Festspiele von Cannes:Film von deutscher Regisseurin Grisebach ausgezeichnet
Zum Abschluss der Filmfestspiele in Cannes hat die ZDF/arte-Ko-Produktion "Das geträumte Abenteuer" den Preis der Jury erhalten. "Vaterland" mit Sandra Hüller ging leer aus.
Regisseurin Valeska Grisebach bei ihrer Dankesrede
Quelle: epa | SEBASTIEN NOGIERDer Film "Das geträumte Abenteuer" der deutschen Regisseurin Valeska Grisebach ist beim Filmfestival von Cannes mit dem Preis der Jury ausgezeichnet worden. "Europa steht für mich für die Zusammenarbeit zwischen den Ländern", sagte Grisebach am Samstag in ihrer Dankesrede.
Grisebachs Film erzählt die Geschichte einer Archäologin, die in ihre Heimat im Grenzgebiet zwischen Bulgarien und der Türkei zurückkehrt. Der Große Preis der Jury gilt als drittwichtigste Auszeichnung in Cannes.
Zahlreiche neue Filme feiern in Cannes Premiere. Promis wie Pedro Almodovar, Andy García und Vicky Krieps strahlten auf dem roten Teppich im Kampf um die Goldene Palme.
20.05.2026 | 0:44 minDie Goldene Palme ging an den rumänischen Regisseur Cristian Mungiu für seinen Film "Fjord". Der Große Preis der Jury, die zweitwichtigste Auszeichnung des Festivals, ging an den russischen Regisseur Andrej Swjaginzew für seinen gesellschaftskritischen Thriller "Minotaur".
- Goldene Palme: Cristian Mungiu für "Fjord"
- Großer Preis der Jury: Andrej Swjaginzew für "Minotaur"
- Preis der Jury: Valeska Grisebach für "Das geträumte Abenteuer"
- Beste Regie: Javier Calvo und Javier Ambrossi für "The Black Ball" ("La bola negra"), Pawel Pawlikowski für "Vaterland"
- Beste Schauspielerinnen: Virginie Efira und Tao Okamoto für "All of a Sudden" ("Soudain") von Ryusuke Hamaguchi
- Beste Schauspieler: Emmanuel Macchia und Valentin Campagne für "Coward" von Lukas Dhont-
- Bestes Drehbuch: Emmanuel Marre für "A Man of His Time" ("Notre Salut")
Goldene Palme: Deutschsprachioger Film "Vaterland" geht leer aus
Der deutschsprachige Film "Vaterland" des polnischen Regisseurs Pawel Pawlikowski ging im Rennen um die Goldene Palme leer aus. Im Vorfeld galt er als einer der Favoriten auf die Trophäe. Pawlikowski wurde allerdings als bester Regisseur ausgezeichnet.
Der Schwarz-Weiß-Film erzählt von der intimen Vater-Tochter-Beziehung zwischen dem berühmten Schriftsteller Thomas Mann (Hanns Zischler) und seiner Tochter Erika (Sandra Hüller), die durch das in Trümmern liegende Deutschland im Jahr 1949 reisen.
Stars, Glamour – aber kaum große Blockbuster: Das Filmfestival in Cannes zeigt sich zur Halbzeit von einer anderen Seite. Ein Blick hinter die Kulissen - jenseits des roten Teppichs.
20.05.2026 | 4:31 minDas Magazin "Deadline" sprach von einer "Meisterklasse künstlerischer Disziplin" und lobte die Hauptdarstellerin Sandra Hüller mit den Worten: "Eigentlich kann Hüller alles." "Vaterland" ist mit knapp 90 Minuten Spiellänge der kürzeste Film im Wettbewerb.
Jury entscheidet über Preise in Cannes
Über die Preisträger in Cannes entscheidet eine Jury - in diesem Jahr unter dem Vorsitz des südkoreanischen Regisseurs Park Chan-wook.
Der Hauptpreis des Filmfestivals ist die Goldene Palme. Sie wird seit Jahren von dem Schmuckunternehmen Chopard gefertigt. Sieben Handwerker arbeiten in der Schweiz rund 40 Stunden an jeder Trophäe. 1946 feierte das Festival zwar Premiere - die erste Goldene Palme wurde aber erst 1955 vergeben. Zuvor konnten sich die Gewinner des "Grand Prix du Festival International du Film" über eine Urkunde und ein zeitgenössisches Kunstwerk freuen.
Seit 1997 gibt es eine überarbeitete Trophäe. Der Materialwert ist unbekannt. Er wird aber auf über 20 000 Euro geschätzt. Erst eine Frau wurde bislang mit der Trophäe ausgezeichnet: Die Neuseeländerin Jane Campion gewann 1993 für "Das Piano" - und musste sich den Preis teilen mit dem Chinesen Chen Kaige ("Lebewohl, meine Konkubine").
Zwei Goldene Palmen gingen bislang nach Deutschland: Als erster deutscher Regisseur wurde Volker Schlöndorff 1979 für "Die Blechtrommel" ausgezeichnet (und teilte sich den Preis mit dem Amerikaner Francis Ford Coppola; "Apocalypse Now"). 1984 gewann Wim Wenders mit "Paris, Texas". Acht Regisseure gewannen bereits zwei Goldene Palmen: der US-Amerikaner Francis Ford Coppola, der Japaner Shohei Imamura, der bosnisch-serbische Filmemacher Emir Kusturica, der Däne Bille August, das belgische Brüderpaar Jean-Pierre und Luc Dardenne, der Österreicher Michael Haneke und der Brite Ken Loach.
Am Abend wurde auch US-Schauspielerin Barbra Streisand mit einer Ehrenpalme ausgezeichnet. Streisand bedankte sich in einer Videoansprache. "Das Kino besitzt diese magische Fähigkeit, uns miteinander zu verbinden, unsere Herzen und unseren Geist zu öffnen."
Zum Beginn des Festivals waren dem neuseeländische Regisseur Peter Jackson und dem US-Schauspieler John Travolta mit Goldenen Ehrenpalmen verliehen worden. Julianne Moore erhielt den Sonderpreis "Women In Motion" für ihre Karriereleistung und den Einsatz für die Gleichberechtigung von Frauen.
Es ist wieder so weit: Das Filmfestival Cannes wurde offiziell eröffnet. Die goldene Ehrenpalme ging an Regisseur Peter Jackson. Auch Heidi Klum strahlte trotz Verletzung auf dem roten Teppich.
13.05.2026 | 1:04 minMehr zu den Filmfestspielen in Cannes
Filmfestival in Cannes endet:Das sind die Favoriten für die "Goldene Palme"
Teresa Corceiro, Cannesmit Video6:36Große Träume in Cannes:Warum das Filmfestival eine Bühne für Nachwuchs-Talente ist
Luis Jachmann, CannesFilmfestspiele gehen in die zweite Woche:Sandra Hüller und das deutsche Kino in Cannes
Gudula Moritz, Cannesmit Video6:32"Das ist größer als ein Oscar":Cannes: John Travolta mit Goldener Ehrenpalme ausgezeichnet
mit Video1:00