Deutsche Reaktionen auf Zwischenwahlen:Midterms wecken Hoffnung auf Stabilität in den USA
Politiker aus Union, SPD und Grünen begrüßen das Ergebnis der US-Zwischenwahlen. Einen Kurswechsel in der Außenpolitik erwarten sie nicht - die Wirtschaft hofft auf Stabilität.
Trumps Republikaner verlieren laut Medienprognosen die Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat. Was bedeuten die Wahlergebnisse für den US-Präsidenten? Die Analyse bei ZDFheute live.
04.11.2026 | 53:06 minDie US-Wähler haben die Republikaner bei den Zwischenwahlen abgestraft, die Demokratische Partei wird nun die Kontrolle über den Kongress haben. In Deutschland fallen die Reaktionen aus Politik und Wirtschaft unterschiedlich aus.
Zuversicht und Freude über das Ergebnis
Bundesbildungsministerin Karin Prien wertet den Ausgang als Beleg für die Kraft der Demokratie. Auf X schreibt sie von einem "Morgen der Zuversicht". Die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende nennt den Wahlausgang ein "kraftvolles Votum".
Karin Prien auf X
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Linken-Vorsitzende Ines Schwerdtner bezeichnete den Wahlausgang als "krachende Niederlage für die globale Rechte". Die Menschen in den USA hätten die "Nase voll von Donald Trump", sagte Schwerdtner ZDFheute:
Wie überall hat die Rechte auch in den USA keine echten Lösungen für die Alltagsprobleme der Menschen.
Ines Schwerdtner, Die Linke
Das gute Abschneiden der Demokraten sei auch eine Grundlage für die Arbeit einer "linken Präsidentin, die 2028 gewählt werden könnte", so Schwerdtner.
Es ist ein politisches Erdbeben in den USA. Die Wähler haben bei den US-Midterms vor allem einen abgestraft: Donald Trump.
04.11.2026 | 1:32 minPistorius spricht von "historischem Sieg"
Grünen-Co-Vorsitzende Franziska Brantner bezeichnete den Ausgang als "fantastischen Sieg der Demokraten". Bei der Wahl sei ein "Stoppschild gegen Trump und seine Milliardäre" gezeigt worden. Grünen-Politikerin Claudia Roth ergänzt, Veränderung sei möglich. Man könne, wenn man für die Demokratie kämpfe, etwas gewinnen, sagt sie ZDFheute:
Wir haben es gesehen in Ungarn, wir haben es gesehen in Serbien und wir haben es jetzt gesehen in den USA.
Franziska Brantner, Bundesvorsitzende Bündnis90/Die Grünen
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius gratulierte den US-Demokraten zu einem "historischen Sieg". Die US-Regierung bleibe aber dieselbe, und Deutschland werde mit ihr weiterhin vertrauensvoll zusammenarbeiten, sagte der SPD-Politiker auf der Berliner Sicherheitskonferenz. Die deutsche Regierung werde den Kontakt zu Demokraten und Republikanern gleichermaßen suchen.
Kaum Korrekturen in der Außenpolitik erwartet
Aus Sicht des CDU-Außenexperten Roderich Kiesewetter sei es nach wie vor entscheidend, dass sich Europa um Selbständigkeit kümmere. Er sagt ZDFheute:
Entscheidend ist, dass wir viel stärker als bisher in unsere eigene Sicherheit investieren, sodass die Amerikaner sehen, es ist attraktiver, mit Europa, mit Deutschland zusammenzuarbeiten, als sich weiter abzugrenzen.
Roderich Kiesewetter, CDU
Der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Metin Hakverdi, erwartet ebenfalls keine entscheidende Veränderung. "Im Kern bleibt es auch nach dem klaren Sieg der Demokraten bei den Midterms dabei: Die Außenpolitik wird vom Präsidenten bestimmt", sagte der SPD-Politiker der Nachrichtenagentur Reuters.
Allerdings wächst der innenpolitische Druck auf Donald Trump. Die Demokraten haben nun eine ganze Reihe parlamentarischer Rechte in ihrem Instrumentenkasten.
Metin Hakverdi, Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung
Hakverdi plädierte dafür, dass sich Deutschland weniger danach ausrichten sollte: "Wir sollten uns auf unsere eigenen Herausforderungen konzentrieren und weiter konsequent an unserer Sicherheit und wirtschaftlichen Stärke arbeiten."
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03.11.2026 | 28:21 minSorge vor neuer Eskalation im Iran-Krieg
Der SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetovic geht nach dem "Erdrutschsieg" der Demokraten innenpolitisch von Veränderungen aus, außenpolitisch aber wahrscheinlich von "gar nichts", wie er im "Frühstart" von RTL und ntv sagte. "Die Amerikaner bleiben für uns enge Partner", machte er klar. Er riet, für die beiden verbleibenden Jahre der Präsidentschaft von Trump "engste Drähte" in die USA zu pflegen und Kontakte zu möglichen Nachfolgern aufzunehmen, um dann einen "Neustart" in den Beziehungen zu wagen.
Ahmetovic warnte zugleich vor neuen Angriffen auf Iran. "Mit Netanjahu und Trump, so angeschossen wie beide jetzt sind, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass wir in den nächsten Tagen und Wochen möglicherweise etwas erleben, das uns nicht hilft", sagte er.
Er bezog sich dabei auch auf das Ergebnis der Wahlen in Israel, aus denen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ebenfalls geschwächt hervorgegangen war. Deutschland, Europa und die arabischen Staaten müssten nun auf Israel und die USA diplomatisch Einfluss nehmen, um zu verhindern, dass der Krieg wieder aufflammt.
Welche Ergebnisse in der Nacht der US-Zwischenwahlen am meisten überrascht haben und was die Wähler zu dem Umschwung bewegt hat. Elmar Theveßen, Leiter des ZDF-Studios in Washington, ordnet ein.
04.11.2026 | 6:31 minMehr zu den Midterms
Nachrichten | Thema:Midterms in den USA