"Falsche Bewegung" von 1975:Wegen Kinski-Nacktszene: Wim Wenders zieht Film zurück
Nach dem Streit um eine Nacktszene mit Schauspielerin Nastassja Kinski zieht Regisseur Wim Wenders Konsequenzen: Der Film "Falsche Bewegung" soll vorerst nicht mehr gezeigt werden.
Regisseur Wim Wenders hat seinen umstrittenen Film "Falsche Bewegung" von 1975 zurückgezogen. Hintergrund ist eine Nacktszene mit der damals erst 13 Jahre alten Schauspielerin Nastassja Kinski.
03.06.2026 | 0:38 minDer Regisseur Wim Wenders hat den wegen einer Nacktszene mit der damals erst 13-jährigen Schauspielerin Nastassja Kinski umstrittenen Film "Falsche Bewegung" aus dem Jahr 1975 vorerst zurückgezogen.
Die Wim-Wenders-Stiftung als Inhaberin des Films erklärte:
Streaming-, TV- und Vertriebspartner werden angewiesen, den Film nicht mehr öffentlich zugänglich zu machen.
Wim-Wenders-Stiftung, Düsseldorf
Nastassja Kinski spielte trotz allem später nochmal eine Rolle in Wenders' Roadmovie Paris-Texas.
Quelle: ZDF und Wim Wenders StiftungWas soll nun passieren?
Man werde, so die Wim-Wenders-Stiftung, in dieser wichtigen Debatte "einen breiten Austausch suchen". "Erst danach, auch wenn es länger dauern sollte, und nachdem wir eine einvernehmliche Lösung, auch in Absprache mit Nastassja Kinski, haben vorlegen können, werden wir den Film wieder freigeben."
Wim Wenders selbst bat Kinski außerdem "ohne Wenn und Aber" um Entschuldigung.
Der Deutsche Filmpreis ist eine wichtige Auszeichnung für Filmschaffende. Über die Gewinner entscheiden die Mitglieder der Deutschen Filmakademie.
29.05.2026 | 1:35 minWorum geht es bei dem Fall?
Hintergrund ist ein Streit um eine Szene im Film "Falsche Bewegung" aus dem Jahr 1975, in der die damals 13-jährige Kinski mit nacktem Oberkörper gezeigt wird. Die Schauspielerin bittet Wenders laut eigenen Angaben seit Jahren, die rund zweiminütige Szene zu entfernen.
Der "Süddeutschen Zeitung" sagte sie kürzlich: "Obwohl ich mit 13 noch nicht so viel wusste, habe ich schon gemerkt, dass das nicht in Ordnung war."
Regisseur Wim Wenders wird Präsident der Internationalen Jury der Berlinale 2026. "Wim Wenders zählt zu den einflussreichsten Stimmen des internationalen Kinos", so Intendantin Tricia Tuttle.
11.12.2025 | 1:11 minWas sagte Wenders bisher?
Wenders hatte beim Deutschen Filmpreis gesagt, er würde die Szene "heute nie mehr so machen". Seinem damaligen jungen Ich könne er aber keinen Vorwurf machen. Er habe einen Film in seiner Zeit gemacht.
Doch es ergebe sich eine Frage, die alle Filmschaffenden angehe: "Wie geht man mit Filmerbe um?" Dürfe und solle man eine Szene schneiden, wenn sie einer Schauspielerin - "die ich sehr verehrt habe und verehre" - weh tue? "Kann man einen Film im Nachhinein kürzen?", fragte Wenders bei der Gala in Berlin. Der Regisseur bat die Deutsche Filmakademie um eine Debatte.
Der Filmemacher und Künstler Wim Wenders wird 80 Jahre alt. Zu diesem Anlass widmet ihm die Kunsthalle in Bonn eine Ausstellung, die sein künstlerisches Schaffen präsentiert.
01.08.2025 | 1:35 minKinskis Anwalt Christian Schertz hatte Wenders’ Rede als Versuch kritisiert, sich der persönlichen Verantwortung zu entziehen. Da Wenders ein persönliches Gespräch mit Kinski zu der Szene laut Schertz "bereits seit Jahren verweigert", hatte der Anwalt - vor der jetzigen Mitteilung von Wenders - den Übergang zu formalen juristischen Schritten angekündigt.
Mit Filmen wie "Der Himmel über Berlin", "Buena Vista Social Club" und "Perfect Days" ist Wenders einer der angesehensten Filmemacher Deutschlands geworden. Mit Kinski hatte er auch das Roadmovie "Paris, Texas" gedreht. Die Deutsche Filmakademie verlieh ihm den diesjährigen Ehrenpreis.
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