Sport gegen Krebs: Warum Muskeln wichtig sind | Terra-X-Kolumne

Kolumne

Die Wissens-Kolumne von NANO und Terra X:Sport gegen Krebs: Warum Muskeln und Bewegung wichtig sind

von Nadira Gunasekara

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Krebs ist eine der häufigsten Erkrankungen. Die Behandlung belastet oft durch zusätzliche Symptome. Sport kann helfen - begleitend zur Therapie und vielleicht auch zur Vorbeugung.


Lange galt für Menschen, die an Krebs erkrankt sind, die Empfehlung, sich während und nach der Behandlung zu schonen. Diese Vorstellung herrscht noch in vielen Köpfen vor. Und in der Praxis begegnet uns häufig Skepsis, ob das Training, welches wir vorschlagen, nicht zu intensiv wäre.

Doch aktuelle Forschungsergebnisse zeigen: Selbst während der Behandlung kann ein gezieltes Training den Behandlungserfolg unterstützen, Nebenwirkungen verringern und langfristig zu einer besseren Lebensqualität beitragen.

In der Wissens-Kolumne von NANO und Terra X auf ZDFheute beschäftigen sich ZDF-Wissenschaftsjournalistinnen und -journalisten wie Harald Lesch, Mirko Drotschmann und Jasmina Neudecker sowie Gastexpertinnen und Gastexperten jeden Sonntag mit großen Fragen der Wissenschaft - und welche Antworten die Forschung auf die Herausforderungen unserer Zeit bietet.


Wie hilft ein aktiver Lebensstil bei Krebs?

Der Zusammenhang zwischen Sport und Krebs wurde lange vor allem im Kontext von Therapie und Rehabilitation untersucht. Etwa konnten in einer Studie an metastasierten Brustkrebspatientinnen, welche zweimal die Woche ein kurzes HIIT-Training absolvierten, positive Effekte auf das Wohlbefinden festgestellt werden.

Doch auch im präventiven Bereich ist hinreichend bekannt, dass ein gesunder Lebensstil das Risiko, an Krebs zu erkranken, verringern kann. Denn Krebszellen entstehen auch bei gesunden Personen und werden täglich vom Immunsystem bekämpft. Und dieses kann man aktiv unterstützen.

Janina Neudecker zeigt, wie 150 Minuten Sport pro Woche – Krafttraining und Ausdauer – das Krebsrisiko senken, Bauchfett reduzieren und die Blutwerte verbessern.“

Jasmina Neudecker beweist in der NANO-Dokureihe "Anti-Krebs-Hacks": 150 Minuten Kraftsport pro Woche senken das Krebsrisiko, schmelzen Bauchfett und reduzieren Übergewicht – verbesserte Blutwerte bestätigen den Erfolg!

29.01.2026 | 13:06 min

Der Muskel - ein unterschätztes Organ

Welche Art von Training ist nun am besten geeignet, um dem Krebs entgegenzuwirken? Neben dem leistungssteigernden Effekt von Sport passiert auch vieles auf zellulärer Ebene - hier vermuten wir die Antwort auf die Frage, welches Training das Richtige ist.

Meist wird Sport in Ausdauer und Kraft unterteilt: Das eine stärkt vor allem Herz und Kreislauf, das andere gezielt die Muskulatur. Entscheidend ist jedoch die relativ neue Erkenntnis: Muskeln sind nicht nur für Bewegung da, sondern wirken als aktives Stoffwechselorgan. Immer mehr Hinweise sprechen dafür, dass gerade der Muskel eine zentrale Rolle im Zusammenspiel mit dem Immunsystem hat.

Jasmina Neudecker erlebt UV‑Schäden im Scan und erklärt, wie HPV‑Viren gefährliche Veränderungen auslösen können.

Sonne unterschätzt? Jasmina Neudecker sieht mit Sunface und Scanner, wie früh Schäden entstehen – und warum HP‑Viren ein weiteres Risiko sind, das man leicht verhindern kann.

