Berichte von Toten und Verletzten:Erdbeben auf Philippinen - Tsunami-Warnungen aufgehoben
Vor der Küste der Philippinen ist ein schweres Erdbeben registriert worden. Zwischenzeitlich galten Tsunami-Warnungen. Es gibt Berichte über Tote und Verletzte.
Vor der philippinischen Insel Mindanao hat es ein Erdbeben gegeben. Das Beben der Stärke 7,8 ließ Gebäude einstürzen, mindestens ein Mensch starb. Für die Region gilt eine Tsunami-Warnung.
08.06.2026 | 0:24 minEin schweres Erdbeben hat die südlichen Philippinen erschüttert und zwischenzeitlich Tsunami-Warnungen in mehreren Ländern ausgelöst. Philippinischen Behördenangaben zufolge sind 15 Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 129 weitere wurden nach jüngsten Angaben des Zivilschutzes bei dem Erdstoß am Montagmorgen verletzt. Die Schadensbewertung und die Erfassung weiterer Opfer dauerten an. Berichten zufolge könnten zudem Menschen in einer Schule eingeschlossen sein.
Das Beben der Stärke 7,8 hatte am Morgen (Ortszeit) die südliche Insel Mindanao erschüttert, Gebäude einstürzen lassen und Menschen in Panik auf die Straßen getrieben. Besonders betroffen war die Stadt General Santos City mit rund 700.000 Einwohnern. Nach Angaben des Zivilschutzes wurden dort die meisten Todesopfer registriert.
Die Momenten-Magnituden-Skala misst, wie stark ein Erdbeben war.
Tsunami-Warnungen nach Erdbeben aufgehoben
Die zunächst ausgegebenen Tsunami-Warnungen wurden inzwischen weitgehend aufgehoben. Das US-Tsunami-Warnzentrum hatte zuvor vor Wellen von bis zu drei Metern Höhe gewarnt. Das philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie (Phivolcs) registrierte in sechs Küstengebieten Flutwellen von bis zu 1,4 Metern Höhe und beobachtete die Lage zunächst weiter. Phivolcs sprach am frühen Nachmittag zudem von mehr als 180 teils heftigen Nachbeben. Das schwerste hatte eine Stärke von 6,7.
Auch in Indonesien, wo die Erdstöße ebenfalls deutlich zu spüren waren, wurden kleinere Tsunami-Wellen registriert. Der Meeresspiegel stieg nach Angaben der zuständigen Behörde jedoch nur leicht an. Die dortige Tsunami-Warnung wurde ebenfalls aufgehoben.
Die philippinische Katastrophenschutzbehörde erhielt derweil Berichte über Schäden an Schulen, Krankenhäusern, Einkaufszentren und Kirchen. Mehrere Gebäude auf Mindanao stürzten teilweise oder ganz ein. Der Flughafen von General Santos City wurde vorübergehend geschlossen.
Die Gesteinsplatten der Erdkruste sind ständig in Bewegung. Sie können sich verhaken und eine enorme Spannung aufbauen. Löst sich diese ruckartig, bebt die Erde.
26.09.2022 | 1:44 min"Ich dachte, es wäre mein Ende"
Das Beben traf die Region um 07:37 Uhr (Ortszeit) am ersten Schultag des neuen Schuljahres. An Schulen und Behörden fanden vielerorts gerade Flaggenzeremonien statt - Glück im Unglück, denn zahlreiche Schüler, Lehrkräfte und Beschäftigte hielten sich gerade im Freien auf. An einer Schule in der Provinz Davao del Sur stürzte nach Angaben der Schulleitung ein Gebäude ein. Verletzt wurde niemand.
Der Unterricht wurde in den betroffenen Gebieten ausgesetzt, ebenso die Arbeit in vielen öffentlichen und privaten Einrichtungen.
Viele Menschen reagierten panisch auf die heftigen Erdstöße. "Ich dachte, es wäre mein Ende. Ich habe einfach angefangen zu beten", sagte die Provinzreporterin Noreen Ygonia lokalen Medien. "Es hat so heftig gebebt, dass ich mich kaum bewegen konnte." Eine Bewohnerin der Stadt Koronadal sagte: "Wir haben nur noch geschrien, weil wir solche Angst hatten."
Philippinen und Indonesien liegen am Pazifischen Feuerring
Präsident Ferdinand Marcos Jr. sicherte den Betroffenen staatliche Unterstützung zu. Die nationale Regierung werde Mindanao nicht alleine lassen, erklärte er. Er stehe in ständigem Kontakt mit den regionalen Behörden vor Ort. Die Bevölkerung hatte er zuvor aufgerufen: "Begeben Sie sich jetzt in höher gelegene Gebiete. Warten Sie nicht." Das Leben der Menschen sei wichtiger als alles, was sie zurücklassen müssten.
Die Philippinen und Indonesien liegen am Pazifischen Feuerring - einem gigantischen, hufeisenförmigen Vulkangürtel. Dort treten besonders häufig starke Erdbeben und Vulkanausbrüche auf, weil mehrere Erdplatten aneinanderstoßen.
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