Wuppertal: Feuer an Synagoge gelegt - Zentralrat alarmiert

Zentralrat spricht von "Brandanschlag":Feuer an Wuppertaler Synagoge gelegt

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Ein 37-Jähriger soll einen Brand vor der Synagoge in Wuppertal gelegt haben - drei Tage vor dem jüdischen Feiertag Jom Kippur. Der Zentralrat der Juden sieht darin ein Muster.

Die Bergische Synagoge an der Gemarker Straße in Wuppertal (Nordrhein-Westfalen).

An der Bergischen Synagoge in Wuppertal ist Feuer gelegt worden. Niemand wurde verletzt. Der Staatsschutz ermittelt gegen einen 37-Jährigen.

17.09.2026 | 0:26 min

Auf einer Treppe an einem Nebeneingang der Bergischen Synagoge in Wuppertal ist am frühen Donnerstagnachmittag ein Feuer gelegt worden. "Das Feuer konnte sehr schnell gelöscht werden von den Angehörigen der Synagoge", berichtete ein Sprecher der Polizei in Nordrhein-Westfalen.

Verletzt worden sei niemand. Der Sachschaden sei gering. Die Staatsschutzabteilung sei eingeschaltet worden. Zuerst hatte die "Jüdische Allgemeine" darüber berichtet.

Polizei: Tatverdächtiger handelte allein

Tatverdächtig ist laut Polizei ein 37 Jahre alter Mann mit afghanischer Staatsangehörigkeit. Er sei polizeibekannt und habe nach ersten Erkenntnissen allein gehandelt. Der Staatsschutz habe die Ermittlungen aufgenommen, hieß es in einer Mitteilung.

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Der Mann soll laut Polizei um 14:00 Uhr eine brennbare Flüssigkeit auf den Treppenstufen vor der Tür ausgebreitet und angezündet haben. Um welche Flüssigkeit es sich handelte, wurde zunächst nicht bekannt.

Die Bergische Synagoge war 2002 eröffnet worden. Der Jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal gehören laut Zentralrat der Juden gut 2.000 Menschen an.

Zentralrat spricht von "Brandanschlag"

Der Zentralrat sprach in einer Stellungnahme von einem "Brandanschlag". "Erneut ist es in der Zeit der jüdischen hohen Feiertage zu einem Anschlag auf eine Synagoge gekommen", erklärte Zentralratspräsident Josef Schuster.

Der Täter habe den Anschlag am helllichten Tag durchgeführt. "Von Unrechtsbewusstsein oder Scham fehlt jede Spur."

Dieses Vorgehen bezeugt die fortschreitende Normalisierung des Judenhasses, auf die unsere Gesellschaft bisher keine Antwort gefunden hat.

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden

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Brand drei Tage vor höchstem jüdischen Feiertag

Der Zeitpunkt sei nicht zufällig gewählt. "Er erinnert an den Anschlag von Chanukka 2025 in Sydney, Jom Kippur 2025 in Manchester sowie den Anschlag in Halle 2019."

Es bleibt das Muster antisemitischer Gewalt, Feiertage auszuwählen, um Angst zu verbreiten und jüdisches Leben immer weiter aus der Öffentlichkeit zu verdrängen.

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden

In drei Tagen beginnt der höchste jüdische Feiertag Jom Kippur. "Alle Synagogen werden voll sein", so Schuster. Die Sicherheitsbehörden seien in der Pflicht, die Sicherheit der Gottesdienste zu gewährleisten. "Wir wollen und werden uns nicht davon abhalten lassen, unsere Religion zu leben."

In der Nähe von Manchester kam es am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur zu einem Anschlag auf eine Synagoge. Mindestens zwei Menschen wurden getötet.

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Die Orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschland erklärte in einer Mitteilung: "Wer jüdisches Leben angreift, greift unsere Demokratie an. Jüdinnen und Juden müssen in Deutschland sicher leben und ihren Glauben sichtbar ausüben können, ohne Angst und ohne sich bedroht zu fühlen."

Täter von 2014 hatten Bewährungsstrafen erhalten

In Wuppertal wurde bereits 2014 ein Brandanschlag auf die Synagoge verübt. Damals waren drei Palästinenser verantwortlich. Im Prozess hatten sie gestanden, Brandsätze auf die Synagoge geschleudert zu haben. Sie gaben an, damit die Aufmerksamkeit auf den Gaza-Konflikt lenken zu wollen.

Zwei von ihnen, 24 und 29 Jahre alt, erhielten Anfang 2015 wegen versuchter schwerer Brandstiftung Bewährungsstrafen unterschiedlicher Dauer - nach einer Berufung wurden sie 2016 zu jeweils einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung verurteilt. Ein 18-Jähriger wurde nach Jugendstrafrecht zu einer Bewährungsstrafe ohne konkretes Strafmaß verurteilt.

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Feuer an Wuppertaler Synagoge gelegt" am 17.09.2026 um 20:55 Uhr.

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