Sicherheitskrise in Nigeria: 162 Tote bei islamistischen Attacken

Komplexe Sicherheitskrise im Land:Etliche Tote bei Angriff auf Dörfer in Nigeria

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Eine bewaffnete Gruppe hat in Nigeria zwei Dörfer angegriffen. Mehr als 160 Menschen sollen dabei getötet worden sein. Das Land leidet unter einer komplexen Sicherheitskrise.

Eines der von Islamisten getöteten Opfer

Islamistische Terroristen haben zwei Dörfer im Westen Nigerias attackiert und dabei mehr als 160 Menschen getötet. Die Täter sollen Verbindungen zur Terrorgruppe Islamischer Staat haben.

04.02.2026 | 0:25 min

Bewaffnete haben bei einem Angriff auf zwei Dörfer im Westen Nigerias zahlreiche Menschen getötet. Mindestens 162 Menschen kamen am Dienstagabend ums Leben, sagte der Abgeordnete Mohammed Omar Bio. Er vertritt die betroffene Region im Parlament.

Die Täter gehörten dem Parlamentarier zufolge zu der Gruppe Lakurawa. Ihr werden Verbindungen zur Terrororganisation Islamischer Staat nachgesagt.

Governeur: "Feiger Ausdruck der Frustration terroristischer Zellen"

Zuvor hatte das Rote Kreuz von vielen Toten im nigerianischen Bundesstaat Kwara berichtet. Seine Organisation habe die Dörfer aber noch nicht erreichen können, weil sie sehr abgelegen seien, sagte Ayodeji Emmanuel Babaomo vom Roten Kreuz in Kwara. Die beiden Dörfer liegen nahe der Grenze zu Benin.

Gouverneur Abdul-Rahman Abdul-Razaq erklärte, der Angriff sei ein "feiger Ausdruck der Frustration terroristischer Zellen". Er stehe im Zusammenhang mit verstärkten Anti-Terror-Aktionen in Kwara. Nach Angaben des nigerianischen Militärs hat die Gruppe Lakurawa ihre Wurzeln im nördlichen Nachbarland Niger. Nach einem Militärputsch 2023 wurde sie demnach in den Grenzgemeinden Nigerias aktiv.

Die nigerianische Polizei sichert einen Ort nach einem US-Luftangriff.

Die USA und Nigeria haben gemeinsam im Dezember 2025 den IS im Norden des westafrikanischen Landes angegriffen. US-Präsident Trump begründete den Angriff mit der Tötung "unschuldiger Christen".

26.12.2025 | 1:51 min

Bei einem weiteren Angriff im Norden Nigerias wurden mindestens 13 Menschen getötet. Die Angreifer drangen mit "gefährlichen Waffen" in das Dorf Doma im Bundesstaat Katsina ein und begannen zu schießen, teilte Polizeisprecher Abubakar Sadiq Aliyu mit. Die Ermittlungen seien noch im Gange.

Nigeria erlebt seit Jahren islamistische Gewalt

Nigeria steckt in einer vielschichtigen Sicherheitskrise. Dazu zählen ein Aufstand militanter Islamisten im Nordosten, blutige Konflikte um Wasser sowie eine Zunahme von Entführungen zur Lösegelderpressung im Nordwesten und im Zentrum des Landes.

Erst in der vergangenen Woche hatten bewaffnete Extremisten im Nordosten Nigerias bei Angriffen auf eine Baustelle und einen Armeestützpunkt mindestens 36 Menschen getötet.

Quelle: AP, dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Nigeria: Mindestens 160 Tote durch Islamisten" am 04.02.2026 um 22:54 Uhr.

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