Rheuma bei Kindern
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Kinder und Jugendliche können an entzündlichen rheumatischen Beschwerden erkranken. Manchmal trifft es sogar schon Kleinkinder.
Bei Rheuma denken viele an eine schmerzhafte Gelenkerkrankung, die ältere Menschen betrifft. Doch auch Kinder und Jugendliche können an entzündlichen rheumatischen Beschwerden erkranken. Manchmal trifft es sogar schon Kleinkinder.
Bei der juvenilen idiopathischen Arthritis unterscheidet man verschiedene Subtypen: Bei der Oligoarthritis sind nur wenige Gelenke betroffen, bei der Polyarthritis hingegen mehrere Gelenke und zwar mindestens fünf. Es gibt auch eine Erkrankungsform mit Augenentzündung, eine mit Sehnenbeteiligung und eine mit Schuppenflechte. Zu den schwersten Formen zählt diejenige, bei der während der Krankheitsschübe hohes Fieber auftritt. Bei nur etwa fünf Prozent der erkrankten Kinder lässt sich ein erhöhter Rheumafaktor im Blut nachweisen. Manche Gelenkentzündungen, die häufig nach einer Infektionserkrankung auftreten, klingen von alleine wieder ab.
Wie macht sich Rheuma bemerkbar?
Eltern sollten aufmerksam werden, wenn ein Kind, das sich bislang gerne bewegt hat, Veränderungen in seinem Bewegungsverhalten zeigt, zum Beispiel nicht laufen möchte, Schonhaltungen einnimmt, keine Freude an Spielplatz und Sport hat. Besonders nach dem Aufstehen liegt häufig eine gewisse Morgensteifigkeit vor. Bei manchen betroffenen Gelenken fallen Schwellungen auf. Dann wird z.B. das Knie dick oder die Sprunggelenke schwellen an. Schmerzen können jedoch auch ohne für das Auge sichtbare Schwellungen vorhanden sein. Im Ultraschall werden die Gelenke genauer untersucht. Dabei können die für Rheuma typischen Entzündungen der Gelenkinnenhaut sichtbar gemacht werden.
Beim kindlichen Rheuma handelt es sich um eine Ausschlussdiagnose. Das heißt andere Erkrankungen, die mit Entzündungen der Gelenke einhergehen, werden zunächst ausgeschlossen. Diagnosekriterium ist eine anhaltende Gelenkschwellung mit Erguss, also Flüssigkeitsansammlung. Liegen die Beschwerden zudem mehr als sechs Wochen vor und verschwinden unbehandelt nicht, wird Rheuma diagnostiziert.
Therapie
Die Therapie setzt auf Schmerzlinderung und Entzündungshemmung. Zunächst beginnt man mit dem Schmerzmittel Ibuprofen. Reicht dies nicht aus, werden Kortison und andere entzündungshemmende Medikamente wie nicht-kortisonhaltige Antirheumatika eingesetzt. Zusätzlich können Biologika zum Einsatz kommen. Dies sind Medikamente, die Entzündungseiweiße blockieren und auf diesem Weg den Entzündungsprozess stoppen sollen. Eine durchgreifende Therapie bei Rheuma ist wichtig, da es neben den einschränkenden Schmerzen durch die Entzündung zu einer Gelenkveränderung bzw. -zerstörung kommen kann. Eine dauerhafte Schonhaltung führt zu Folgeschäden in der Muskulatur und im Körperbau.
In der Regel wird die medikamentöse Therapie begrenzt eingesetzt. Ziel ist es, mihilfe der Medikation die Entzündungsprozesse in den betroffenen Gelenken zu stoppen und somit eine Remission, also eine Rückbildung des Krankheitsprozesses zu erreichen. Ist dies erfolgreich, werden die Medikamente reduziert und dann gegebenenfalls sogar abgesetzt. Kommt die Entzündungsreaktion wieder, muss erneut therapiert werden. Die Therapie beim kindlichen Rheuma erfolgt im Idealfall interdisziplinär, da es sich um eine komplexe Erkrankung handelt. Dabei arbeiten insbesondere in Kinderrheumazentren unter anderem Kinderärzte, Rheumatologen, Radiologen, Orthopäden, Kieferorthopäden, Augenärzte, Neurologen und Schmerztherapeuten eng zusammen.
Wie bei allen chronischen Schmerzerkrankungen ist die Gefahr bei Kinderrheuma, dass sich der Schmerz im zentralen Nervensystem verselbstständigt. Das heißt, auch wenn das Rheuma mit Medikamenten unter Kontrolle ist, kann der Schmerz bleiben und eine spezielle Schmerztherapie wird notwendig. Krankengymnastik und Ergotherapie begleiten die medikamentöse Therapie beim kindlichen Rheuma. Empfehlenswert sind außerdem gelenkschonende Sportarten.
Weitere nützliche Informationen finden Sie beim Bundesverband Kinderrheuma und bei der Deutschen Rheuma-Liga.
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