Spenderherz erfroren: Zweijähriger Domenico in Italien gestorben

Spenderorgan bei Überführung tiefgekühlt:Junge stirbt nach misslungenem Transport von Spenderherz

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Seit Wochen bewegte das Schicksal von Domenico Italien. Der mit einem Herzfehler geborene Zweijährige sollte ein Spenderherz bekommen. Doch den Ärzten unterliefen Fehler.

Außenansicht des Monaldi-Krankenhauses, in dem einem Kind ein beschädigtes Herz transplantiert wurde. Nach einer misslungenen Herz-Transplantation wartet ein Zweijähriger in Neapel auf ein Ersatzorgan.

In Italien ist ein Junge nach einer misslungenen Herztansplantation gestorben. Verschiedene Staatsanwaltschaften ermitteln.

21.02.2026 | 0:36 min

Das Drama um einen herzkranken kleinen Jungen in Italien hat das befürchtete Ende genommen. Wie das Krankenhaus in Neapel mitteilte, starb der nicht einmal zweieinhalb Jahre alte Domenico "infolge einer plötzlichen und irreversiblen Verschlechterung seines klinischen Zustands" auf der Intensivstation.

Das Monaldi-Krankenhaus in Neapel am 18. Februar 2026.

Das Monaldi-Krankenhaus in Neapel am 18. Februar 2026.

Quelle: Imago

Der Fall sorgt in Italien seit Wochen für Schlagzeilen - auch, weil zuvor offensichtlich Fehler bei einem Eingriff gemacht wurden. Für den Jungen, der mit einem Herzfehler zur Welt kam, war kurz vor Weihnachten nach langem Warten endlich ein Spenderherz gefunden worden.

Das Herz eines Vierjährigen mit der gleiche Blutgruppe, der ertrunken war, sollte ihn retten. Beim Transport wurde es jedoch falsch gekühlt und dadurch schwer beschädigt. Ein Ärzteteam entschied am Mittwoch, dass eine neue Operation zur möglichen Transplantation eines neuen Herzens zwecklos sei - auch, weil andere Organe wie die Nieren inzwischen nicht mehr richtig funktionierten.

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Mutter: "Ich bin bis zum Schluss geblieben, dann war alles vorbei"

In der Mitteilung des Krankenhauses in der süditalienischen Stadt hieß es weiter, das gesamte medizinische Team stehe der Familie "in diesem Moment unermesslichen Schmerzes mit Respekt und aufrichtiger Anteilnahme" bei. Bereits in den frühen Morgenstunden hieß es aus der Klinik, der Zustand des Kleinen habe sich rapide verschlechtert, Kardinal Domenico Battaglia, der Erzbischof von Neapel, spendete ihm vor dem Tod noch die Krankensalbung.

Beim Verlassen des Krankenhauses schilderte die Mutter des Jungen, Patrizia Mercolino, die letzten Momente:

Ich bin bis zum Schluss geblieben, bis die Maschine abgeschaltet werden musste - und dann war alles vorbei.

Patrizia Mercolino, Mutter des verstorbenen Domenico

Sie kündigte an, eine Stiftung im Namen ihres Sohnes gründen zu wollen, "damit Domenico nicht vergessen wird und um anderen Kindern zu helfen".

Malte und Sarah Angelina sitzen auf dem Dach ihres Vans.

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Ärzteteam erklärt nochmalige Operation für sinnlos

Der Junge lag zuletzt fast zwei Monate im Krankenhaus, die meiste Zeit im Koma. Dort war er an eine sogenannte ECMO-Maschine angeschlossen, eine Art künstliche Lunge und künstliches Herz. Seither hoffte man, baldmöglichst ein weiteres Spenderherz zu finden - was aber nicht gelang.

Schließlich kam das Ärzteteam zu der Einschätzung, dass eine nochmalige Operation keinen Sinn mehr habe. Daraufhin wurde sein Name von der Warteliste der Patienten genommen, die auf ein Spenderherzen warten.

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Herz falsch gekühlt: Minus 80 statt plus vier Grad Celsius

Das Spenderherz wurde beim Transport von Bozen nach Neapel nicht wie üblich in herkömmlichem Eis gekühlt, sondern kam mit deutlich kälterem Trockeneis in Kontakt: etwa 80 Grad minus statt vier Grad plus. Dadurch sei es "buchstäblich erfroren", hieß es.

Weil die Ärzte dem Jungen jedoch das eigene Herz schon entnommen hatten, wurde das irreparabel beschädigte Organ trotzdem eingepflanzt. Am Leben hielt ihn die ECMO (Extrakorporale Membranoxygenierung), was aber nur für eine begrenzte Zeit gelingen kann.

Dirk ist mittig im Bild im Porträt zu sehen. Er sitzt im Krankenhausbett, hinter ihm sind medizinische Geräte zu erkennen. Er schaut rechts an der Kamera vorbei.

Rund 8500 schwer kranke Patientinnen und Patienten stehen derzeit in Deutschland auf der Warteliste für ein Organ. Dirk hofft auf ein passendes Spenderherz.

21.02.2023 | 28:50 min

Ermittlungen gegen Ärzte und Sanitäter

Aus Sicht anderer Ärzte wurde damit ein weiterer Fehler gemacht. Mit einem sogenannten Berliner Herz - eine Art Pumpe, die das Blut aus dem kaputten Herzen durch den Körper pumpt, bis ein Ersatzorgan gefunden ist - kann man deutlich länger überleben.

Inzwischen ermitteln verschiedene Staatsanwaltschaften gegen sechs Ärzte und Sanitäter. Die Kühlbox ist beschlagnahmt. Nach Medienberichten handelt es sich dabei um ein älteres Modell. Die Klinik in Neapel hat zudem interne Prüfungen eingeleitet. Die beteiligten Ärzte übernehmen bis auf Weiteres keine Herztransplantationen mehr.

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Eltern erfuhren aus der Zeitung von den Fehlern

Für Empörung sorgte auch, dass die Eltern nach eigenen Angaben von der Klinik wochenlang im Unklaren gelassen worden waren, warum die Transplantation misslang. Die Mutter berichtete später, sie habe alles erst aus der Zeitung erfahren.

Aktuell sind in Europa mehr als 13.000 Menschen dringend auf ein neues Organ angewiesen. Allein in Deutschland warteten nach Angaben der Stiftung Organtransplantation zum Jahresende mehr als 1.100 Menschen auf ein Spenderherz. Genaue Zahlen, wie viele Kinder darunter sind, liegen nicht vor.

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Quelle: dpa
Über das Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Junge in Italien stirbt nach Transplantation" am 21.02.2026 um18:09 Uhr.
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