Schwangerschaft und HIV
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In Deutschland sind zwar vor allem homosexuelle Männer von dem HI-Virus betroffen, doch immer wieder infizieren sich auch Frauen. Dreiviertel der Frauen, die sich neu infizieren, sind zwischen 20 und 39 Jahren alt - also in dem Alter, in dem Frauen Kinder bekommen.
Eine Frage der Wahrscheinlichkeit
Ohne Therapie liegt das Risiko der sogenannten Mutter-Kind-Übertragung während der Schwangerschaft bei rund sieben Prozent. Kurz vor und während der Geburt steigt die Wahrscheinlichkeit der Übertragung des HI-Virus auf das Kind auf etwa 18 Prozent. Beim Stillen wird das Virus in rund 15 Prozent der Fälle übertragen.
Frühzeitiger Test wichtig!
Mit einer Therapie kann die Ansteckung des Kindes in nahezu allen Fällen verhindert werden! Allerdings bleibt die HIV-Infektion häufig unentdeckt, bis die Frauen schwanger sind. Jede zweite betroffene Frau erfährt erst in einer Vorsorgeuntersuchung während der Schwangerschaft von ihrer Infektion.
Deshalb ist der HIV-Test zu Beginn der Schwangerschaft sehr wichtig. Denn was zu Beginn der HIV-Epidemie undenkbar war, ist heute möglich. Trotz einer HIV-Infektion des Vaters, der Mutter oder beiden ist es möglich, ein gesundes, nicht infiziertes Kind zu bekommen.
Zeugung trotz HI-Virus?
Ist die HIV-Infektion bereits vor der Schwangerschaft bekannt, können Kinder, nach Absprache mit dem behandelnden Arzt, eventuell auch auf natürlichem Weg gezeugt werden. Falls das nicht möglich ist, stehen zwei weitere Möglichkeiten zur Verfügung, die zuverlässig die Ansteckung des Partners bei der Zeugung verhindern.
Ist die Frau infiziert, kann die Zeugung durch die künstliche Befruchtung mit dem Sperma des Mannes erfolgen. Ist der Mann HIV-positiv, kann sein Sperma so im Labor „gereinigt“ werden, dass nur HIV-negative Spermien übrigbleiben. Diese werden noch einmal auf das Virus getestet. Sind sie sicher negativ, können sie zur künstlichen Befruchtung bei der Frau genutzt werden.
Schwangerschaft und Medikamente
HIV Medikamente sollten auch während der Schwangerschaft eingenommen werden, da es bekannt ist, dass Mütter mit einer hohen Viruslast und/oder niedrigen T-Helferzellen das Virus häufiger auf ihr Kind übertragen. Ziel der Medikation ist die Hemmung der Virusvermehrung bei der Mutter und dadurch eine wirksame Vorbeugung der Virusübertragung auf das Kind bei möglichst guter Verträglichkeit der Medikamente für die Mutter und das ungeborenen Kind.
Wichtig für die Entbindung
Früher war der Kaiserschnitt die empfohlene Art der Entbindung. Das hat sich mittlerweile geändert. Ist die Viruslast im Blut niedrig genug (bei weniger als 50 Kopien pro Milliliter), können die Schwangeren auch vaginal entbinden.
Gute Aussichten
Die Infektionsrate der neugeborenen Kinder lässt sich auf ein bis zwei Prozent reduzieren, wenn während der Schwangerschaft Medikamente eingenommen werden, regelmäßige Untersuchungen in der HIV-Schwerpunktpraxis oder HIV-Ambulanz stattfinden, die Entbindungsart gut überlegt ist, die Mutter auf das Stillen verzichtet und das Kind nach der Geburt vorbeugend für etwa zwei bis vier Wochen mit HIV-Medikamenten behandelt wird.
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