Prozess in Las Vegas:Mord an Tupac Shakur vor 30 Jahren: War Rache das Motiv?
Jahrzehnte nach dem Tod von US-Rapper Tupac Shakur beginnt in Las Vegas der Prozess. Die Anklage spricht von einer Rache-Tat, die Verteidigung widerspricht. Was bisher bekannt ist.
Nach dem Mord an dem Rapper Tupac Shakur startet der Mordprozess gegen Duane "Keffe D" Davis. Er soll den Mord vor fast 30 Jahren beauftragt haben.
07.08.2026 | 0:49 minKnapp drei Jahrzehnte nach dem Mord an US-Rapper Tupac Shakur muss sich der Angeklagte Duane Davis in Las Vegas vor Gericht verantworten. Zu den Eröffnungsplädoyers am Montag (Ortszeit) erschien er mit Anzug und Krawatte vor Gericht.
Der frühere Gang-Anführer war unter anderem wegen Mordes mit Gebrauch einer tödlichen Waffe angeklagt worden. Vor Gericht plädierte er auf nicht schuldig. Im Fall einer Verurteilung droht dem 63-jährigen Verdächtigen eine lebenslange Gefängnisstrafe.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem 63-jährigen Angeklagten Duane "Keffe D" Davis vor, aus Rache die Tötung von Tupac Shakur orchestriert und die Tatwaffe bereitgestellt zu haben.
Quelle: AFPWas geschah in der Tatnacht?
Der auch als 2Pac bekannte Musiker war eine herausragende Persönlichkeit in der damals tobenden erbitterten Fehde zwischen Hip-Hop-Musikern von der West- und der Ostküste der USA. Der damals 25-Jährige wurde am 7. September 1996 in einem Auto in Las Vegas angeschossen und starb sechs Tage später im Krankenhaus.
Der Rapper war den Ermittlungen zufolge in der Tatnacht mit Suge Knight, Mitbegründer des für Gangsta-Rap bekannten Labels Death Row Records, unterwegs gewesen. Sie hatten sich in der Casino-Stadt einen Boxkampf von Mike Tyson angesehen.
Im Fall von Duane "Keffe D" Davis wurde nun eine Jury ausgewählt. Ihm wird vorgeworfen, den Mord an dem berühmten Rapper Tupac Shakur organisiert zu haben.
14.08.2026 | 0:45 minDanach war es in einem Hotel zu einer Schlägerei gekommen, bei der ein Neffe des Angeklagten von Shakur und dessen Gefolgsleuten verprügelt wurde. Der Angeklagte und sein Neffe gehörten demnach einer südkalifornischen Bande an, die mit der Gang, der Tupacs Begleiter Suge Knight nahestand, verfeindet war.
In der selben Nacht überholte dann ein weißer Cadillac mit Davis, dessen Neffen und weiteren Insassen an Bord Shakurs Wagen in Las Vegas. Aus dem Cadillac heraus wurden mehrere Schüsse abgefeuert, Shakur wurde tödlich verletzt.
Was sagt die Staatsanwaltschaft?
Zum Auftakt des Prozesses brachte die Anklage Rache als Motiv vor. Zur Vergeltung für den Angriff auf seinen Neffen habe der Angeklagte damals den Mordplan ausgeheckt, sagte Bezirksstaatsanwalt Binu Palal. Davis habe die Tatwaffe besorgt und sie dann im weißen Cadillac den hinten sitzenden Männern gereicht, um auf Shakur und Knight im fahrenden Auto zu schießen.
Das würden die Juroren quasi von dem Angeklagten selbst erfahren, führte der Staatsanwalt weiter aus. Der Mann hatte in der Vergangenheit mehrfach darüber gesprochen, dass er in dem weißen Cadillac gesessen habe, aus dem die Schüsse auf Tupacs Wagen abgefeuert wurden. Auch in seinen 2019 veröffentlichten Memoiren "Compton Street Legend" schrieb er über den Vorfall.
Was sagt die Verteidigung?
Verteidiger Michael Sanft wiederum beschrieb seinen Mandanten am Montag als Lügner und Angeber, der viele Dinge erfunden habe, um daraus Kapital zu schlagen. Es sei reine "Fiktion" und nicht etwa Tatsachen, wie es die Anklage darstellen würde.
Sanft hielt den Ermittlern zudem vor, dass bei der Untersuchung des Vorfalls viele Fehler gemacht worden seien. Die Mordwaffe wurde beispielsweise nie gefunden.
Warum gibt es erst jetzt einen Prozess?
Wegen mangelnder Beweise kamen die Ermittlungen zum Mord an Tupac Shakur jahrzehntelang kaum voran. Dies änderte sich 2019, als Davis seine Memoiren veröffentlichte. Darin schilderte er, dass er am fraglichen Abend vorn im Cadillac saß und den Männern auf der Rückbank eine Pistole gab. Wer genau schoss, schrieb Davis nicht. Alle anderen Männer, die damals mit ihm in dem Auto saßen, sind inzwischen tot.
Im September 2023 wurde Davis schließlich festgenommen. Er distanziert sich inzwischen von den Angaben in seinen Memoiren und beteuert seine Unschuld. In einem aus dem Gefängnis herausgegebenen Interview sagte er dem Sender ABC, die Ermittler könnten ihm noch nicht einmal nachweisen, dass er in der Tatnacht in Las Vegas gewesen sei. Stattdessen sei er in der Tatnacht in Los Angeles gewesen. Seine eigenen Memoiren habe er nie gelesen.
Wie geht der Prozess weiter?
Im Laufe des Verfahrens sollen unter anderem Polizisten, Augenzeugen, Angehörige und möglicherweise auch der Angeklagte aussagen. Prozessbeobachter gehen von einem mehrwöchigen Verfahren aus.
Rapper Mopreme Shakur, ein Stiefbruder von Tupac Shakur, meldete sich vor Prozessbeginn zu Wort. Das Ergebnis des Prozesses könne nur hinter den Erwartungen zurückbleiben, meinte der 59-Jährige. "Die Gerechtigkeit, die ich mir wünsche, würde ich niemals bekommen. Ich will meinen Bruder zurück", sagte der Musiker dem Sender BBC in einem Interview.
Pac hat keinen Prozess gekriegt. Er erhielt einfach ein Todesurteil.
Mopreme Shakur, Stiefbruder von Tupac
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