"Schwarzer Tag für Forschungsstandort":Großbrand in Darmstädter Forschungsinstitut
Auf dem Gelände des Helmholtzzentrums in Darmstadt hat es einen schweren Brand gegeben - der Rauch war kilometerweit sichtbar. Ein Großprojekt könnte sich nun verzögern.
Kilometerweit ist die dichte Rauchwolke über Darmstadt sichtbar. Auslöser für den grauen Himmel ist ein Brand im GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung im Stadtteil Wixhausen.
05.02.2026 | 0:45 minEine große Rauchsäule und zahlreiche Einsatzkräfte: Ein Feuer auf dem Gelände einer Darmstädter Forschungseinrichtung hat einen hohen Schaden angerichtet. Es brach am Morgen aus zunächst unbekannter Ursache aus, wie die Feuerwehr mitteilte.
Das Feuer beim GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung betraf die Stromversorgung einer bereits bestehenden Anlage zur Teilchenbeschleunigung. Auf dem Gelände entsteht derzeit zudem eine neue Anlage, in die mehrere Milliarden investiert werden. Der neue Beschleuniger soll helfen, Fragen etwa der Raumfahrt und der Medizin zu erforschen.
"Wir müssen in Europa ganz anders zusammenarbeiten", so Dorothee Bär (CSU), Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt über die Raumfahrt-Strategie Deutschlands und 50 Jahre ESA.
30.05.2025 | 5:24 minProbelauf für Milliarden-Projekt verschiebt sich
Der Termin für einen Probelauf des neuen Teilchenbeschleunigers, der für Dezember geplant sei, sei nach jetzigem Kenntnisstand nicht mehr zu halten, sagte der Forschungsminister von Hessen, Timon Gremmels (SPD). Welche Auswirkungen das Feuer auf das internationale Großprojekt in Gänze habe, müsse abgewartet werden.
Insofern ist das heute auch ein schwarzer Tag für den Forschungsstandort.
Timon Gremmels (SPD), hessischer Forschungsminister
Man gebe alles, dass das Großprojekt höchstens zeitlich etwas verzögert werde. Bisherigen Angaben nach sollte Ende 2027 mit ersten Experimenten und Ende 2028 auch mit dem neuen 1,1 Kilometer langen Beschleunigerring geforscht werden.
Der neue Teilchenbeschleuniger trägt den Namen "Fair" (Facility for Antiproton and Ion Research - Anlage zur Forschung mit Antiprotonen und Ionen). 2024 war der Kostenrahmen mit rund 3,3 Milliarden Euro angegeben worden.
Der Wissenschaftsstandort Deutschland galt seit langem international als führend. Doch andere Länder haben aufgeholt und sind innovativer geworden. Wo steht Deutschland heute?
09.12.2025 | 3:04 minKurzschluss bei Stromversorgung, keine Verletzten
Über den Brandort und die Auswirkungen des Feuers hatte es am Vormittag unterschiedliche Angaben gegeben. Einem Sprecher des Forschungszentrums zufolge wurde das Feuer von einem Kurzschluss ausgelöst. Dieser sei bei der Vorbereitung auf ein Hochfahren der bestehenden Anlage zur Teilchenbeschleunigung in deren Hochspannungsversorgung aufgetreten. Zu Schäden konnte der Sprecher keine Angaben machen. Die neue Anlage sei nicht betroffen.
Verletzt wurde bei dem Brand niemand. Die Feuerwehr setzte ein Großaufgebot in Gang und sprach von einem erheblichen Sachschaden. Der Alarm ging dort gegen 6.30 Uhr ein. Er rechne mit einem Einsatz "mindestens bis in die späten Abendstunden", sagte Christian Wagner von der Feuerwehr Darmstadt. .
"Dramatische Situation" für Forschungszentrum
Eine Sprecherin des Forschungszentrums sprach von einer "dramatischen Situation". Zum Ausmaß des Schadens gebe es noch keine Angaben. Der Werkschutz habe das Gelände geräumt. Die Mitarbeiter hätten den Ort verlassen.
Die Bevölkerung wurde in einem größeren Umkreis vor Brandgasen gewarnt. Man solle Fenster und Türen geschlossen halten und Lüftungs- und Klimaanlagen abstellen. Laut Feuerwehr wurden bei ersten Messungen jedoch keine Gefahrstoffe in der Luft nachgewiesen.
Die Warnungen vor Geruchsbelästigung galten unter anderem auch für das fast 30 Kilometer entfernte Frankfurt sowie den Flughafen.
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