EZB-Chefin Christine Lagarde tritt im Februar von Amt zurück

Französin hört im Februar auf:EZB-Chefin Lagarde geht vorzeitig

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EZB-Präsidentin Christine Lagarde wird am 7. Februar 2027 abtreten, teilte die EZB mit. Damit hilft sie auch bei einer sicheren Nachfolgersuche.

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Christine Lagarde tritt am 7. Februar von ihrem Amt als Chefin zurück. Das teilte die Europäische Zentralbank mit.

29.10.2026 | 0:21 min

Über die Zukunft von EZB-Präsidentin Christine Lagarde wurde seit Monaten spekuliert. Jetzt ist klar: Sie tritt am 7. Februar 2027 zurück. Das teilte die Europäische Zentralbank (EZB) mit.

Lagarde hatte zuvor den EZB-Rat sowie den Präsidenten des Europäischen Rates, António Costa, darüber informiert. Regulär wäre die am 1. November 2019 gestartete, achtjährige Amtszeit der Französin bis Ende Oktober 2027 gegangen.

Christine Lagarde

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Was hinter Lagardes Rücktritt stecken könnte

Lagardes Rücktritt könnte wohl kalkuliert sein - und politische Gründe haben. Denn nun haben die Staats- und Regierungschefs der 21 Eurostaaten die Möglichkeit, die Nachfolge der Französin früher zu regeln. Der Abtritt Lagardes ermöglicht es dem scheidenden französischen Präsidenten Emmanuel Macron und Kanzler Friedrich Merz (CDU), noch vor der Wahl in Frankreich die Neubesetzung eines der wichtigsten Spitzenposten in Europa zu klären.

Um einen reibungslosen Übergang zur nächsten EZB-Führung zu gewährleisten, werde das Verfahren für ihre Nachfolge noch heute eingeleitet, kündigte Costa an. Gleichzeitig dankte er ihr für ihre Verdienste:

Europa hat von ihrer Führung in unsicheren Zeiten und ihrem unerschütterlichen Engagement für das europäische Projekt sehr profitiert.

António Costa, Präsident des Europäischen Rates

Gerüchte um Rücktritt kursieren seit Monaten

Lagardes Rückzug kommt nicht überraschend, Gerüchte um einen vorzeitigen Abtritt gibt es schon lange. Bereits im Februar 2026 hatte die "Financial Times" berichtet, Lagarde wolle sich vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich im April 2027 zurückziehen. Hintergrund seien Sorgen, dass eurokritische Rechtspopulisten um Marine Le Pen die Wahlen in der zweitgrößten Euro-Volkswirtschaft gewinnen könnten, was die Neubesetzung der EZB-Spitze erschweren könnte.

Macron darf bei der Präsidentschaftswahl nicht erneut antreten. Im September bestätigte Lagarde in einem Interview erstmals selbst Überlegungen, sie könnte bei der EZB "ein paar Monate" früher abtreten.

In Lagardes Amtszeit fielen gleich mehrere Krisen, darunter die Corona-Pandemie, die Energiekrise infolge des Ukraine-Kriegs und eine extrem hohe Inflation.

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Wer folgt Lagarde nach?

Für die Lagarde-Nachfolge hatte sich auch Bundesbank-Präsident Joachim Nagel ins Spiel gebracht. Ein Deutscher stand noch nie an der EZB-Spitze. Als Favoriten gelten aber der frühere niederländische Zentralbankchef Klaas Knot und der Spanier Pablo Hernández de Cos, der Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) ist.

EZB-Direktorin Isabel Schnabel, die ebenfalls Interesse an Lagardes Nachfolge angemeldet hatte, wechselt Anfang Januar 2027 zum Internationalen Währungsfonds (IWF) nach Washington. Damit wird Schnabels Stelle im sechsköpfigen EZB-Direktorium schon bald frei. Ab Juni 2027 braucht die Notenbank zudem einen neuen Chefökonomen, weil dann die Amtszeit von Inhaber Philip R. Lane endet.

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Mehrere EZB-Posten müssen neu besetzt werden

Als wahrscheinlich gilt, dass auf europäischer Ebene ein ganzes Personalpaket verhandelt wird. "Wir werden gemeinsam im Euroraum die künftige Spitze der EZB beraten und zeitnah entscheiden", erklärte Klingbeil nach Lagardes Rücktrittsankündigung. Bei der Besetzung mehrerer zentraler Positionen bei der EZB werde Deutschland sein Gewicht als größter Staat im Euroraum einbringen. Ziel sei eine "breit getragene und verantwortungsvolle neue Führungsspitze der EZB". 

Als größtes Hindernis für einen Deutschen an der EZB-Spitze gilt, dass bereits die Europäische Kommission von einer Deutschen geführt wird: Ursula von der Leyen. Zwei Deutsche an der Spitze von derart wichtigen Institutionen in Europa - das dürfte im Brüsseler Personalpoker schwer zu vermitteln sein.

Quelle: Reuters, dpa
Über das Thema berichtete ZDFheute Xpress am 29.10.2026 um 11:49 in dem Beitrag "EZB-Chefin tritt vorzeitig zurück".

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