Mirko Drotschmann zu Uni und Ausbildung:School's Out - und jetzt? Wo sich der Berufseinstieg lohnt
Nach der Schule soll es richtig losgehen - doch die positive Aufbruchstimmung fehlt vielen jungen Menschen. Sie sorgen sich um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
Wie ist die Situation auf dem Arbeitsmarkt?
Zur wirtschaftlichen Lage und auch zum Arbeitsmarkt in Deutschland gibt es zwar in letzter Zeit öfter schlechte Nachrichten - so schlecht ist die Situation für Berufseinsteiger aber nicht. Arbeitsmarktexperten gehen davon aus, dass es bald wieder aufwärts geht.
Langfristig könnten jetzige Berufseinsteiger vom demografischen Wandel profitieren: In den nächsten Jahren gehen viel mehr Menschen in Rente als Junge neu auf den Arbeitsmarkt kommen. Für die Gesellschaft insgesamt ist das eine große Herausforderung, aber ganz persönlich kann es für gut ausgebildete Arbeitnehmer auch Vorteile haben, weil es weniger Konkurrenz gibt und sie gegenüber Arbeitgebern in einer besseren Verhandlungsposition sind.
Wie sind die Chancen, wenn man ein Studium macht?
Die Akademikerarbeitslosigkeit ist in den vergangenen Jahren von 2,2 Prozent (2022) auf 3,3 Prozent (2025) gestiegen. Das ist zwar ein deutlicher Anstieg, im internationalen Vergleich ist das aber nach wie vor ein niedriger Wert. In anderen Bereichen sind die Arbeitslosenquoten außerdem noch höher. Arbeitsmarktexperten sprechen immer noch von einem stabilen Arbeitsmarkt für Uniabsolventen, auch wenn sie vielleicht etwas länger suchen müssen als noch vor einigen Jahren.
Und auch wenn es hin und wieder Stimmen gibt, die sich beklagen, dass zu viele Leute studieren - das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung stellt fest: "Es gibt weiterhin keine Anzeichen für eine 'Überakademisierung'."
Oder doch lieber eine Ausbildung?
In der Trendstudie "Jugend in Deutschland" heißt es: "Es scheint so, als hätten Ausbildungsberufe in der Wahrnehmung von jungen Menschen und ihren Eltern erheblich an Attraktivität gewonnen." Ein Grund dafür könnte die Befürchtung sein, dass KI den Arbeitsmarkt durcheinanderwirbelt und körperliche Arbeit wieder wichtiger wird.
Wie viel verdient man je nach Abschluss?
Arbeitnehmer mit Masterabschluss hatten 2025 ein Durchschnittseinkommen von rund 7.000 Euro. Mit einem Bachelor waren es rund 5.300 Euro, mit einer Ausbildung knapp 4.100 Euro. Wer aber nach der Ausbildung noch einen Meister oder Techniker draufsetzte, verdiente im Schnitt 5.400 Euro, also mehr als Bachelorabsolventen. Außerdem verdient man mit einer Ausbildung schon Geld, während Studierende noch im Hörsaal sitzen und auf Bafög, Nebenjob oder Eltern angewiesen sind. Diesen "Rückstand" holen Akademiker im Schnitt erst mit 39 Jahren auf.
Sie wollen auf dem Laufenden bleiben? Dann sind Sie beim ZDFheute-WhatsApp-Channel richtig. Hier erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten auf Ihr Smartphone. Nehmen Sie teil an Umfragen oder lassen Sie sich durch unseren Podcast "Kurze Auszeit" inspirieren. Zur Anmeldung: ZDFheute-WhatsApp-Channel.
Mirko Drotschmann über die Gen Z:ChatGPT und Co.: Wie viel KI ist gut für uns?
Video11:36Mirko Drotschmann zu Kriegsfolgen:Was haben die hohen Preise mit dem Iran-Krieg zu tun?
Video9:52Mirko Drotschmann zur Arbeitszeitdebatte:Tag der Arbeit: Warum der 1. Mai jetzt so wichtig ist
Video10:36Mirko Drotschmann zur Gesundheitsreform:Wo Gesundheit für Versicherte teurer werden kann
Video13:22