29.01.2026 | 12:30 min

Myokine: Vielversprechend in der Krebsforschung

Besonders relevant sind dabei die Botenstoffe des Muskels, die Myokine. Diese werden bei Muskelkontraktionen freigesetzt und beeinflussen Entzündungsprozesse, den Tumorstoffwechsel und die Immunantwort.

Aktuell wissen wir zwar noch wenig über deren Wirkungsweise. Doch die bisherigen Erkenntnisse lassen vermuten: Während moderates Ausdauertraining wichtige Effekte auf das Herz-Kreislauf-System und Entzündungsprozesse hat, könnte Krafttraining über den Erhalt und Aufbau von Muskelmasse einen direkten Beitrag zur Krebsprävention und -therapie leisten.

90% der Lungenkrebsfälle sind auf Rauchen zurückzuführen, Alkohol ist ein weiterer Risikofaktor für Krebserkrankungen. (Auf dem Bild zu sehen: Eine Hand, die ein Glas mit Alkohol hält und eine Zigarette)

Rauchen oder nicht, trinken oder lassen? Jasmina Neudecker will wissen, wie groß der eigene Einfluss auf Krebs ist – und bekommt überraschend klare Antworten.

29.01.2026 | 11:39 min

Ausdauer oder Kraft? Das empfehlen Experten

Eine noch nicht veröffentlichte Studie mit Marathonläufern deutet zudem darauf hin, dass die Intensität eine entscheidende Rolle spielt. Marathonläufer könnten ein höheres Risiko haben, an Darmkrebs zu erkranken.

Die aktuelle Empfehlung der Forschenden lautet daher - sowohl für Therapie als auch für Prävention: Ein Programm aus Krafttraining und Ausdauersport, beides moderat und einander ergänzend, kann das Krebsrisiko senken und das Wohlbefinden während und nach der Krebsbehandlung steigern.

Leon Windscheid steht vor einer Grafik, auf der viele weinende Trauernde zu sehen sind und ein Mensch, der sich gerade auflöst und verschwindet – ein Abschied für immer.

Gutes Sterben, gutes Leben? Leon Windscheid fragt in Terra Xplore, was es braucht, um die Angst vor dem Tod loszulassen. Mit Nadja, die unheilbar an Krebs erkrankt ist, und ihrer Tochter findet er Antworten.

24.03.2025 | 27:00 min

Die Zukunft: Individuelle Trainingstherapie

Zukünftige Forschung muss Bewegung zunehmend als gezielte, individualisierbare Intervention verstehen. Erste Tierstudien geben Hinweise darauf, dass die Effektivität einer Immuntherapie beispielsweise durch körperliche Aktivität noch verbessert werden kann. Die Übertragbarkeit auf den Menschen nachzuweisen, wäre ein großes Ziel.

Im Optimalfall lassen sich zukünftig Marker im Blut messen, die Hinweise darauf geben, wie eine Person auf unterschiedliche Trainingsreize reagiert. Langfristig eröffnet sich damit die Perspektive einer noch individuelleren Trainingsempfehlung.

… ist Biologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Deutschen Sporthochschule Köln. Ihr Ziel ist es, Erkenntnisse aus der Biologie in die Sportwissenschaften zu übertragen und so einen Mehrwert für die Gesellschaft zu schaffen. Ihr besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Krebsforschung und wie Sport Menschen, die an Krebs erkrankt sind, helfen kann. Sie arbeitete an der Preferable Studie mit, in welcher die positiven Effekte von Training bei Personen mit metastasiertem Brustkrebs gezeigt werden konnten, und betreut weitere Studien in diesem Bereich.


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Über dieses Thema berichtete NANO in dem Beitrag "Muskeln & Myokine - So senkt Sport dein Krebsrisiko" am 29.01.2026 um 18:30 Uhr.

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