Reformstaatsvertrag:ARD und ZDF bündeln ihr Angebot - und schalten drei Sender ab
Zur Umsetzung des Reformstaatsvertrags arbeiten ARD und ZDF künftig enger zusammen, ein Hauptaugenmerk gilt der Schaffung digitaler Kanäle. Drei Sender werden jedoch eingestellt.
ARD und ZDF werden in Zukuft noch enger zusammenarbeiten und vor allem die Schaffung von digitalen Angeboten verstärken.
Quelle: dpaMit dem Reformstaatsvertrag, der am 1. Dezember 2025 in Kraft getreten ist, wurden neue Grundlagen für die Arbeit des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks geschaffen. Nach dem Willen der Bundesländer soll er effizienter und schlanker werden. Das hat auch Auswirkungen auf die Anzahl und Struktur der Angebote: Der Reformstaatsvertrag schreibt ARD und ZDF vor, die Anzahl der linearen Kanäle zu reduzieren und diese nur noch gemeinsam zu veranstalten.
ZDF-Intendant: "Das Beste aus beiden Welten"
ARD und ZDF setzen diese Reformvorgaben um und werden künftig noch enger zusammenarbeiten - mit einer klaren Ausrichtung an den jüngeren Zielgruppen. So werden Doppelstrukturen vermieden, Medienangebote gebündelt und die Zahl der Radio- und TV-Programme wird reduziert.
ZDF-Intendant Norbert Himmler erklärt: "Da kommt das Beste aus beiden Welten zusammen, auch wenn das für ZDF und ARD keine leichte Arbeit war. Sie ist aber in einer sehr konstruktiven und zukunftsorientierten Atmosphäre erfolgt."
Wir haben uns dabei an den Interessen der Zielgruppen orientiert und die Angebote ausgewählt, zu denen wir als starke Partner gemeinsam das bestmögliche Programm zusammenstellen können.
Norbert Himmler, ZDF-Intendant
Digitale Nutzung im Mittelpunkt
Gemeinsam wollen ARD und ZDF zudem starke digitale Angebotsmarken schaffen. Für den Übergang wird die lineare Reichweite der gemeinsam veranstalteten Programme genutzt - auch in Hinblick auf die Sichtbarkeit und Distribution.
Die drei nutzungsstärksten Programme in den Bereichen Information, Bildung, Dokumentation und junge Erwachsene werden fortgeführt und bilden die Basis für die Zusammenarbeit. Das sind von jetzt an:
- phoenix von ARD und ZDF: gemeinsames Informationsangebot mit ARD aktuell, ZDFheute, Parlaments- und Ereignisberichterstattung sowie begleitenden Gesprächssendungen
- neo von ARD und ZDF: gemeinsames Angebot für junge Erwachsene
- info von ARD und ZDF: gemeinsamer linearer Dokumentationskanal
Folgende lineare Kanäle werden dagegen zum 31. Dezember 2026 abgeschaltet:
- ARD alpha
- tagesschau 24
- ONE
- der deutsch-französischen Kulturkanal arte
- 3sat (Federführung ZDF)
- KiKA (Federführung ARD/MDR)
- funk (Federführung ARD/SWR)
- info – der Dokumentationskanal von ARD und ZDF (Federführung ZDF)
- neo von ARD und ZDF (Federführung ZDF)
- phoenix von ARD und ZDF (Federführung ARD/WDR)
In den kommenden Monaten werden gemeinsame Arbeitsgruppen von ARD und ZDF die weitere Gestaltung der zentralen Rahmenbedingungen entwickeln. Dafür müssen etwa Programmplanungen, Abstimmungsprozesse, Workflows bis hin zum Probebetrieb vor dem eigentlichen Start am 1. Januar 2027 der neuen gemeinsamen Kanäle erarbeitet werden.