Keiko Fujimori die Präsidenten-Stichwahl knapp gewonnen. Fujimori will die Wirtschaft deregulieren und gegen Kriminalität vorgehen.
Wahlsiegerin Keiko Fujimori plant ein hartes Vorgehen gegen Kriminalität und irreguläre Migration.
30.06.2026 | 0:30 minDie rechtskonservative Kandidatin Keiko Fujimori hat nach Abschluss der langwierigen Stimmenauszählung die Präsidentenwahl in Peru knapp gewonnen.
Die 51-Jährige kam auf 50,13 Prozent der Stimmen, wie das Wahlamt des südamerikanischen Landes mehr als drei Wochen nach der Stichwahl am 7. Juni mitteilte. Der Linkspolitiker Roberto Sánchez erhielt demnach 49,86 Prozent.
Knapp 50.000 Stimmen mehr für Fujimori
Knapp 50.000 Stimmen trennten die Kontrahenten in einem Land mit 27 Millionen Wahlberechtigten. Sie werde auf die offizielle Bekanntmachung der endgültigen Wahlergebnisse durch die nationale Wahlkommission JNE in den kommenden Tagen mit "großer Bescheidenheit, Umsicht und Verantwortungsbewusstsein" warten, schrieb Fujimori auf der Plattform X.
Wir kommen dem Beginn eines Weges der Ordnung und Hoffnung für alle Peruaner immer näher.
Keiko Fujimori, Siegerin der Präsidentenwahl in Peru
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Der unterlegene Kandidat Sánchez sprach hingegen von einem illegitimen Wahlsieg. Fujimori habe über mehrere Jahrzehnte wichtige Positionen innerhalb des Staates mit ihren Gefolgsleuten besetzt. Dies habe das Ergebnis entscheidend beeinflusst, sagte er. Er kündigte weiter an, juristisch gegen Unregelmäßigkeiten vorzugehen, die aus seiner Sicht vorgefallen sind.
Es war das vierte Mal, dass die Tochter des von 1990 bis 2000 autoritär regierenden Präsidenten Alberto Fujimori zur Wahl antrat. Bei den beiden vorherigen Wahlen unterlag sie mit 0,25 und 0,24 Prozent der Stimmen.
Fujimori will Migranten ohne Papiere ausweisen
Sie wird von der US-Regierung unterstützt und will mit harter Hand gegen Kriminalität vorgehen. Irregulär im Land lebende Migranten sollen ausgewiesen werden. Außerdem plant sie eine Deregulierung der Wirtschaft. Ihre Partei "Fuerza Popular" besitzt in den beiden Kammern des Kongresses allerdings nur rund ein Viertel der Sitze.
Die politische Lage in Peru ist von einem ständigen Konflikt zwischen Parlament und Regierung geprägt. Der Kongress kann Präsidenten wegen "moralischer Unfähigkeit" des Amtes entheben. In den vergangenen zehn Jahren hatte Peru acht Präsidenten.
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