Fastenmonat der Muslime: Warum fastet man an Ramadan?

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Fastenmonat beginnt:Warum fasten Muslime an Ramadan?

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Für Millionen Muslime weltweit beginnt die mehrwöchige Fastenzeit. Vier Wochen lang gelten für sie dann strenge Regeln. Was sich hinter dem Ramadan verbirgt.

Beleuchtung für Ramadan in Frankfurt

Für Muslime beginnt der Fastenmonat Ramadan. Die vierwöchige Fastenzeit beginnt traditionell mit der Sichtung der Neumondsichel. In Deutschland wird sie am Mittwochabend erwartet.

18.02.2026 | 0:18 min

Im Ramadan, dem neunten Monat im islamischen Kalender, fasten gläubige Muslime. Nach islamischer Überzeugung wurde dem Propheten Mohammed in diesem Monat der Koran offenbart.

Das Fasten gehört neben dem Glaubensbekenntnis, den fünf täglichen Gebeten, dem Almosengeben und der Pilgerfahrt nach Mekka ("Hadsch") zu den fünf sogenannten Säulen des Islam. Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um den Fastenmonat:

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22.06.2025 | 14:59 min

Ab wann wird gefastet?

Der Beginn des muslimischen Fastenmonats wird traditionell durch das Erscheinen der Neumondsichel bestimmt, was je nach geografischer Lage zu leichten Abweichungen führen kann.

Unter anderem in Saudi-Arabien, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, im Irak und im Libanon wurde Mittwoch, 18. Februar, als erster Tag des Fastenmonats festgelegt. In Syrien und in Jordanien wurde zunächst Donnerstag, 19. Februar, als erster Tag erklärt. Nach Angaben des Zentralrats der Muslime in Deutschland beginnt der Fastenmonat am Donnerstag.

Grafik: Ramadan

Was bedeutet der Fastenmonat Ramadan?

02.04.2023 | 1:24 min

Wer fastet im Ramadan?

Das Fastengebot gilt für alle ab der Religionsmündigkeit, das heißt ab dem Alter von etwa 14 Jahren.

Ausgenommen vom Fastengebot sind Kinder, Alte, Kranke, Schwangere und stillende Mütter, sowie Reisende und Soldaten im Krieg. Maßgeblich sind die Verse 183 bis 185 von Sure 2. Diese Koranpassage beginnt mit den Worten:

Ihr Gläubigen! Euch ist vorgeschrieben zu fasten, so wie es auch denjenigen, die vor euch lebten, vorgeschrieben worden ist.

Verse 183 bis 185 von Sure 2 im Koran

Welche Regeln gelten im Ramadan?

Zwischen dem Beginn der Morgendämmerung und dem Sonnenuntergang sind fastenden Muslimen das Essen, Trinken, Rauchen und Geschlechtsverkehr untersagt. Das Fasten soll verdeutlichen, dass die Hingabe an Gott einen höheren Wert hat als die menschlichen Bedürfnisse. Der Ramadan ist daher auch der Monat der Nächstenliebe und der guten Taten.

Mit dem "Iftar", dem gemeinsamen Abendessen, wird das Fasten täglich beendet. Häufig treffen sich die Gläubigen an den Abenden auch zum gemeinsamen Gebet in der Moschee oder rezitieren zu Hause Suren des Koran.

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Wann endet der Fastenmonat?

An den Ramadan schließt sich - in diesem Jahr ab dem 20. März - das dreitägige Fest des Fastenbrechens, arabisch "Id al Fitr", an. Im Türkischen heißt das Fest "ramazan bayram" ("Ramadanfest"). Es wird auch Zuckerfest genannt.

Warum verschiebt sich der Ramadan von Jahr zu Jahr?

Die islamische Kalenderrechnung orientiert sich anders als der im Westen gebräuchliche gregorianische Kalender am Mond und nicht an der Sonne. Demnach hat das Jahr nur rund 354 und nicht 365 Tage. So kommt es, dass der Ramadan zwar immer rund 30 Tage dauert, aber jedes Jahr um etwa elf Tage nach vorn wandert. Er kann also im Winter wie im Hochsommer liegen.

Der Anfang des Fastenmonats hängt von astronomischen Berechnungen und der Sichtung der Neumondsichel ab. Er beginnt und endet, wenn die Mondsichel nach Neumond erstmals wieder sichtbar ist. Daher kann der Beginn von Land zu Land unterschiedlich sein. Die großen islamischen Verbände in Deutschland haben sich 2008 auf einen gemeinsamen Zeitpunkt verständigt.

Dr. Harun Acaroglu

Am Ramadan fasten Muslime von Morgendämmerung bis Sonnenuntergang. Doch woher wissen sie die genauen Uhrzeiten, wann sie anfangen und aufhören müssen?

31.03.2023 | 12:36 min

Woher kommt der Begriff "Ramadan"?

Der Begriff leitet sich aus der arabischen Wurzel "ramida" ab und steht für "brennende Hitze und Trockenheit". Dabei soll die "brennende Hitze" nicht auf die Jahreszeit, sondern auf das Gefühl im Magen des Fastenden verweisen.

Das Fasten erinnert auch an die Offenbarung des Korans durch den Erzengel Gabriel an den Propheten Mohammed. Daran wird in der sogenannten "Nacht der Bestimmung" gedacht, meist am 27. Ramadan.

Was macht den Ramadan in diesem Jahr besonders?

Der Zeitpunkt. Denn diesmal beginnen die christliche und die muslimische Fastenzeit fast gemeinsam. Am Aschermittwoch, dem 18. Februar, gehen Christen in ihre Fastenzeit. Einen Tag danach beginnt der Ramadan.

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Im Christentum dauert die Fastenzeit bis Ostern. Der Erinnerung an den Tod und die Auferstehung Jesu sollen 40 Tage der Buße und Reinigung vorangehen. Früher wurde auch in den Wochen vor dem Weihnachtsfest, in der Adventszeit, gefastet, um sich auf das Fest der Geburt Jesu vorzubereiten. In den orthodoxen Kirchen ist das auch heute noch weit verbreitet.

Dieser Artikel wurde erstmals am 01.03.2025 publiziert und für die erneute Veröffentlichung am 18.02.2026 aktualisiert.

Quelle: KNA, EPD, ZDF
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 18. Februar 2026 um 7:11 Uhr.
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