Ausbruch in Basel:Legionellen: Wie gefährlich sind die Bakterien?
von Katja Belousova
In Basel sind mehrere Menschen durch Legionellen erkrankt. Es gibt einen Toten. Auch in Berlin gab es einen Ausbruch. Für wen sind die Bakterien gefährlich?
In Basel haben sich innerhalb von zwei Wochen 28 Menschen mit der Legionärskrankheit infiziert. Die Ursache war wohl ein Kühlturm, der mittlerweile stillgelegt wurde.
05.08.2026 | 0:27 minDurch kontaminiertes Wasser haben sich in Basel in der Schweiz mehrere Menschen mit Legionellen angesteckt, eine Person starb infolgedessen an der Legionärskrankheit. Zuvor kam es bereits in einem Berliner Seniorenwohnheim zu einem Legionellen-Befall. Woher kommen die Bakterien? Fragen und Antworten.
Legionellen in Basel: Was ist passiert?
In den vergangenen zwei Wochen sind nach Angaben der Schweizer Behörden in Basel 28 Menschen an der Legionärskrankheit erkrankt, eine Person ist gestorben. Die Betroffenen mussten teils auf der Intensivstation behandelt werden.
Der Ausbruch lässt sich wahrscheinlich auf zwei mit Wasser betriebene Kühlturme auf dem Dach eines Gebäudes in der Stadt zurückführen. Mittlerweile sei dieser laut Gesundheitsdepartement stillgelegt. Das Wasser sei mit Legionellen kontaminiert gewesen.
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26.05.2026 | 7:00 minWas sind Legionellen?
Legionellen sind Bakterien, die in Wasser vorkommen. Dort vermehren sie sich vor allem im Zellinneren von Einzellern wie Amöben, ideal sind dafür Wassertemperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius. "Bei Wassertemperaturen oberhalb von 55°C wird das Legionellenwachstum wirksam gehemmt, bis es oberhalb von 60°C schließlich zum Absterben der Keime kommt", schreibt das Robert-Koch-Institut (RKI).
Legionellen können auch in kaltem Wasser vorkommen, sich bei Temperaturen unter 20°C aber nicht mehr nennenswert vermehren.
Robert-Koch-Institut
Die Hitzewelle Ende Juni brachte viele in Gefahr: Bei über 40 Grad und teils überlasteten Notaufnahmen gab es laut RKI in Deutschland über 4.000 mehr Tote als statistisch erwartet.
09.07.2026 | 1:34 minWie verbreiten sich die Keime?
Legionellen-Gefahr entsteht nicht durchs Trinken des Wassers, sondern durch das Einatmen von Wasserdampf. Wie das deutsche Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit schreibt, kann es durch beispielsweise Duschen, Whirlpools, Luftbefeuchter oder Wasserhähne zu einer Ansteckung mit dem Bakterium kommen. Aber auch durch Verdunstungskühlanlagen und Kläranlagen.
Das Schlucken von kontaminiertem Wasser birgt indes keine Infektionsgefahr, da die Legionellen im Magen von der Magensäure abgetötet werden.
Robert-Koch-Institut
Die Gefahr einer Ansteckung steigt vor allem im Sommer und Herbst - nicht nur wegen des wärmeren Wassers. Grund dafür seien laut RKI auch Urlaubsreisen und die damit verbundenen Infektionsrisiken in Hotels oder Whirlpools sowie die Ansammlung von Wasser in den heimischen Rohrleitungen während eines Urlaubs.
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31.07.2026 | 2:41 minWelche Krankheiten verursachen die Bakterien?
Die Keime stehen vor allem im Zusammenhang mit der Legionärskrankheit, einer schweren Form der Lungenentzündung. Symptome sind dann vor allem Husten, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Fieber, zum Teil auch Bauchschmerzen und Durchfall. Da es sich um Bakterien handelt, lässt sich eine Infektion mit Legionellen mit Antibiotika behandeln.
Eine Infektion kann auch zum sogenannten Pontiac-Fieber führen, das sich durch grippeähnliche Symptome ohne Lungenentzündung äußert. Meist heilt es nach wenigen Tagen von allein aus.
"Das ist kein Virus, das sich verbreitet",sagt der Präsident des RKI, Lars Schaade zum Vergleich mit dem Corona-Virus. "Im Moment sieht es gut aus": Alle Kontakte seien ermittelt.
10.05.2026 | 3:23 minWie gefährlich sind Legionellen?
Gesunde Menschen müssen sich in der Regel wenig Sorgen wegen Legionellen machen. Ein höheres Risiko besteht für Menschen, die rauchen, alt oder immungeschwächt sind. Besonders häufig betroffen sind ältere Menschen. Erst vor wenigen Wochen kam es nach einem Befall mit Legionellen in einem Seniorenwohnhaus in Berlin zu zwei Todesfällen.
In einem Seniorenwohnhaus in Berlin-Tegel hat es diesen Juli einen Legionellenbefall gegeben. Fünf Mieter kamen ins Krankenhaus, zwei von ihnen sind gestorben. Der Befall wurde am 8. Juli bekannt. Das zuständige Gesundheitsamt Reinickendorf geht davon aus, dass die Legionellen zu den beiden Todesfällen führten.
Quelle: dpa
Unter Berufung auf eine RKI-Sprecherin berichtete die Nachrichtenagentur dpa im Juli, dass es in Deutschland in den vergangenen drei Jahren jährlich etwas mehr als 100 Todesfälle gab. Betroffen seien vor allem Menschen ab 60 Jahren.
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28.10.2025 | 1:55 minWie kann man sich schützen?
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit empfiehlt:
- Wasserleitungen regelmäßig zu nutzen und Totstränge im Leitungssystem zu vermeiden,
- in Häusern mit zentraler Wassererwärmung die Reglertemperatur am Trinkwassererwärmer auf mindestens 60 Grad Celsius einzustellen,
- auch Kaltwasserleitungen wärmeisolieren und regelmäßig benutzen,
- Luftbefeuchter oder Inhalatoren regelmäßig zu reinigen und trocken aufzubewahren.
Mietshäuser und öffentliche Gebäude sollten von offizieller Stelle zudem regelmäßig untersucht werden. Bei einer bedenklichen Legionellen-Konzentration im Wasser wird das Gesundheitsamt informiert und die Wasserleitungen entsprechend gewartet.
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