Nach Lungenoperation und Krebsdiagnose:Papst Leo XIV. kann Krankenhaus verlassen
Nach einer Lungenoperation und Krebsdiagnose von Papst Leo XIV. darf er das Krankenhaus nun verlassen. Die Genesungsaussichten seien positiv, einiges bleibt aber unklar.
Viele hofften und hoffen auf eine gute Genesung von Papst Leo XIV. (Symbolbild).
Quelle: AP / Gregorio BorgiaPapst Leo XIV. kann wenige Tage nach seiner Krebsoperation die Gemelli-Klinik verlassen. Das Oberhaupt der katholischen Kirche werde heute in den Vatikan zurückkehren und am Sonntag das Angelus-Gebet sprechen, teilte der Vatikan mit.
Klinisches Gesamtbild gut
Leo war nach Angaben der Ärzte bei einer Operation am Dienstag der untere Lappen seines rechten Lungenflügels entfernt worden, in dem sich ein bösartiger Tumor befand. Erneute Blutuntersuchungen und radiologische Kontrollen seines Brustkorbs sowie die Beurteilung des klinischen Gesamtbildes hätten jetzt gezeigt, dass der 71-Jährige so weit sei.
Zuvor war Papst Leo XIV. erfolgreich an der Lunge operiert worden. Der 71-Jährige hatte sich in einer Klinik in Rom einem Eingriff zur Entfernung eines Knotens unterzogen.
14.10.2026 | 2:04 minGenesung macht Fortschritte
Leos Genesung macht offenbar gute Fortschritte. Am Vortag hatte er sogar schon mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert und ihn zu einem Waffenstillstand in der Frontstadt Oleschky im Süden der Ukraine aufgefordert. Nun teilte der Pressedienst des Vatikans mit, die Entscheidung zur Entlassung des Papstes beruhe auf neuen von seinen Ärzten vorgelegten Untersuchungsergebnissen.
Er wird das Krankenhaus am frühen Nachmittag verlassen und in den Vatikan zurückkehren. Morgen wird er das Angelus-Gebet vom Fenster der päpstlichen Wohnung aus sprechen.
Mitteilung des Vatikans
Schon zuvor waren die Mitteilungen zur Genesung des 71-Jährigen sehr positiv gewesen. Leo habe sich am Freitag einer Blutuntersuchung und einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs unterzogen. Dabei sei "eine anhaltende Verbesserung seines Gesundheitszustands" festgestellt worden, so der Vatikan. Im Gemelli-Krankenhaus zelebrierte das Oberhaupt der katholischen Kirche zusammen mit einigen Angestellten sogar wieder eine Messe.
Papst Leo XIV. hatte selbst bekanntgegeben, dass Ärzte kürzlich einen Knoten in seiner Lunge festgestellt haben. Dieser sei in einem frühen Stadium.
11.10.2026 | 0:32 minPapst dankt Klinik-Personal
Behandelt und operiert wurde Leo in der Klinik im Nordwesten Roms, in der es einen eigenen Trakt für den Papst gibt. Der Vatikan veröffentlichte drei Tage nach der OP erstmals Bilder aus dem Krankenhaus. Darauf ist zu sehen, wie der Pontifex in einer Kapelle der Klinik im Stehen eine Messe feiert. Der gebürtige US-Amerikaner habe sich beim gesamten Personal der Klinik für deren Arbeit bedankt, hieß es.
Leo bekommt inzwischen Physiotherapie, was ihm nach der Entfernung des unteren Lappens seines rechten Lungenflügels beim Atmen helfen soll. Seine normalen täglichen Aktivitäten könne er völlig selbstständig ausführen. Weitere Angaben machten die Ärzte bisher nicht.
Bereits unmittelbar nach Bekanntgabe äußerte sich Mediziner Christoph Specht bei "Volle Kanne". Es spreche "sehr viel für eine sehr gute Prognose".
14.10.2026 | 2:33 minDamit bleibt unbekannt, ob der Papst nach dem 90-minütigen Eingriff nun krebsfrei ist. Bei dem entfernten Knoten handelte es sich um ein sogenanntes Lungenadenokarzinom. Experten zufolge ist dies die häufigste Form von Lungenkrebs.
Ein Lungenadenokarzinom ist ein primär in der Lunge entstandener Tumor - es handelt sich nicht um Metastasen eines anderen Tumors.
Lungenkrebs wird in zwei Hauptgruppen unterteilt: die sogenannten nicht-kleinzelligen Karzinome, die häufigste Art von Lungenkrebs, und die kleinzelligen Karzinome, die deutlich aggressiver sind und nach Angaben der Amerikanischen Krebsgesellschaft etwa zehn bis 15 Prozent der Lungenkrebserkrankungen ausmachen.
Das Lungenadenokarzinom gehört zur ersten Gruppe und ist die häufigste Form von Lungenkrebs.
Lungenkrebs ist laut WHO weltweit die häufigste krebsbedingte Todesursache. Die Prognose hängt bei Lungenkrebs stark von der genauen Krebsart und vom Stadium des Tumors zum Zeitpunkt der Diagnose ab.
Das Lungenadenokarzinom kann nach Angaben des Amerikanischen Lungenverbands ALA sehr gut behandelt werden, wenn es früh erkannt wird. Wenn die Behandlung in einem frühen Stadium beginnt und der Tumor bei einem chirurgischen Eingriff vollständig entfernt wird, liege die sogenannte Fünf-Jahres-Überlebensrate bei 80 bis 98 Prozent.
Quelle: AFP
Am Sonntag um 12 Uhr wolle Leo XIV. wie gewohnt das Mittagsgebet von seinem Arbeitszimmer hoch über dem Petersplatz leiten. Vor seiner Entlassung wolle er zudem am Samstagmittag wie bereits am Freitag eine Messe in einem dafür eigens eingerichteten Raum auf der zehnten Etage des Krankenhauses feiern.
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