Verheerende Flächenbrände im Hohen Venn bleiben "unberechenbar"

Kampf gegen Feuer an deutscher Grenze:Verheerende Flächenbrände im Hohen Venn "unberechenbar"

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Das Feuer im Hohen Venn ist laut belgischem Innenminister "unberechenbar". Ein besonderes Augenmerk hat die Feuerwehr auf das Wetter - und rechnet mit starken Winden und Böen.

Rauch vom Waldbrand im Hohen Venn zieht über ein Feld, an dem ein Schild mit der Aufschrift "Willkommen in Nordrhein-Westfalen" die Staatsgrenze markiert.

In Belgien kämpfen Einsatzkräfte weiterhin nahe der deutschen Grenze gegen den Großbrand. Die Einsatzkräfte der Stadt Monschau bleiben nach der Evakuierung eines Ortsteils in Alarmbereitschaft.

18.08.2026 | 0:21 min

Im Naturschutzgebiet Hohes Venn in Belgien dauert der Kampf gegen die verheerenden Flächenbrände an. Beteiligt sind auch deutsche Einsatzkräfte, die von der Eifelstadt Monschau aus agieren.

Ein besonderes Augenmerk hat die Feuerwehr auf das Wetter. Monschaus Feuerwehr-Einsatzleiter Philipp Krüger rechnet mit starken Winden und Böen aus Richtung Südwest, weshalb man sich nun auf eine "ganz neue Lage" vorbereite, sagte er am Montag. Zugleich erwartet der Deutsche Wetterdienst für Monschau am Dienstag mehr Regen als am Vortag.

Carsten Thurau | ZDF-Reporter in Weismes/Belgien

Einsatzkräfte aus Belgien und Deutschland kämpfen gegen den Brand. Der angekündigte starke Wind "würde die Arbeit deutlich erschweren", berichtet ZDF-Reporter Carsten Thurau.

18.08.2026 | 2:53 min

Nachlöscharbeiten dürften Wochen dauern

Nach Angaben des belgischen Innenministers Bernard Quintin hatten günstige Wetterbedingungen die Ausbreitung des Waldbrands am Montag stark verlangsamt. Allerdings sei das Feuer unberechenbar, sagte er der Nachrichtenagentur Belga. Selbst wenn es unter Kontrolle gebracht werde, müsse man das Gebiet unter Wasser setzen, um ein erneutes Aufflammen zu vermeiden. Die Nachlöscharbeiten dürften demnach Wochen dauern.

Die Brandlinie war nach Angaben der Feuerwehr Monschau am Montagabend rund 2,3 Kilometer von der deutschen Landesgrenze entfernt. In mehreren Schichten waren demnach insgesamt 240 deutsche Einsatzkräfte von Feuerwehren, Technischem Hilfswerk, Rettungsdiensten und Polizei im Einsatz. "Wir müssen auf jeden Fall die ganze Nacht hier agieren und uns Bereiche freihalten", sagte der Sprecher der Feuerwehr Monschau, Tobias Schell, der Deutschen Presse-Agentur.

Siegfried Maier | Bundesvorsitzender Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft

"Wir müssen uns besser vorbereiten", fordert Feuerwehr-Gewerkschaftschef Siegfried Maier. Nötig seien mehr Budget, angepasste Ausrüstung und bessere Organisation von haupt- und ehrenamtlichen Kräften.

18.08.2026 | 5:06 min

30 Bewohner in deutscher Ortschaft evakuiert

Der Waldbrand im Hohen Venn ist einer der größten in der Geschichte Belgiens. Am Sonntagabend hatte er sich der deutschen Grenze so weit genähert, dass in Monschau-Kalterherberg etwa 30 Einwohner aus Sicherheitsgründen ihre Häuser verlassen mussten. Nach Angaben des Feuerwehrsprechers sind keine weiteren Evakuierungen geplant.

Deutscher Feuerwehrverband fordert stärkere Sensibilisierung

Der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, Karl-Heinz Banse, äußerte sich derweil skeptisch zu Verboten, Waldstücke bei großer Brandgefahr zu betreten. Theoretisch sei es möglich, dies zu untersagen, sagte Banse dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Aber es lässt sich in der Praxis kaum durchsetzen", betonte er. "Man kann einen Wald nicht absperren oder einzäunen." Die Polizei könne auch nicht für Kontrollen im Wald patrouillieren.

@fire Feuerwehrmann Sean Micke zugeschaltet ins Studio bei ZDFheute live

Um Brände zu stoppen oder zu kontrollieren, können gezielt Brände gelegt werden, berichtet Feuerwehrmann Sean Micke bei ZDFheute live. Das erfordere aber ein hohes Maß an Ausbildung.

17.08.2026 | 17:11 min

Der Verbandspräsident forderte stattdessen mehr Vorbeugung. "Wichtig wäre es, die Menschen stärker dafür zu sensibilisieren, wie gefährlich bestimmtes Verhalten im Wald sein kann - zum Beispiel in den Nachrichten, in Schulen oder über soziale Medien." So könnten etwa Lagerfeuer, illegales Grillen oder weggeworfene Zigaretten große Feuer auslösen. Auch die Ausbildung bei der Feuerwehr müsse sich ändern und die Bekämpfung von Waldbränden mehr trainiert werden, forderte Banse.

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichteten ZDFheute Xpress am 18.08.2026 um 07:30 Uhr sowie das ZDF-Morgenmagazin am 18.08.2026 ab 05:30 Uhr.

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