SpaceX: Astronaut Maurer erklärt "Erfolgsrezept" der Musk-Firma

Interview

Musk-Firma feiert Rekord-Börsengang:Astronaut Maurer erklärt das "Erfolgsrezept" von SpaceX

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SpaceX hat beim Börsengang einen neuen Rekord aufgestellt. Astronaut Matthias Maurer erklärt die Gründe für den Erfolg - und mahnt, Europa dürfe den Anschluss nicht verlieren.

Schaltgespräch mit Astronaut Matthias Maurer

Sehen Sie hier das gesamte Interview mit Matthias Maurer.

12.06.2026 | 6:49 min

Elon Musk schreibt Geschichte: Der Chef von SpaceX feiert mit seinem Raumfahrtunternehmen heute den größten Börsengang jemals. Doch was macht den Konzern eigentlich so wertvoll und erfolgreich? Der deutsche ESA-Astronaut Matthias Maurer erklärt im heute journal das "Erfolgsrezept" von SpaceX - und zeigt, was Europa von Musk lernen sollte.

Das gesamte Interview mit Matthias Maurer können Sie oben im Video anschauen oder hier in Auszügen lesen.

Das sagt Maurer zu der Frage, ...

... was SpaceX so erfolgreich macht

Maurer lobt SpaceX als "sehr visionär". Er selbst war vor rund fünf Jahren mit einer SpaceX-Rakete im All und gerät ins Schwärmen: "Die Kapsel ist halt hochmodern, ist ganz neu entwickelt, sehr effizient und zielstrebig." Es werde kein "alter Ballast mitgeschleppt", sondern immer etwas Neues angegangen.

Man ist hoch dynamisch, hoch agil und man hat eine klare Vision.

Matthias Maurer, deutscher ESA-Astronaut

Seit heute ist das Raumfahrtunternehmen SpaceX an der Technologiebörse NASDAQ handelbar.

Es ist der größte Börsengang der Geschichte: SpaceX, dem Raumfahrtunternehmen des Tech-Milliardärs Elon Musk, ist seit heute an der Börse handelbar.

12.06.2026 | 1:41 min

Bereits vor knapp 25 Jahren habe der Konzern, damals noch ein Start-up, "diese große Idee" gehabt, Raketen wiederzuverwenden. Diese sollten nicht nur ein einziges Mal ins All geschickt werden, sondern auch wieder landen können. "Dadurch wird man deutlich rentabler", so Maurer. Außerdem habe SpaceX mittlerweile "das Startbusiness eigentlich fast schon als Monopol in der Hand". Zudem gehöre mehr als die Hälfte aller aktiven Satelliten im All der Musk-Firma - auch das sei eine Monopolstellung.

Aktuelle Visionen seien unter anderem der Aufbau von Datenzentren im All sowie eine ganz neue Rakete, die viel größer als bisherige Raketen werden soll und somit auch "viel mehr ins All bringen" könne. "Und das noch kombiniert mit Künstlicher Intelligenz - ich glaube, das ist das Erfolgsrezept", sagt der Astronaut.

Die neueste Version der Mega-Rakete „Starship“ von SpaceX wird für einen Testflug von Starbase.

Trotz Milliardenumsätzen schreibt SpaceX rote Zahlen: Kurz vor dem Börsengang meldete Elon Musks Firma einen Verlust von fast fünf Milliarden Dollar - wegen der Entwicklungskosten für Starship.

21.05.2026 | 0:19 min

... wie realistisch Musks Mars-Visionen sind

Elon Musk hat schriftlich festhalten lassen, dass ihm ein Bonus zusteht, falls SpaceX tatsächlich eine Kolonie auf dem Mars mit einer Million Einwohnern errichtet. Maurer urteilt: "Ich glaube, da steckt sehr viel PR-Strategie dahinter." Musk sage schon seit vielen Jahren: In fünf Jahren, zehn Jahren fliegen wir zum Mars.

Das ist eine sehr anschauliche Art und Weise, die Menschen für das Thema Weltraum zu begeistern. Im Endeffekt ist es aber ein knallhartes Geschäft.

Matthias Maurer, deutscher ESA-Astronaut

... welche Gefahren der Erfolg von SpaceX birgt

Gerade die Monopolstellung im Bereich der Satelliten birgt aus Maurers Sicht konkrete Gefahren. "Das haben wir im Ukraine-Krieg gesehen, wenn da jemand entscheidet: Ich möchte, dass das eine Land keine Verbindung mehr hat. Man kann ja die Verbindung abstellen und ist dadurch sogar kriegsentscheidend."

Und das ist natürlich ein Risiko, besonders für Europa.

Matthias Maurer, deutscher ESA-Astronaut

Elon Musk auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos

Tech-Milliardär Elon Musk fusioniert sein Raumfahrtunternehmen SpaceX mit seinem KI-Entwickler xAI. Gemeinsam sollen die Unternehmen unter anderem Rechenzentren im All bauen, wie Musk ankündigte.

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... wie die europäische Raumfahrt konkurrenzfähig bleiben kann

Europa habe noch keine eigene Satellitenverbindung aufgebaut, die vergleichbar wäre mit dem Starlink-System von SpaceX. Daran werde gearbeitet, betont Maurer, man habe allerdings "Boden verloren". Auch beim Zugang zum All müsse Europa stark nachholen. "Insgesamt möchte man als Staat nicht abhängig sein von einem anderen Staat und noch weniger von einer Einzelperson", sagt er.

Momentan fliegen europäische Astronauten alle nur per Anhalter in die Galaxis und das müssen wir ändern.

Matthias Maurer, deutscher ESA-Astronaut

Derzeit sei die europäische "Ariane"-Rakete teurer als die Konkurrenz von SpaceX, was den Wettbewerb "sehr schwer" mache.

Maurer hebt aber auch die Qualitäten der europäischen Raumfahrtindustrie hervor: "Wir sind Weltspitze im Bereich der Satelliten für die Erdbeobachtungen und im Bereich der Navigation." Es gelte nun, in Raumfahrt und Künstliche Intelligenz zu investieren - länderübergreifend und nicht in Abhängigkeit von politischen Wahlen, "sondern wir müssen dann auch in Zehnjahresschritten denken und ordentlich investieren", sagt er.

Doch ein Vergleich, den Maurer zieht, veranschaulicht das Ungleichgewicht deutlich: "Er [Musk] hat heute durch den Börsengang [...] wahrscheinlich so viel Geld eingenommen wie die ESA, die Europäische Raumfahrtagentur, in 300 Jahren als Budget erhalten wird."

Das Interview im heute journal führte Christian Sievers. Zusammengefasst hat es Torben Heine.

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Quelle: ZDF
Über dieses Thema berichtet das heute journal am 12.06.2026 ab 22:45 Uhr, online verfügbar ab 18:40 Uhr.