Unwetter an Mittelmeerküste: Valencia unter Wasser - vier Tote

Sturmtief "Adam" fegt über Spanien:Tote bei Unwetter an Mittelmeerküste - Valencia unter Wasser

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Auf Spaniens Festland und den Balearen tobt ein Sturmtief. Besonders stark betroffen ist die Region um Valencia. Viele Straßen der Provinz stehen unter Wasser. Es gibt Tote.

Spanien, Valencia: Überschwemmte Straßen in Guardamar de la Safor nach Sturm "Adam"

Überschwemmte Straßen in Guardamar de la Safor (Valencia) nach dem Sturm "Adam".

Quelle: Manuel Bruque / epa

Schwere Unwetter haben beliebte Urlaubsregionen an der Mittelmeerküste von Spanien unter Wasser gesetzt und mindestens vier Menschenleben gefordert. In den Provinzen Valencia und Alicante wurden zahlreiche Straßen, Häuser und Campingplätze überschwemmt.

Einsatzkräfte befreiten Dutzende Menschen, die seit dem frühen Morgen unter anderem auf Dächern, in überfluteten Gebäuden oder in Fahrzeugen festsaßen, wie der TV-Sender RTVE und andere Medien unter Berufung auf die Behörden berichteten. Auch auf den Balearen-Inseln Mallorca und Ibiza gab es Überschwemmungen.

Bei den Rettungseinsätzen wurden unter anderem Hubschrauber und Boote eingesetzt. Und auch ein Surfbrett: Auf einem Polizei-Video ist zu sehen, wie eine 93-Jährige in Gandia damit in Sicherheit gebracht wird.

Nach dem Durchzug des Sturms Adam: Überschwemmte Straßen in Guardamar de la Safor, Valencia, Spanien, am 19. Oktober 2026.

Sturmtief "Adam" bringt heftigen Regen an Spaniens Mittelmeerküste. Für Teile Mallorcas galt zeitweise die höchste Unwetterwarnung, auf Ibiza und Formentera gibt es Überschwemmungen.

19.10.2026 | 0:22 min

Mehrstündige Ausgangssperre für zwischenzeitlich 145 Gemeinden

Die Regionalregierung der Autonomen Gemeinschaft Valencia rief die zweithöchste Notfallstufe aus und verhängte zunächst für 145 Gemeinden mit insgesamt mehr als 800.000 Einwohnern eine mehrstündige Ausgangssperre. Diese galt am Nachmittag aber nur noch für acht Gemeinden. Mehrere Orte sind wegen der Überschwemmungen jedoch weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten.

Besonders heikel war die Lage in Oliva. In der Küstengemeinde rund 70 Kilometer südlich der Provinzhauptstadt Valencia wurden heute zwei Leichen geborgen.

Die zwei ersten Todesopfer des Sturmtiefs "Adam" hatte es bereits am Wochenende gegeben. Eine Frau kam in Sagunto in der Provinz Valencia ums Leben, eine weitere Frau starb im katalanischen Cabrera de Mar.

Mehr als 600 Liter innerhalb von 24 Stunden

Nach Angaben von Bürgermeisterin Yolanda Pastor wurden in Oliva rund 2.000 Menschen von sieben Campingplätzen evakuiert. "Noch sind viele in ihren Häusern von den Wassermassen eingeschlossen", einige seien auf die Dächer geflohen, sagte die Bürgermeisterin im TV-Sender Antena 3. Ein Sprecher der Einsatzkräfte versicherte unterdessen, alle Menschen in lebensbedrohlicher Situation seien in Oliva bereits in Sicherheit gebracht worden.

Spanien, Valencia: Ein Blick auf die Schäden, die Sturm „Adam“ in Guardamar de la Safor (Valencia, Spanien) am 19. Oktober 2026 verursacht hat.

Ein Blick auf die Schäden, die Sturm "Adam" in Guardamar de la Safor (Valencia) verursacht hat.

Quelle: Manuel Bruque / epa

Nach Angaben des Wetterdienstes Aemet wurden in Oliva innerhalb von 24 Stunden mehr als 530 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen, in der Gemeinde Pego in Alicante sogar mehr als 620 Liter. Zum Vergleich: In Hamburg gibt es im langjährigen Durchschnitt knapp 800 Liter Niederschlag pro Jahr und Quadratmeter.

Erst vor knapp zwei Jahren war die Region Valencia von einer verheerenden Flutkatastrophe heimgesucht worden, bei der mehr als 220 Menschen ums Leben kamen.

Überschwemmungen auch auf Mallorca und Ibiza

Auf Mallorca blieb die Lage trotz der für die Nacht ausgerufenen höchsten Alarmstufe Rot vergleichsweise ruhig. In der Nacht registrierten die Rettungsdienste lediglich drei Zwischenfälle: umgestürzte Bäume und eine inzwischen behobene Einsturzgefahr. Vor allem in Calvià westlich der Inselhauptstadt Palma habe es aber Überschwemmungen und erhebliche Sachschäden gegeben, berichtete die Zeitung "Diario de Mallorca".

Die Polizei sperrt die Promenade „Passeig Sagrera“ in Palma für den Verkehr.

Sturmwarnung auf Mallorca: Die Polizei sperrte die Promenade Passeig de Sagrera in Palma für den Verkehr.

Quelle: Clara Margais / dpa

An den Flughäfen von Palma und Ibiza gab es bis zum Nachmittag insgesamt zwei Flugausfälle, 16 Flugumleitungen und Dutzende Verspätungen. Auf mehreren Balearen-Inseln war der Schulunterricht vorsorglich abgesagt worden.

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Quelle: dpa
Über das Thema berichtete das gemeinsame Morgenmagazin von ARD und ZDF am 19.10.2026 ab 05:30 Uhr.
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