Ukrainer in Hagen festgenommen:Mutmaßlicher Russland-Spion in U-Haft
Die Bedrohung durch russische Spionage im Zuge des Ukraine-Kriegs wächst: Die Bundesanwaltschaft hat einen weiteren mutmaßlichen Spion festnehmen lassen. Der Mann ist in U-Haft.
Ermittler haben in Hagen einen Ukrainer festgenommen, der mutmaßlich für einen russischen Geheimdienst spionierte. Er soll einen Mann ausgespäht haben, der für Kiew gegen Moskau kämpfte.
30.03.2026 | 0:28 minEin Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs hat am Samstag Haftbefehl gegen einen 53-jährigen Ukrainer erlassen. Der am Freitag in Hagen festgenommene Mann sitzt nun in Untersuchungshaft.
Die Bundesanwaltschaft wirft ihm vor, im Auftrag eines russischen Geheimdienstes Informationen über einen sich in Deutschland aufhaltenden Mann gesammelt zu haben. Dieser habe sich nach Beginn des russischen Angriffskrieges für ukrainische Streitkräfte an Kampfhandlungen beteiligt.
Die Ausspähaktion diente vermutlich auch der Vorbereitung weiterer geheimdienstlicher Operationen gegen die Zielperson in Deutschland.
Bundesanwaltschaft
Kein Zusammenhang zu früheren Festnahmen
Es ist nicht die erste Festnahme dieser Art. Erst vor einer Woche hatte die Bundesanwaltschaft in Rheine in Nordrhein-Westfalen eine 45 Jahre alte Rumänin und im spanischen Elda einen 43-jährigen Ukrainer festnehmen lassen.
In Berlin wurde eine mutmaßliche Russland-Spionin festgenommen. Sie soll Informationen zu Rüstungsstandorten und Drohnenlieferungen für den Krieg in der Ukraine weitergegeben haben.
21.01.2026 | 0:35 minSie sollen ebenfalls im Auftrag eines russischen Geheimdienstes einen Mann in Deutschland ausspioniert haben, der Drohnen und dazugehörige Bauteile in die Ukraine liefert. Einen Zusammenhang mit der aktuellen Festnahme gibt es nicht, wie eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft sagte.
Verschärfte Bedrohungslage durch russische Spione
Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine ist die Bedrohung durch russische Spionage, Sabotage und Desinformation nach Einschätzung des Bundesamts für Verfassungsschutz gewachsen. Eine Mischung aus staatlichen, staatlich gesteuerten sowie privaten Akteuren prägt demnach die nachrichtendienstliche Bedrohungslage durch Russland.
Die Bundesregierung wirft Russland hybride Angriffe auf Deutschland vor und hat den Botschafter einbestellt. Es geht um Cyberangriffe, Spionage, Sabotage und Wahlkampf-Einmischung.
13.12.2025 | 2:49 minZudem wird laut Verfassungsschutz eine Strategie russischer Akteure beobachtet, für Spionage- oder Sabotageaktionen Menschen aus dem kleinkriminellen Milieu anzuwerben, die gegen Bezahlung Aufträge übernehmen.
Hintergrund ist nach Einschätzung deutscher Sicherheitsbehörden, dass klassische Geheimdienstoperationen mit professionellen Spionen durch Sanktionen und die erhöhte Wachsamkeit westlicher Dienste schwieriger geworden sind.
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