Nesselsucht durch Kälte
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Die Nesselsucht, (med. Urtikaria) trifft statistisch betrachtet jeden fünften Menschen einmal im Verlauf seines Lebens. Circa zwanzig Prozent der Fälle werden durch Kälte ausgelöst. Sie wird dann auch als Kälteallergie bezeichnet.
Symptome und Ursachen
Die Erkrankung zeigt sich durch Hautrötungen sowie Quaddeln oder Erytheme, was von starkem Juckreiz oder Brennen auf der Haut begleitet wird. Betroffene beschreiben auch häufig geschwollene Augen oder Schmerzen an einzelnen Körperteilen. Je nach Ursache und Stärke der Symptome kann die Krankheit von Schwindel, Zittern oder auch von Fieber begleitet sein. Nesselsucht kann auch den Kreislauf beeinflussen und – allerdings in seltenen Fällen - zu einem allergischen Schock führen.
Für die Urtikaria kommen unterschiedliche Auslöser in Betracht. Bei chronischen Verlaufsformen sind dies in etwa zwanzig Prozent der Fälle Faktoren, die im Zusammenhang mit Kälte stehen. Man spricht in dem Fall von Kälteurtikaria oder Kälteallergie. Häufig wird sie durch weitere Einflüsse wie starken Wind oder Feuchtigkeit zusätzlich getriggert. Auch Bakterien oder Viren können eine Kälteurtikaria begünstigen. Ein weiterer Faktor, der das Auftreten der Symptome begünstigen kann, ist Stress.
Verantwortlich für die juckenden und brennenden Symptome und den Ausschlag der Nesselsucht sind die sogenannten Mastzellen in der Haut, die unter dem Einfluss des jeweiligen Auslösers, wie z.B. Kälte, vermehrt Histamin freisetzen. Man nennt diese Form der physikalisch ausgelösten Allergie auch "Pseudoallergie".
Diagnose
Betroffene sollten sich generell zunächst an einen Hautarzt wenden. Bei länger anhaltenden oder starken Beschwerden empfiehlt sich der Besuch einer Urtikaria-Sprechstunde, die einige Praxen und Hautkliniken anbieten.
Bei der Diagnostik spielt die Blutuntersuchung eine wichtige Rolle, um den IgM-Wert (spezielle Antikörper) zu bestimmen, mögliche allergische Reaktionen oder Abwehrreaktionen des Körpers zu prüfen, um Entzündungswerte im Körper zu bestimmen und um andere Infektionserkrankungen auszuschließen. Außerdem ist eine Konfrontation der Haut mit dem auslösenden Faktor meist sehr aufschlussreich. Das ist bei der Kälteurtikaria zum Beispiel über einen Eiswürfel-Test möglich. Darüber hinaus bietet ein Temperatur-Test die Möglichkeit, genaue Schwellenwerte für das Auftreten der Symptome zu bestimmen.
Therapiemöglichkeiten
Experten geben Betroffenen häufig die Prognose, dass die Kälteurtikaria irgendwann spontan verschwinden wird. Der Zeitpunkt dafür ist allerdings ungewiss. Er kann durch eine kontinuierliche Behandlung der Beschwerden oft positiv beeinflusst werden.
Kortisonpräparate bringen oft nur kurzzeitig Linderung und sind zudem mit Nebenwirkungen behaftet. Vielen akut und leichter Betroffenen genügen schon Antihistaminika, die in unterschiedlicher Dosierung in Tablettenform eingenommen werden, um Beschwerdefreiheit zu erreichen. Die Antihistaminika können allerdings Nebenwirkungen wie starke Müdigkeit hervorrufen.
Besonders bei stark oder chronisch Erkrankten hat sich in Studien das Spritzen des Antikörpers Omalizumab als erfolgreich erwiesen. Die Injektionen werden in regelmäßigen Abständen vom Arzt verabreicht und der Betroffene muss noch eine Zeit überwacht werden. Abgeschlagenheit, Müdigkeit und ein fester Schlaf sind in den ersten Tagen danach häufige Nebenwirkungen.
In den Studien zur Kälte-Urtikaria hat der Wirkstoff in etwa der Hälfte der Fälle zum fast vollständigen Verschwinden der Symptome geführt. Bei etwa einem von zehn Betroffenen blieben die Spritzen allerdings ohne Erfolg.
Was können Betroffene noch für sich tun?
Eine Kälteurtikaria bedeutet für viele Erkrankte auch eine enorme psychische Belastung. Viele von ihnen können bei kalten Jahreszeiten nur sehr eingeschränkt am sozialen Leben teilnehmen. Besuche auf Weihnachtsmärkten oder sportliche Aktivitäten wie Skifahren oder Eislaufen sind daher oft nur schwer möglich.
Die Konfrontation mit Auslösern der Kälteurtikaria zu vermeiden, ist in der kalten Jahreszeit schwierig. Betroffenen helfen oft wärmende Bekleidung, eine erhöhte Temperatur in der Wohnung, heiße Tees, Decken, Heizdecken und sogar das Erwärmen der Haut mit einem Fön.
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