Zahlen für August :Drei Millionen Arbeitslose - "Wenig Dynamik" am Arbeitsmarkt
Die Zahl der Arbeitslosen steigt weiter jenseits der Marke von drei Millionen. Und die Bundesagentur für Arbeit rechnet nicht mit einer schnellen Erholung am Arbeitsmarkt.
Im August waren in Deutschland 3,061 Millionen Menschen arbeitslos - 54.000 mehr als im Juli. Damit setzt sich laut Bundesagentur die verhaltene Entwicklung der letzten Monate fort.
28.08.2026 | 0:22 minDie Zahl der Arbeitslosen in Deutschland verharrt auch im August über der Drei-Millionen-Marke. Verantwortlich dafür ist nach Angaben der Vorstandsvorsitzenden der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, die Sommerpause. "Wir gehen aber davon aus, dass im kommenden Monat die Arbeitslosigkeit wieder sinken wird."
Augustzahlen auch wegen Ende von Schule und Ausbildung hoch
Doch eine Trendwende am Arbeitsmarkt ist ihr zufolge nicht so schnell in Sicht. 3,061 Millionen Menschen waren laut der Bundesagentur im August ohne Job und damit 54.000 mehr als im Vormonat.
Das entspricht dem für August üblichen Saisonmuster.
Andrea Nahles, Bundesagentur für Arbeit
So sind nach dem Ende von Schule und Ausbildung etwa junge Menschen noch ohne festen Job.
ZDFheute Infografik
Für die Darstellung von ZDFheute Infografiken nutzen wir die Software von Datawrapper. Erst wenn Sie hier klicken, werden die Grafiken nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Datawrapper übertragen. Über den Datenschutz von Datawrapper können Sie sich auf der Seite des Anbieters informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.
Zahl der offenen Stellen auf niedrigem Niveau
Saisonbereinigt lag das Plus bei 4.000 Arbeitslosen. Die Arbeitslosenquote nahm im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Punkte auf 6,5 Prozent zu. Die Bundesagentur griff für die aktuelle Statistik auf Daten zurück, die bis zum 13. August vorlagen.
Damit setzt sich die verhaltene Entwicklung der vergangenen Monate fort. Bei der konjunkturellen Kurzarbeit sei das Niveau im langjährigen Vergleich weiterhin erhöht, die Zahl der offenen Stellen bewege sich auf niedrigem Niveau, der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung fehlten die Wachstumsimpulse, zählte Nahles auf.
"Auch im August zeigt sich am Arbeitsmarkt jenseits des saisonüblichen Musters wenig Dynamik", so die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur.
ZDFheute Infografik
Für die Darstellung von ZDFheute Infografiken nutzen wir die Software von Datawrapper. Erst wenn Sie hier klicken, werden die Grafiken nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Datawrapper übertragen. Über den Datenschutz von Datawrapper können Sie sich auf der Seite des Anbieters informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.
Arbeitslosenzahl dürfte unter Drei-Millionen-Marke fallen
Mit der Herbstbelebung im September könnte die Zahl der Arbeitslosen wieder unter die Drei-Millionen-Marke sinken, sagte Nahles. Aber das werde ausschließlich saisonale Gründe haben.
Die Ferienzeit geht in vielen Betrieben zu Ende, und Einstellungen werden wieder verstärkt vorgenommen.
Andrea Nahles, Bundesagentur für Arbeit
Fachleuten zufolge könnte die deutsche Wirtschaft wieder an Fahrt gewinnen. Doch bis eine konjunkturelle Erholung auf dem Arbeitsmarkt ankomme, dauere es mehrere Monate, sagte Nahles. Außerdem seien die Erwartungen noch mit vielen Fragezeichen versehen.
Wir haben ja auch im letzten Herbst gedacht, dass das Frühjahr dieses Jahr besser wird, und dann ist der Iran-Krieg dazwischengekommen.
