Massive Proteste:Gründung neuer AfD-Jugend in Gießen
Die AfD gründet eine neue Jugendorganisation und Tausende gehen dagegen auf die Straßen. Was will die neue AfD-Jugend und wie ist die Lage in Gießen? ZDFheute live analysiert.
Die AfD will in Gießen eine neue Jugendorganisation gründen. Dagegen protestieren heute Tausende.
Die neue AfD-Jugend soll eine Nachfolgeorganisation für die Junge Alternative sein. Die hatte sich im Frühjahr aufgelöst, nachdem die Partei sich von ihr getrennt hatte. Während die Junge Alternative nur lose an die AfD angegliedert war, soll die neue Jugendorganisation enger mit ihr verbunden sein.
Gegen die AfD und ihre Jugend demonstrieren seit dem Morgen Tausende. Aktivisten blockierten Zufahrtswege zum Veranstaltungsgelände. Insgesamt werden rund 50.000 Demonstranten erwartet. Die Polizei ist mit mehreren tausend Beamten aus ganz Deutschland im Einsatz.
Was sind die Pläne für die neue AfD-Jugend? Und wie entwickelt sich die Lage in Gießen? Sara Bildau spricht bei ZDFheute live mit ZDF-Korrespondentin Nicole Diekmann, die die Veranstaltung im Saal verfolgt. ZDF-Reporterin Susanna Santina beobachtet die Proteste.
Deshalb gründet die AfD eine neue Jugendorganisation
Die Junge Alternative (JA), ehemalige Jugendorganisation der AfD, löste sich Ende März dieses Jahres auf. Die Partei hatte zuvor beschlossen, sich von der JA zu lösen und sie durch eine neue Organisation zu ersetzen, die enger an die Partei angegliedert sein sollte. Die Junge Alternative war ein eigenständiger Verein und somit nicht direkt an die Parteistrukturen der AfD angebunden. Mitglieder der Jungen Alternative waren nicht dazu verpflichtet, auch Mitglied der AfD zu sein.
Hinter der Auflösung steckte auch die Sorge, die JA könne verboten werden - der Verfassungsschutz hatte die Organisation als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Rechtlich ist es deutlich einfacher, einen Verein zu verbieten als eine Partei-Organisation.