Arbeitslosigkeit: Weiter über drei Millionen ohne Job

Kaum Frühjahrsbelebung im April:Weiter über drei Millionen Arbeitslose

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Die Arbeitslosenzahl sinkt nur leicht und bleibt über drei Millionen. Die erhoffte Frühjahrsbelebung fällt schwach aus - eine Trendwende ist nicht in Sicht.

Ein Mann steht vor einem Gebäude der Agentur für Arbeit. (Symbolbild)

Auch im April waren über drei Millionen Menschen arbeitslos (Symbolbild)

Quelle: Imago

Die Zahl der Arbeitslosen ist im April gesunken - allerdings nur leicht: Sie nahm nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) im Vergleich zum März um 13.000 auf 3,008 Millionen ab und lag damit weiter oberhalb der Drei-Millionen-Schwelle. Die Frühjahrsbelebung sei "schwach" ausgefallen, erklärte BA-Chefin Andrea Nahles.

Wie die Bundesagentur am Donnerstag in Nürnberg ausführte, nahm die Arbeitslosenzahl im Vergleich zum April 2025 um 77.000 zu. Die Arbeitslosenquote blieb im Vergleich zum Vormonat März 2026 unverändert bei 6,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat legte sie um 0,1 Prozentpunkte zu.

Arbeitslosenquote

ZDFheute Infografik

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Übliche Frühjahrsbelebung ohne Schwung

Die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt setzt üblicherweise im März ein. In diesem Jahr blieb sie angesichts der schwachen Konjunktur laut BA ohne Schwung. Eine Trendumkehr sei "noch nicht in Sicht", erklärte Nahles.

Die Arbeitskräftenachfrage stabilisierte sich der Bundesagentur zufolge im April "auf niedrigem Niveau". Demnach waren 641.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 5.000 weniger als ein Jahr zuvor. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) erklärte:

Das globale Umfeld aus Kriegen und Krisen belastet unsere Wirtschaft und den Arbeitsmarkt.

Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas

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DGB warnt vor "größter Herausforderung seit Jahrzehnten"

Die Bundesregierung halte jedoch "entschlossen dagegen", fügte Bas hinzu und nannte in diesem Zusammenhang "Rekordinvestitionen in Infrastruktur, Forschung und Digitalisierung" sowie Maßnahmen der Koalition gegen hohe Energiekosten und für Entbürokratisierung und Sozialstaatsreformen sowie eine erleichterte Fachkräfteeinwanderung.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) warnte, dass die Arbeitsmarktpolitik "vor der größten Herausforderung seit Jahrzehnten" stehe. Dabei müsse die Bundesregierung Prioritäten setzen, forderte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel. "Sozialabbau schafft keinen einzigen Job", erklärte sie. Nötig seien "klare und mutige Entscheidungen für soziale Sicherheit und einen aktiven Kurs in der Transformation".

Quelle: AFP
Über dieses Thema berichtete unter anderem ZDFheute Xpress am 30.04.2026 um 13:15 Uhr.

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