Vor 50 Jahren: Linienflüge in Überschall:Faszination Concorde: Champagner am Rand des Weltalls
von Dominik Müller-Russell
Paris – New York in dreineinhalb Stunden: Heute vor 50 Jahren nahm die Concorde ihren Linienflugbetrieb auf. Ein Flugzeug insbesondere für die Reichen, Schönen und Überschall-Fans.
Von Europa nach Amerika in 3,5 Stunden – die Concorde markierte ein neues Zeitalter der Luftfahrt– bis hin zu ihrem tragischen Absturz im Jahr 2003. Es ist die Geschichte einer Legende.
20.01.2026 | 11:28 minDie Concorde galt als der Inbegriff von Eleganz, und sie war ein technisches Wunderwerk. Gestartet als französisch-britisches Gemeinschaftsprojekt, glaubte man damals Ende der 1950er-Jahre tatsächlich, dass der Mensch künftig nur noch mit Überschallgeschwindigkeit fliegen würde.
"Aus heutiger Sicht ist die Concorde ein völliger Anachronismus", erklärt der Hamburger Luftfahrt-Experte Andreas Spaeth, der selbst sieben Mal mit ihr geflogen ist. "Sie ist laut, extrem spritdurstig und ineffizient, weil ja nur hundert Passagiere hineinpassen." Doch all das spielte damals keine Rolle.
Es ging ums Prestige, solch ein Flugzeug bauen zu können. Man hat gemerkt: wenn man schneller als der Schall fliegt, dauert ein Flug eben weniger als halb so lang. Und das wollte man gerne erreichen, als Fortschritt für die Menschheit.
Andreas Spaeth, Luftfahrt-Experte
Die Concorde hebt ab, die Anschnallpflicht im Pkw kommt, Amerikaner feiern Geburtstag. Das war das Jahr 1976.
24.03.2023 | 8:24 min
Der Mythos Concorde
Die Passagiere flogen in 18 Kilometer Höhe, am Rand des Weltraums, und genossen dabei Champagner, Kaviar und Hummer. Doppelte Schallgeschwindigkeit erreichte die Concorde dabei, also knapp 2.500 km/h.
Viel mit bekam man davon nicht an Bord, weil die Referenzpunkte am Boden fehlten, so hoch über den Wolken.
Wenn man nach oben geschaut hat, war alles pechschwarz: der Weltraum. Und man konnte die Erdkrümmung erkennen.
Andreas Spaeth, Luftfahrt-Experte
Und weiter berichtet er, dass die Concorde sozusagen kurz davor war, aus der Luftfahrt eine Raumfahrt werden zu lassen.
In drei Stunden von Paris nach New York. Die Concorde ließ die Welt zusammenrücken. Dank Überschall-Geschwindigkeit. Nun kommt ein Nachfolger.
12.01.2024 | 28:09 minConcorde-Jungfernflug im Jahr 1969
1969 startete die Concorde zum ersten Mal. Doch es sollte noch acht Jahre dauern, bis das Flugzeug ausgereift und die Piloten trainiert waren. Am 21. Januar 1976 starteten zeitgleich - um der Rivalität zwischen Franzosen und Briten Genüge zu tun - zwei Concordes im Linieneinsatz: eine Air France-Maschine von Paris nach Rio de Janeiro, eine British Airways-Maschine von London nach Bahrain.
Ein paar Monate später bekam die Concorde dann auch eine Landeerlaubnis für New York, bis alle Umwelt- und Lärmschutzbedenken ausgeräumt waren. Dies sollte dann die Stammstrecke werden: London - New York und Paris - New York, in jeweils dreieinhalb Stunden.
Den Traum vom Fliegen gibt es schon immer. Um ihn zu verwirklichen, wurde viel versucht – oft mit unglücklichem Ausgang. Doch zwei Brüder aus Ohio entdeckten das Geheimnis des stabilen Fluges.
30.09.2020 | 41:51 minConcorde: ein Flugzeug für die Elite
Die elegante Concorde wurde zum Spielzeug der Reichen und Schönen. Bei Geschäftsleuten und Diplomaten war sie beliebt, aber vor allem Models, Schauspieler und der Adel nutzten sie. Bei kaum einem Verkehrsmittel dürfte die Promidichte höher gewesen sein.
Queen Elisabeth II. war so oft an Bord, dass sie regelmäßig die Piloten im Cockpit zum Plausch besuchte. Paul McCartney soll mit seiner Gitarre die Mitreisenden unterhalten haben, Sting hat Champagner ausgeschenkt - es ging fast schon familiär zu an Bord.
"Je weiter vorn, desto wichtiger war die Person", hat Andreas Spaeth auf seinen Flügen beobachtet. Er traf unter anderem auf Herzogin Fergie, Paul McCartney und Hugh Grant. "Nur Michael Jackson war bekannt dafür, lieber in der allerletzten Reihe zu sitzen. Er wollte seine Ruhe", bemerkte der Luftfahrt-Experte.
Wie sicher ist Fliegen?
13.01.2018 | 24:07 minTragische Zäsur: Concorde-Absturz im Jahr 2000
Der Absturz am 25. Juli 2000 in Paris, bei dem 113 Menschen ums Leben kamen, bedeutete das vorläufige Aus der Concorde. Nach technischen Nachbesserungen durfte die Concorde ein Jahr später zwar wieder starten, doch die Passagiere blieben aus.
13.000 Euro für einen Hin- und Rückflug: Das wollte sich kaum jemand mehr leisten. Wirtschaftlich war die Concorde sowieso nie. Frankreich und Großbritannien hatten die Entwicklung finanziert und ihren Fluggesellschaften sozusagen kostenlos auf den Hof gestellt. Doch selbst der tägliche Betrieb, mit einem geschenkten Flugzeug, lohnte sich nicht mehr. 2003 war die Ära dann endgültig vorbei, Air France und British Airways stellen die Flüge ein.
Die Concorde war ein riesiges Milliardengrab, aber sie hat sehr viele Menschen beflügelt, bis heute. Verschenkt war das Geld wohl nicht
Andreas Spaeth, Luftfahrt-Experte
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