Schock-Kollision beim Segeln:SailGP in Auckland: Ein Drama in drei Akten
von Tatjana Pokorny
Eine schwere Kollision, ein neues Finaltagformat und siegende Australier machten den SailGP in Auckland zur emotionalen Achterbahnfahrt. Team Germany konnte sich steigern.
Das Renn-Wochenende vor Auckland in der Zusammenfassung.
15.02.2026 | 4:58 minDiesen zweiten Stopp der sechsten SailGP-Saison wird so schnell keiner der Beteiligten und kein Zuschauer vergessen. Beim Drama in drei Akten sorgte in Auckland zunächst eine katastrophale Kollision zwischen den Teams aus Neuseeland und Frankereich für Schockmomente, Verletzte und demolierte Boote.
Australien gewinnt Champions-Finale
Für Renntag zwei änderte die Liga danach aus Sicherheitsgründen das Rennformat, teilte die von 13 auf elf Boote geschrumpfte Flotte in zwei Felder. So sollte die gefährliche Enge auf dem spektakulären, aber kleinen Rennkurs entzerrt werden.
Im dritten Akt stürmten Australiens dreimalige SailGP-Rekordgewinner der Bonds Flying Roos um Fahrer Tom Slingsby im Dreierfinale der Champions zum Sieg. Auf die Plätze zwei und drei rasten die amtierenden britischen Meister vom Team Emirates GBR und die spanischen Saisonsieger von 2024.
Beim Rennen vor Neuseelands Metropole Auckland verliert das Boot der Gastgeber die Kontrolle. Bei hoher Geschwindigkeit kracen die Neuseeländer mit den Franzosen zusammen.
14.02.2026 | 35:30 minTeam Germany rückt vor
Das Germany SailGP Team by Deutsche Bank konnte sich nach holprigem ersten Renntag am Sonntag mit besseren Starts steigern, schloss mit Platz sechs ab und rückte in der Saisonwertung auf Platz sieben vor.
Mit neuen Team-Mitgliedern und mehr Know-how will das Team Germany aus alten Fehlern lernen und in seiner 6. Saison im SailGP durchstarten.
15.01.2026 | 2:45 minÜberschattet wurde das Rennwochenende in Neuseelands "City of Sails" von der Schock-Kollision zwischen Neuseelands Black Foils und dem DS Automobiles Team France. Dabei war der Rennkatamaran der Kiwis bei knapp 90 km/h in einer starken Böe bei zusätzlicher Beschleunigung außer Kontrolle geraten und um 90 Grad nach rechts ausgebrochen.
Franzosen ohne Chance zum Ausweichen
Die von hinten mit ähnlich hoher Geschwindigkeit heranrauschenden Franzosen hatten keine Ausweichchance. Fahrer Quentin Delapierre verhinderte mit einer Blitzreaktion womöglich noch Schlimmeres, doch der französische Backbordrumpf stieß übers Deck des Kiwi-Katamarans, ihr Foil crashte in den schwarz-blauen Rumpf der Neuseeländer.
Das war eine schwere Kollision, die schwerste, die wir im SailGP erlebt haben.
Quentin Delapierre
Zwei Athleten wurden dabei verletzt: Die französische Strategin Manon Audinet wurde im Cockpit nach vorne geschleudert. Dabei zerbrach das Steuerrad. Sie wurde wie der neuseeländische Grinder Louis Sinclair umgehend ins Krankenhaus gebracht. Sinclair ist nach schweren Knochenbrüchen am Bein operiert worden.
Black Foils als Unfallverursacher bestraft
Die Jury bestrafte die Black Foils als Kollisionsverursacher mit acht Minuspunkten fürs Event, doch das geriet fast zur Nebensache. Beide beteiligten Boote wurden so stark beschädigt, dass ihr weiterer Einsatz unmöglich war. Delapierre sagte: "Ich hoffe und glaube, dass wir Lösungen finden, damit wir das nie wieder erleben müssen."
- Gegründet: 2019
- Gründer: Russell Coutts (Neuseeland, fünfmaliger America’s-Cup-Gewinner, Olympiasieger); Larry Ellison (USA; Gründer US-Software-Konzern Oracle)
- Format: 12 zweitägige Events mit sieben Rennen für alle Teams plus Finale der besten drei
- Teams: 12 aus 12 Nationen
- Rekordsieger: Australien (3 Meisterschaften)
- Titelverteidiger: Spanien
- Saisons bislang: 4
- Boote: F50-Katamarane auf Foils (Tragflächen)
- Deutsches Team: Germany SailGP Team
- Fahrer: Erik Kosegarten-Heil, Steuermann (plus max. 5 Personen in der Crew)
Das neuseeländische Boot "Amokura" wirkte mit abgebrochenem Rumpf und zerstörter Struktur zunächst wie ein Totalschaden. Auch der französische F50-Foiler musste mit Bruch und strukturellen Schäden in den Hafen geschleppt werden.
Starts in Sydney gefährdet
In beiden Fällen erschien ein Start beim dritten Event der Saison am 28. Februar und 1. März in Sydney zunächst schwer bis unmöglich. In Auckland machten nach der Kollision elf Teams den Kampf um den Finaleinzug und Punkte für die Saisonwertung unter sich aus.
Die Rennen vom zweiten Tag des SailGP-Wochenendes vor Auckland/Neuseeland. Kommentar: Kristin Recke.
15.02.2026 | 58:52 minDabei konnte sich Schwarz-Rot-Gold nach schwachen Starts am Vortag im kleineren Feld der geteilten Flotte mit den Rängen drei und zwei deutlich steigern. Steuermann Erik Kosegarten-Heil sagte: "Die geteilte Flotte war gut und richtig an diesem Tag. Man kann bei weniger Booten am Start auch seinen Plan besser durchziehen."
Team Germany verhindert Kenterung
Ein noch besseres Ergebnis als Platz sechs in Auckland verpassten die Deutschen nach herausragendem Start in Rennen drei durch eine Beinahe-Kenterung. Kosegarten-Heil hielt fest:
Es war nicht das beste Wochenende mit Blick auf die Fortschritte, die wir machen wollen. Aber wir haben Fortschritte gemacht. Das ist positiv.
Erik Kosegarten-Heil
Im selben dritten Rennen verpasste Kanadas Team NorthStar bei mehr als 102 km/h nur knapp den SailGP-Speedrekord, den das dänsche Team Rockwool Racing bei der SailGP-Premiere in Sassnitz im Sommer 2025 mit 103,93 km/h aufgestellt hatte.
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