Erste Parlamentswahl seit Regimesturz:Bangladesch: Deutlicher Wahlsieg für Mitte-Rechts-Partei
Die nationalistische Partei BNP hat bei den Wahlen in Bangladesch nach offiziellen Angaben einen klaren Sieg errungen. In einem Referendum wurde für demokratische Reformen votiert.
In Bangladesch hat ein Referendum den Weg für demokratische Reformen geebnet. Mit rund 60 Prozent Unterstützung der Wähler gilt die Abstimmung als wegweisend nach Jahren der Diktatur und Gewalt.
13.02.2026 | 0:21 minBei der ersten Parlamentswahl in Bangladesch seit dem Sturz der langjährigen Regierungschefin Sheikh Hasina vor anderthalb Jahren hat die Partei des Mitte-Rechts-Politikers Tarique Rahman deutlich gewonnen.
Die Bangladesh Nationalist Party (BNP) erlangte bei der Parlamentswahl in Bangladesch nach offiziellen Angaben die absolute Mehrheit. Die BNP habe 212 von 300 Parlamentssitzen gewonnen, die von der Partei Jamaat-e-Islami angeführten Islamisten 77 Sitze, teilte die Wahlkommission am Freitag mit. Die Wahlbeteiligung lag demnach bei 59 Prozent.
In Bangladesch wird erstmals seit dem Sturz der Ministerpräsidentin Sheikh Hasina im Jahr 2024 ein neues Parlament gewählt. Die Wahl gilt als wichtiger Test für einen demokratischen Übergang.
12.02.2026 | 0:23 minNeu Delhi und Washington gratulieren zum Wahlsieg
"Dieser Sieg war erwartet", sagte der hochrangige BNP-Vertreter Salahuddin Ahmed der Nachrichtenagentur AFP. Es sei "nicht überraschend, dass das Volk von Bangladesch sein Vertrauen in eine Partei gesetzt hat, die in der Lage ist, die Träume zu verwirklichen, die unsere Jugend während des Aufstands erdacht hat." Zugleich warnte er vor "wachsenden Herausforderungen beim Aufbau eines Landes, das frei von Diskriminierung ist."
Neu Delhi und Washington warteten mit ihren Glückwünschen für die BNP nicht auf die offiziellen Ergebnisse. Die US-Botschaft in Dhaka gratulierte der BNP zu einem "historischen Sieg".
Mitteilung der US-Botschaft in Dhaka
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"Dieser Sieg zeigt das Vertrauen des Volkes von Bangladesch in Ihre Führung", erklärte der indische Premierminister Narendra Modi in Onlinediensten mit Blick auf den BNP-Kandidaten für das Amt des Regierungschefs, Tarique Rahman.
Mitteilung von Indiens Premier Modi
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BNP-Chef nach 17 Jahren aus Exil zurückgekehrt
Der 60-jährige Rahman, der ein Sohn der früheren Ministerpräsidentin und langjährigen Hasina-Rivalin Khaleda Zia ist, kann sich den vorläufigen Ergebnissen zufolge berechtigte Hoffnung machen, der nächste Regierungschef zu werden. Der BNP-Chef war erst im Dezember nach 17 Jahren im Exil aus Großbritannien in seine Heimat zurückgekehrt.
Bei der Wahl ging es um die Verteilung von 350 Parlamentsmandaten. Von ihnen werden 300 direkt gewählt, 50 Sitze sind Frauen vorbehalten. In einem Wahlkreis wurde diesmal wegen des Todes eines Kandidaten die Stimmabgabe verschoben.
Orlando Bloom machte 2025 als Unicef-Botschafter mit seinem Besuch darauf aufmerksam, dass finanzielle Kürzungen die Bildung von tausenden Kindern im weltweit größten Geflüchtetenlager in Bangladesch bedrohen.
07.11.2025 | 0:58 minReferendum: Bangladesch stimmt für demokratische Reformen
Bei dem zeitgleich abgehaltenen Referendum stimmten 60 Prozent der Wählerinnen und Wähler für wegweisende demokratische Reformen. Das umfangreiche Reformprojekt ist als "Juli-Charta" bekannt.
Es sieht die zeitliche Beschränkung der Amtszeit des Regierungschefs vor. Zudem sind die Schaffung eines Oberhauses des Parlaments und eine größere Unabhängigkeit der Justiz geplant.
Hoffnung auf demokratischen Übergang
Die Parlamentswahlen in Bangladesch am Donnerstag waren die ersten nach dem Sturz der langjährigen Regierungschefin Scheich Hasina im Jahr 2024. Nach ihrer Flucht wurde eine Übergangsregierung unter dem Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus eingesetzt.
Daher gilt die vorgezogene Wahl auch als Test für einen geordneten demokratischen Übergang in dem überwiegend muslimisch geprägten Land in Südasien. Wahlberechtigt waren rund 127 Millionen Menschen, 44 Prozent von ihnen jünger als 37 Jahre.
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