Intendantenwahl im ZDF:Zweite Amtszeit für Norbert Himmler
von Christel Haas
Norbert Himmler bleibt Intendant des ZDF. Der Fernsehrat des Senders hat ihn am Freitagvormittag im Amt bestätigt. Er war einziger Kandidat.
Der ZDF-Fernsehrat in Mainz hat Norbert Himmler als Intendanten wiedergewählt. Der 55-Jährige steht seit fünf Jahren an der Spitze des Senders und wurde für weitere fünf Jahre gewählt.
13.03.2026 | 0:22 minFünf weitere Jahre liegen vor Norbert Himmler an der Spitze des ZDF. Der 55-Jährige war einziger Kandidat. Die Gegenkandidatin, die Journalistin Floria Fee Fassihi, hatte ihre Kandidatur zurückgezogen.
In seiner Bewerbungsrede sagte Himmler:
Ich persönlich will mich auch in den kommenden Jahren dafür einsetzen, dass das ZDF ein relevanter Faktor für unsere Demokratie und den Zusammenhalt in der Gesellschaft ist.
Norbert Himmler, ZDF-Intendant
Insgesamt waren sieben Bewerbungen eingegangen. Um zur Wahl zugelassen zu werden, müssen Bewerber von mindestens einem Fernsehratsmitglied unterstützt werden. Das war nur bei Himmler und Fassihi der Fall. Nach Fassihis Rückzug blieb also nur ein Kandidat übrig - der amtierende Intendant.
Erforderlich für die Wahl ist eine Mehrheit von drei Fünfteln der Mitglieder, also mindestens 36 von 60 Stimmen. Für Himmler stimmten in geheimer Abstimmung 48 von 53 anwesenden Mitgliedern, es gab zwei Enthaltungen und drei Nein-Stimmen.
Unter Himmler startete "Ein ZDF für alle"
Himmler ist seit 2022 Intendant des ZDF. Unter ihm begann der Strategieprozess "Ein ZDF für alle", mit dem der Sender auf die sich wandelnde Mediennutzung reagiert: klares Profil, inhaltliche Vielfalt, um alle Altersgruppen zu erreichen, und deutlich mehr digitale Angebote. Die Ausspielwege werden vernetzt. Neu eingeführt wurde unter anderem das Online-Panel ZDFmitreden, um einen Austausch mit dem Publikum zu ermöglichen.
Auch das Forschungsprojekt Public Spaces Incubator soll den digitalen, wertschätzenden Dialog in der Gesellschaft fördern. Diesen Prozess will Himmler in den kommenden fünf Jahren weiterführen.
An erster Stelle steht weiterhin die Akzeptanz in der Gesellschaft. Ohne Akzeptanz für das ZDF können wir unseren Auftrag nicht erfüllen.
Norbert Himmler, ZDF-Intendant
Mitreden statt nur zusehen! Das ZDF bietet vielfältige Möglichkeiten für Zuschauer sich am Programm zu beteiligen.
13.11.2024 | 0:30 minMit dem Reformstaatsvertrag der Länder kamen zusätzliche Herausforderungen: Weniger TV-Kanäle, mehr Zusammenarbeit mit der ARD wurden darin gefordert. Zusammen mit der ARD hat Himmler das gemeinsame Streaming-Netzwerk an den Start gebracht, die Spartenkanäle neo und info werden künftig gemeinsam betrieben, so wie das bereits bei Phoenix und KiKa der Fall ist.
Zur Umsetzung des Reformstaatsvertrags arbeiten ARD und ZDF künftig noch enger zusammen, insbesondere beim Ausbau digitaler Kanäle.
04.03.2026 | 1:58 minSchon seit 1997 im ZDF
Norbert Himmler kennt das ZDF. 1997 begann er dort als freier Mitarbeiter in der heute-Redaktion. Nach seinem Redaktionsvolontariat arbeitete er als Reporter im ZDF-Landesstudio Rheinland-Pfalz und als Redakteur beim Länderspiegel. 2002 wurde er Programmreferent des ZDF-Chefredakteurs und leitete die Abteilung Planungsredaktion.
2008 leitete er die Hauptredaktion "Spielfilm/Dokukanal", ein Jahr später die Hauptredaktion "Spielfilm/ZDFneo". Er war Gründungschef des neuen Digitalsenders ZDFneo.
Programm für die gesamte Gesellschaft
Im April 2012 wurde Himmler zum Programmdirektor berufen. Er begann damit, das Programmangebot zu modernisieren, mit dem Ziel, auch jüngere Zuschauer zu gewinnen. In seiner Amtszeit erhielten zahlreiche ZDF-Produkte Auszeichnungen und Preise: etwa "Die Reise der Menschheit", "Unsere Mütter, unsere Väter" und die "heute-Show".
Im März 2022 wurde Himmler erstmals zum Intendanten gewählt, nachdem seine Mitbewerberin Tina Hassel nach dem zweiten Wahlgang ihre Kandidatur zurückgezogen hatte. Jetzt wurde er in seinem Amt bestätigt. An Herausforderungen wird es dem alten und neuen Intendanten nicht fehlen.
Christel Haas ist Leiterin des ZDF-Landesstudios Rheinland-Pfalz.
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