Europol: Schlag gegen Missbrauchs-Netzwerke

Sexuelle Gewalt:Europol: Schlag gegen Missbrauchs-Netzwerke

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Internationale Ermittler sind gegen Sexualstraftäter-Netzwerke vorgegangen. Sie sollen ihre Partnerinnen betäubt, sexuell missbraucht und sich darüber im Netz ausgetauscht haben.

Blick auf das Gebäude der EU-Polizeibehörde Europol in Den Haag.

Internationale Ermittler haben Sexualstraftäter-Gruppen im Netz ins Visier genommen. Im Fokus der Ermittlungen stehen Männer, die ihre Partnerinnen betäuben und missbrauchen.

02.07.2026 | 0:27 min

Internationale Ermittler sind nach einem Bericht von Europol erstmals gezielt gegen Online-Netzwerke von Männern vorgegangen, die ihre Partnerinnen betäuben und dann sexuell missbrauchen. Aufnahmen von dem Missbrauch würden sie dann ins Netz stellen.

156 mutmaßliche Opfer und Täter seien identifiziert worden, teilte Europol in Den Haag mit. An dem "Projekt Medusa" waren maßgeblich das Bundeskriminalamt und das Hamburger Landeskriminalamt beteiligt.

Laut Bundesjustizministerin Hubig ist die Verjährungsfrist bei Vergewaltigung mit fünf Jahren zu kurz. Nun soll sie auf 20 Jahre angehoben werden.

Bei der Frühjahrstagung der Justizminister forderte Bundesjustizministerin eine Anhebung der Verjährungsfrist bei Vergewaltigung von fünf auf 20 Jahre.

12.06.2026 | 1:43 min

Europol: 274 neue Spuren nach Einsatz

Der Einsatz im Juni führte nach Angaben von Europol zu 274 neuen Spuren. Insgesamt waren neun Länder am Einsatz beteiligt. Deutsche und britische Behörden hatten die Leitung. Die europäische Polizeibehörde koordinierte den Einsatz.

Einzelheiten über Täter oder Opfer, wie etwa Heimatländer, nannte Europol mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht.

Ermittler entdecken vier neue Netzwerke

Täter sind nach Angaben von Europol vorwiegend Männer, die ihre eigenen Partnerinnen erst betäuben und sie dann sexuell missbrauchen. Aufnahmen davon würden sie dann in frauenfeindlichen Gruppen in sozialen Medien teilen.

Dort tauschten die Täter auch ihre Erfahrungen aus sowie Tipps. Sie informierten auch über die Wirksamkeit der Drogen oder Betäubungsmittel und wie man sich diese beschaffen kann. Im Zuge der jüngsten Operation waren vier neue solcher Netzwerke entdeckt worden.

K.O.-Tropfen in Gläsern

K.O.-Tropfen bei Vergewaltigungen werden künftig härter bestraft. So ist es im neuen Gesetz von Justizministerin Hubig geregelt, das die Bundesregierung beschlossen hat.

13.05.2026 | 1:53 min

Europol: 57 Festnahmen seit April

Diese Verbrechen erinnern an den Fall der Französin Gisèle Pelicot. Sie war von ihrem damaligen Ehemann Dominique über knapp zehn Jahre immer wieder betäubt, missbraucht und Dutzenden Fremden zur Vergewaltigung angeboten worden.

Das "Projekt Medusa" war im April gestartet worden, mit dem Ziel, die Online-Netzwerke hinter diesem Missbrauch zu zerschlagen. Seit April wurden Europol zufolge in den beteiligten Ländern 57 Männer festgenommen und 158 Opfer in Sicherheit gebracht. Im Juni hatte die niederländische Polizei nach Hinweisen ihrer britischen und deutschen Kollegen vier mutmaßliche Täter festgenommen.

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete das ZDF mehrmals, unter anderem am 12.6.2026 in den heute-Nachrichten ab 19 Uhr und am 02.07.2026 in der heute Xpress ab 18:24 Uhr.

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