Andrea Nahles, Bundesagentur für Arbeit
Im Juli ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland auf über drei Millionen gestiegen, die Quote liegt bei 6,4 Prozent. Laut Bundesagentur für Arbeit ist der Anstieg vor allem saisonal bedingt.
31.07.2026 | 0:21 minBundesarbeitsministerin will "Sozialstaat effizienter machen"
Für den Haushalt der Bundesagentur wären sinkende Arbeitslosenzahlen eine gute Nachricht, denn diesen belasten vor allem die Mehrausgaben beim Arbeitslosen- und Kurzarbeitergeld. Nahles rechnet zum Jahresende mit einem Defizit von mehr als zehn Milliarden Euro.
2027 sind ihr zufolge fünf Milliarden Euro prognostiziert. Im Zuge eines konjunkturellen Aufschwungs könnte die Summe im kommenden Jahr aber geringer ausfallen, sagte sie.
"Als Bundesregierung tun wir alles für mehr Wirtschaftswachstum, um den Arbeitsmarkt zu stärken", teilte Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) mit. "Dazu gehört auch, dass wir unseren Sozialstaat effizienter machen."
Erste konkrete Schritte werden wir noch in diesem Herbst umsetzen.
Bärbel Bas (SPD), Bundesarbeitsministerin
Die Bundesarbeitsministerin und SPD-Chefin wird im ZDF-Sommerinterview mit den schlechten Umfragewerten ihrer Partei konfrontiert. Zudem spricht sie über die Rentenreform.
02.08.2026 | 2:39 minChancen bei der Arbeitssuche schlecht
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) warnte aber davor, die Arbeitslosenversicherung unter Spardruck zu setzen. "In solchen Zeiten braucht es nicht weniger Personal und weniger Beratung, sondern mehr und bessere Angebote", erklärte Vorstandsmitglied Anja Piel, die auch im Verwaltungsrat der Bundesagentur sitzt.
Die Chancen für Arbeitslose, eine neue Beschäftigung zu finden, sind nach Einschätzung der Bundesagentur zurzeit historisch schlecht. "Die Unternehmen bleiben bei der Suche nach neuem Personal zurückhaltend", sagte Nahles.
Viele Bewerbungen, viele Absagen: Trotz guter Qualifikation finden viele keinen Einstieg. Unternehmen stellen vorsichtiger ein, während oft Qualifikation und offene Stellen nicht zusammenpassen.
30.04.2026 | 2:34 minZuwanderung hat demografischen Trend abgefedert
Neben der Wirtschaftsflaute ist auch die Demografie für den Abwärtstrend bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung verantwortlich, da die deutsche Bevölkerung im erwerbstätigen Alter schrumpft.
Zuwanderung hat diesen Rückgang über viele Jahre zu einem erheblichen Teil ausgeglichen.
Andrea Nahles, Bundesagentur für Arbeit
Doch vor allem in Ostdeutschland reiche die Zuwanderung laut Nahles häufig nicht mehr, um den Rückgang bei den deutschen Beschäftigten auszugleichen - ein Muster, das sich ihr zufolge inzwischen auch in Westdeutschland zeigt.
Ostdeutschland fehlen zunehmend Arbeitskräfte. Eine Initiative in Brandenburg unterstützt Geflüchtete dabei, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen und so dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
27.08.2026 | 1:38 minLassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.
Mehr zum Thema Arbeitslosigkeit
Deutschland unter dem EU-Schnitt:Junge Erwachsene: Zehn Prozent ohne Job oder Ausbildung
mit Video0:41Über drei Millionen Arbeitslose im Juli:Schwache Entwicklung am Arbeitsmarkt "setzt sich fort"
mit Video0:21Nachrichten | heute journal:Arbeitslosenquote "noch moderat"
Video1:20Lehrer-Protest in Stuttgart:Nach Referendariat: In den Sommerferien erst mal arbeitslos
von Pablo Silalahi und Sven Classmit Video1:29