Komikerin über ihren Schlaganfall:Gaby Köster: "Ich habe gesagt, du kriegst mich nicht"
von Christiane Lange
Gaby Köster spricht offen über ihren Schlaganfall, finanzielle Sorgen und ihren Blick auf Medien - und sie richtet einen deutlichen Appell an junge Menschen.
Die Kölnerin nimmt kein Blatt vor den Mund und hat dabei geholfen, den Weg für Frauen im TV zu ebnen. In der ZDF-Dokumentation "Was haben wir gelacht" spricht sie über ihre Erfahrungen.
03.07.2026 | 2:14 minGaby Köster blickt auf ihr Leben, ihre Karriere und schwere Rückschläge zurück. Im Interview mit ZDFheute spricht sie über Durchhaltewillen, Kritik an Medienbildern und persönliche Herausforderungen.
Ihr Leben nach dem Schlaganfall
Es ist ein besonderes Jahr für Gaby Köster. Ihr "Drecksschlag" ist dieses Jahr volljährig geworden. 2008, mit gerade mal 46 Jahren, erlitt sie einen schweren Schlaganfall. Er kostete sie einen Teil ihrer Karriere und ihre Bewegungsfreiheit. Immer wieder muss sie im Rollstuhl sitzen. Ihre linke Körperhälfte ist gelähmt.
Dieser Drecksschlag hat mein Leben zwar verändert, aber ich habe immer gesagt, du kriegst mich nicht, weil ich mache das auch für meine Familie, die immer an meiner Seite stand, für meine Mutter, für meinen Sohn.
Gaby Köster, Komikerin
Karriere-Stopp und finanzielle Sorgen
In den neunziger Jahren war Privatfernsehen ohne sie nicht denkbar. "7 Tage 7 Köpfe" oder die mehrfach ausgezeichnete Sendung "Ritas Welt" machten sie berühmt. Die Kölnerin mit der Schnodderschnauze, die so redet wie ihr der Mund gewachsen ist. Der Frau, der Konventionen egal sind.
Daran hat der Schlaganfall nichts geändert. An ihrer finanziellen Situation schon. Anfangs lebte sie von ihrem Ersparten, mittlerweile von einem Kredit, sagt sie. Ihre Lage sei:
Beschissen, gestrunzt, sag ich mal. Weil es kommen leider selten Jobs rein, und ich kann ja auch nicht mal hüpfen und springen, wie ich will, ne?
Gaby Köster, Komikerin
Ob ihr das zu schaffen macht? "Ja, klar!" Aber Aufgeben komme für sie nicht in Frage. "Farbe hilft mir, ich habe dann irgendetwas bunt gesprüht, Klamotten oder so, oder Bilder gemacht und einfach Farbe ins Leben gebracht. Mein nächstes Objekt: ich habe so eine alte Kommode von meiner Mutter in dunklem Holz und da mache ich mir jetzt eine Shabby-Chic-Kommode draus mit Kalkfarbe."
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07.07.2026 | 0:22 minGaby Köster: Neues Projekt und neue Sichtweisen
Der Schlag lässt einen die Seite wechseln. Während Gaby Köster früher im Rampenlicht stand, kann sie heute mit Abstand darauf blicken. In der neuen vom ZDF-koproduzierten Dokumentation "Was haben wir gelacht" (Kinostart: 16.7.2026) ist sie eine von fünf Frauen (Hella von Sinnen, Bettina Böttinger, Esther Schweins und Maren Kroymann), die zurückblicken auf das Frauenbild im deutschen Fernsehen der 1990er Jahre und das der frühen 2000er Jahre.
Ich fand das super und habe mir auch gedacht, es wird mal Zeit, im Zeitalter der Reality-Shows mal zu zeigen, wie die Reality früher war und was sich ändern muss, auch heute.
Gaby Köster, Komikerin
Im Jahr 2026 zeigt sich wieder, dass Ü50-Frauen in Hollywood sehr gefragt sind. Dafür stehen Schauspielerinnen wie Helen Mirren, Viola Davis und Jane Fonda - und sie alle haben noch viel vor.
05.02.2026 | 3:31 minFernsehen von früher: Eine Männerdomäne
Die 64-Jährige hat als junger Mensch ein Fernsehen erlebt, in dem hauptsächlich Männer vor der Kamera standen und Frauen hübsche Assistentinnen waren. Als Beispiel nennt sie die Sendungen des Moderators Hans-Joachim Kulenkampff. "Das Verrückte ist, früher, ich war Kind, da war einem das ja nicht bewusst. Aber den Herrn Kulenkampff, den konnte ich überhaupt nicht ab, als Kind schon nicht. Der war für mich so die Kategorie, der steht nachts in Hauseingängen und vor allen Dingen war er auch noch ein Klugscheißer, was mir sehr widerlich war, als Kind schon."
Weniger Social Media und mehr Selbstbewusstsein
Heute schaut sie kaum noch Fernsehen. "Ich bin auch nicht so der Netflix-Gucker. Und Nachrichten gucke ich nur einmal die Woche, weil ich sonst die Krise kriege," sagt sie und äußert sich kritisch zu gesellschaftlichen Entwicklungen und den von Social Media vermittelten Bildern. "Wenn man sich die Leute beguckt, die Social Media haben (…) da geht ja auch kein normaler Mensch drüber. Ich fände es wichtiger, die Menschen selbstsicher zu machen, auch gerade die jungen Menschen, die es nicht einfach haben heutzutage in dieser Welt."
Eine Expertenkommission der Bundesregierung hat Empfehlungen vorgelegt, um Kinder und Jugendliche im Internet mehr zu schützen.
24.06.2026 | 2:45 minGleichzeitig richtet sie einen direkten Appell an junge Menschen: "Glaubt an euch. Macht was Schönes. Und versucht zu relaxen. Es ist okay, auch mal nichts zu machen!" Jungen Frauen empfiehlt sie: "Lasst euch nix gefallen, macht den Mund auf!"
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