Wal in Ostsee: Wie das Ausland auf "Timmy" blickt

Gestrandeter Wal in Ostsee:"Deutschlands Lieblingswal": Wie im Ausland berichtet wird

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Der gestrandete Wal beschäftigt Deutschland seit Wochen. Obwohl es ethisch umstritten ist, gibt es mehrere Rettungsversuche. Im Ausland geht man mit solchen Fällen anders um.

Der gestrandete Buckelwal in der Bucht vor Poel.

Seit Wochen wird versucht, den gestrandeten Wal zu retten – ohne Erfolg. Die Debatte eskaliert, auch in sozialen Medien. Tierschützer warnen: Die Maßnahmen könnten dem Tier mehr schaden.

24.04.2026 | 2:48 min

In Deutschland beschäftigt das Wal-Drama viele Menschen - in anderen Ländern gibt es vielfach nur nüchterne Meldungen dazu. Auf Interesse stößt vor allem das große Aufsehen um das Tier hierzulande. Die "New York Times" schrieb von "Deutschlands Lieblingswal", um den ein Touristen- und Medienspektakel entstanden sei.

Ähnlich ist das Bild unter anderem in spanischen und portugiesischen Medien. Der Fall sei zu einem "Medienphänomen" geworden, bei dem lokale Nachrichtensender live über "selbst kleinste Veränderungen" des Zustands berichteten, schrieb die spanische Zeitung "El País". Und der staatliche portugiesische TV-Sender RTP verwies auf den Einfluss des "hitzigen" Wahlkampfs in Mecklenburg-Vorpommern.

Poel: Viel Lärm um geschwächten Wal

Vor der Ostsee-Insel Poel war Ende März ein rund zwölf Meter langer Buckelwal gestrandet. Die Behörden hatten nach einem Expertengutachten entschieden, ihn in Ruhe zu lassen.

Es kam zu viel Druck in sozialen Medien, teils angetrieben von populistischen Stimmungsmachern. Schließlich wurde entschieden, einer Privatinitiative Rettungsbemühungen zu erlauben. Seither gibt es viel Trubel und Lärm um das geschwächte Tier.

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25.04.2026 | 1:04 min

Portugal: Wal-Rettungsversuch in 2022 erfolglos

In Spanien und Portugal stranden Meeressäuger viel häufiger als in Deutschland. Eine verlässliche Statistik gibt es zwar nicht, aber nach Medienberichten dürften es zwischen 20 und 50 pro Jahr sein. Vor allem auf den zu Portugal gehörenden Azoren-Inseln im Atlantik, wo die natürlichen Wanderwege der Tiere verlaufen, werden immer wieder geschwächte oder kranke Tiere angespült.

Die meisten Strandungen betreffen Zwergwale, Pottwale und Delfine. Rettungsaktionen bleiben oft erfolglos, etwa im April 2022, als ein junger Pottwal südlich von Lissabon strandete. Tierschützer, Feuerwehrleute und die Polizei versuchten, das Tier mit Kränen, Planen und Wasser zurück ins Meer zu bringen. Der Wal starb jedoch. Eine Obduktion ergab, dass er krank war.

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Der gestrandete Buckelwahl liegt noch immer in der für ihn künstlich geschaffenen Kuhle vor der Insel Poel. „Es gibt weiterhin Hoffnung für das Tier“, so ZDF-Reporter Timm Kruse.

24.04.2026 | 1:52 min

Dänemark unternimmt keine Rettungsaktion

In Dänemark strandeten allein in diesem Jahr schon mehrere Wale, zuletzt im Februar etwa sechs Pottwale vor der Küste der Nordseeinsel Fanø. Nach Einschätzung der Umweltbehörde lebte mindestens eines der Tiere zunächst noch. Einen Rettungsversuch unternahmen die Dänen nicht. Auch einschläfern wolle man den Wal nicht, hatte die Umweltbehörde in Zusammenarbeit mit Tierärzten und Forschern zuvor beschlossen.

"Bei Walen, die größer als vier Meter sind, kann dies nicht auf eine ethisch und sicherheitsmäßig verantwortliche Weise passieren", hieß es. "Deshalb lassen wir den lebenden Pottwal am Strand von Sønderho in Ruhe, damit er friedlich sterben kann."

Wenn Menschen sich ihm näherten, würde das die Situation für den Wal nur verschlimmern, so die Einschätzung der Umweltbehörde im Februar.

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Das Rettungskonzept für den Wal soll erneuert werden. Die Initiative arbeitet Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) zufolge unter Hochdruck an einer Überarbeitung des Plans.

24.04.2026 | 4:33 min

Ausland: Natur soll ihren Lauf nehmen

Gemäß den Vorgaben des dänischen Umweltministeriums für den Umgang mit großen Meeressäugern gilt in dem deutschen Nachbarland generell die Praxis, gestrandete Tiere weder zu töten noch Rettungsversuche zu unternehmen - vielmehr solle die Natur ihren Lauf nehmen.

Auch an den Küsten der Walfangnation Japan strandeten schon häufig Wale. Kurzzeitige Berühmtheit erlangte ein etwa acht Meter langer Wal, der 2023 in der Mündung des Yodo-Flusses in der Millionen-Metropole Osaka gesichtet wurde. Neugierige strömten an die Bucht, um einen Blick zu erhaschen. Das Tier wurde immer schwächer und verendete schließlich. Eine Rettungsaktion gab es nicht.

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichteten verschiedene Sendungen, etwa das heute journal update am 25.04.2026 ab 00:15 Uhr und das ZDF-Mittagsmagazin am 24.04.2026 ab 12 Uhr.

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