Verbraucherpreise: Inflationsrate sinkt im Juni auf 2,0 Prozent

Verbraucherpreise:Inflationsrate sinkt im Juni auf 2,0 Prozent

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Nahrungsmittel und Dienstleistungen: Vieles war im Juni etwas teurer als ein Jahr zuvor. So niedrig war die Teuerung in Deutschland zuletzt im Oktober.

Sachsen, Dresden: Ein Mann trägt auf einem Wochenmarkt seine Einkäufe in einem Korb.

Sachsen, Dresden: Ein Mann trägt auf einem Wochenmarkt seine Einkäufe in einem Korb.

Quelle: dpa

Der Preisdruck in Deutschland hat im Juni überraschend nachgelassen. Waren und Dienstleistungen kosteten durchschnittlich 2,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Montag zu seiner ersten Schätzung mitteilte.

Im April und Mai waren die Verbraucherpreise noch um jeweils 2,1 Prozent gestiegen. Von Mai auf Juni stagnierten die Preise.

Energie günstiger, Nahrungsmittel teils teurer

Deutlich billiger wurde Energie: Sie kostete 3,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor (Mai: -4,6 Prozent). Nahrungsmittel verteuerten sich um 2,0 (Mai: +2,8 Prozent).

Dabei fiel die Entwicklung teils sehr uneinheitlich aus:
  • Gemüse verbilligte sich etwa in Nordrhein-Westfalen um 4,2 Prozent
  • Obst wurde um 10,8 Prozent teurer
  • Dienstleistungen kosteten im Schnitt 3,3 Prozent mehr (Mai: +3,4 Prozent).

Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, oft auch als Kerninflation bezeichnet, sank auf 2,7 (Mai: +2,8) Prozent.

Kampf gegen Inflation noch nicht beendet

Der Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank, Cyrus de la Rubia, sagte:

Insgesamt darf man wohl feststellen, dass die Zeiten der Hochinflation zunächst vorbei sind.

Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank

"Die Gründe reichen vom starken Euro, der für niedrigere Importpreise sorgt, über ein größeres Angebot an Gütern aus Asien, die diese in den USA nicht mehr loswerden bis zur schwachen Konsumnachfrage."

Mittel- bis langfristig sei der Kampf gegen die Inflation aber noch nicht beendet. Strukturelle Faktoren wie Demografie, Klimawandel und Deglobalisierung bestünden fort.

Haushaltspläne der Bundesregierung könnte Inflationsrate beeinflussen

"Dazu kommen die Ausgabenpläne der neuen Bundesregierung, die zu einer höheren Kapazitätsauslastung und damit auch mehr Preissetzungsmacht aufseiten der Unternehmen führen werden", sagte de la Rubia.

Das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) für den Währungsraum ist zwei Prozent. Die nach europäischen Standards berechnete deutsche Teuerungsrate liegt aktuell mit 2,0 Prozent genau auf dieser Zielmarke. Die Währungshüter haben wegen des nachlassenden Preisdrucks zuletzt sieben Mal in Folge ihren Leitzins gesenkt.

Quelle: dpa, Reuters, AFP
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