Fast 30 Jahre nach dem Mord:Tupac Shakur: Prozess um Mord an Rap-Legende beginnt
1996 wurde Tupac Shakur in Las Vegas erschossen, jahrzehntelang blieb der Mord ungeklärt. Nun steht mit Duane "Keffe D" Davis erstmals ein mutmaßlicher Drahtzieher vor Gericht.
Duane "Keffe D" Davis soll den Mord an 2Pac vor fast 30 Jahren beauftragt haben.
07.08.2026 | 0:49 minFast 30 Jahre nach den tödlichen Schüssen auf Rap-Legende Tupac Shakur beginnt mit der Auswahl der Geschworenen am Montag ein Prozess gegen den mutmaßlichen Drahtzieher. Nachdem der Fall jahrzehntelang ungeklärt geblieben war, war Duane "Keffe D" Davis im Jahr 2023 festgenommen und als mutmaßlicher Verantwortlicher für den Mord angeklagt worden.
Der mittlerweile 63-jährige Davis hatte in Interviews und in seinen 2019 erschienenen Memoiren "Compton Street Legend" selbst eingeräumt, dass er in dem weißen Cadillac gesessen habe, aus dem am 7. September 1996 die Schüsse auf Shakur abgefeuert wurden. Sechs Tage später erlag der Rapper im Krankenhaus seinen Verletzungen. Musikmogul Marion "Suge" Knight, der mit Shakur im Auto saß, überlebte.
Einer der einflussreichsten Rapper aller Zeiten
Tupac Shakur, auch bekannt als 2Pac, gilt als einer der einflussreichsten Rapper aller Zeiten. Er wurde nur 25 Jahre alt. Damals war die Rap-Szene überschattet von einer blutigen Fehde zwischen der Ost- und der Westküste der USA. Wenige Monate nach Shakur wurde The Notorious B.I.G. erschossen, ein weiterer wegweisender Rapper.
Zwischen den beiden war ein Streit entbrannt, nachdem Shakur während eines Raubüberfalls in der Lobby eines Tonstudios im New Yorker Stadtteil Manhattan 1994 schwer verletzt worden war. Shakur beschuldigte damals B.I.G. und dessen Plattenlabel-Chef Sean "Diddy" Combs öffentlich, über die Tat Bescheid gewusst zu haben, was beide vehement bestritten.
Rapper Sean "Diddy" Combs muss weiter im Gefängnis bleiben. Der zuständige Richter wies einen Entlassungsantrag auf Kaution ab, zum dritten Mal.
28.11.2024 | 0:26 minWer gab die Schüsse ab?
Zum Zeitpunkt seines Todes war der jetzt wegen Shakurs Tod angeklagte Davis Anführer der Gang South Side Compton Crips. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, den Mord orchestriert und die Tatwaffe bereitgestellt zu haben. In "Compton Street Legend" hatte er selbst als Co-Autor beschrieben, wie er die Waffe auf den Rücksitz geworfen habe, von wo aus sie abgefeuert wurde.
Orlando "Baby Lane" Anderson, der Neffe von Davis, wurde verdächtigt, die Schüsse abgegeben zu haben. Gegen ihn wurde aber nie Anklage wegen des Mordes erhoben. Er starb zwei Jahre nach Shakurs Tod bei einer damit nicht in Zusammenhang stehenden Bandenschießerei in Kalifornien. Zwei weitere Personen - Deandrae "Freaky" Smith und Terry "Bubble Up" Brown - befanden sich ebenfalls im Auto, sind aber inzwischen auch verstorben.
Sean "Diddy" Combs bestreitet jegliche Beteiligung
Während des auf einen Monat angesetzten Verfahrens werden 35 bis 45 Zeugen vor Gericht erwartet. Zwei mögliche prominente Zeugen, die wichtige Erkenntnisse in dem Fall liefern könnten, sitzen derzeit im Gefängnis. "Suge" Knight, der mit Shakur im Auto saß, verbüßt in Kalifornien eine Haftstrafe von 28 Jahren, weil er im Januar 2015 vor einem Burger-Stand einen Mann überfahren und getötet hat. Er hat bereits erklärt, er werde im Fall Davis nicht aussagen. Dessen Verteidiger Michael Sanft sagte der Nachrichtenagentur AP, Knight könnte Davis als einziger lebender Augenzeuge entlasten, sollte er doch noch vor Gericht erscheinen.
Hip-Hop-Mogul Sean "Diddy" Combs ist in New York in Zusammenhang mit Prostitution zu gut vier Jahren Haft verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte über elf Jahre gefordert.
04.10.2025 | 1:37 minFans hatten zudem darüber spekuliert, ob auch Combs aussagen könnte. In seinem Buch hatte Davis behauptet, der Chef des Ostküsten-Labels Bad Boy Records habe seine Westküstenrivalen Knight und Shakur tot sehen wollen und ihm Geld angeboten, um sie umzubringen. Combs bestreitet seit langem jegliche Beteiligung an den Schüssen. Er verbüßt derzeit in New Jersey eine Haftstrafe von vier Jahren und zwei Monaten wegen Prostitutionsvorwürfen in Zusammenhang mit Sexpartys.
Ein Sprecher von Combs antwortete nicht auf per E-Mail gesendete Anfragen, ob er aussagen werde, und sein Name taucht auf keiner Zeugenliste auf.
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