Brotkäfer und Co.:Schädlingsbekämpfung ohne Gift leicht gemacht
Schädlinge wie Brotkäfer, Lebensmittelmotten und Co. verbreiten sich schnell in Vorräten aller Art. Was Sie dagegen tun können und wie Sie vorbeugen können.
Schädlinge wie Brotkäfer sind häufig schwer loszuwerden. Einem Befall lässt sich mit einigen Tipps jedoch gut vorbeugen.
Quelle: imago/blickwinkelKlumpige Haferflocken, Gespinste in der Müslipackung oder schwirrende Motten in Küche oder Vorratskammer: Wer sie in der eigenen Wohnung entdeckt, sollte schnell etwas dagegen tun, denn sie gelten als Anzeichen für einen Schädlingsbefall in den Lebensmittelvorräten.
Meist sind die Schädlinge schon in der Produktion in ein Lebensmittel gelangt und wurden mit eingekauft. Wenn Sie einen Befall erkennen, sollten Sie schnell handeln. Die Schädlinge wieder loszuwerden, erfordert zwar Sorgfalt, ist aber auch ohne den Einsatz von gesundheitsschädlichen Pestiziden leicht zu bewältigen.
Die häufigsten Schädlinge in Küche und Vorratsschrank
- Käfer: zwei bis drei Millimeter groß, rötlich-braun behaart, beflügelt
- Larve: bis zu fünf Millimeter groß, gelblich-weiß
- befallene Lebensmittel: trockene, getreidehaltige Lebensmittel; dazu zählen altes Brot, Gewürze, Hülsenfrüchte oder Tierfutter
- Motte: silbergraue Flügel mit rötlichen oder bronzefarbenen Streifen
- Larve: Raupe mit bis zu 17 Millimeter Länge
- befallene Lebensmittel: pflanzliche Lebensmittel aller Art; dazu zählen auch Nüsse, Trockenobst oder Schokolade
So vertreiben Sie Brotkäfer, Lebensmittelmotten und Co.
1. Pheromon-Fallen aufstellen
Pheromon-Klebefallen gibt es in Drogerie- oder Baumärkten. Die Klebefallen locken männliche Insekten an, die dann an ihnen haften bleiben. So können die Schädlinge zwar nicht vollends vernichtet werden, doch dadurch wird die Paarung der Schädlinge und eine anschließende Eiablage in Lebensmittelverpackungen verhindert. Der Einsatz von Klebefallen hilft auch, das Ausmaß des Befalls einzuschätzen.
2. Befallene Lebensmittel entsorgen
Nach einer sorgsamen Kontrolle aller Vorräte auf Larven, Gespinste oder andere Rückstände wie Häutungsreste, sollten diejenigen Lebensmittel, die sichtbar vom Befall betroffen sind, sofort entsorgt werden. Nicht vergessen: auch Tees, Gewürze und Tierfutter kontrollieren!
3. Lebensmittel sicher verpacken
Um einen erneuten Befall zu vermeiden, sollten alle, auch neu eingekaufte, Lebensmittel in luftdichte Behälter wie Schraub- und Einmachgläser oder fest verschließbare Metall- und Plastikdosen umgefüllt werden. Das beugt nicht nur dem Eindringen der Insekten und der Eiablage vor, sondern verhindert auch eine erneute Ausbreitung der Schädlinge, falls das Lebensmittel schon mit Eiern oder Larven verunreinigt ist.
Ein ganz wichtiger Punkt ist, dass man sich abgewöhnt, Lebensmittel ohne festen Verschluss in den Schrank zu stellen.
Bärbel Holl, Schädlingsbekämpferin und Vorsitzende des Vereins zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung e. V.
Nicht zu empfehlen sind hingegen Verschlussclips, die geöffnete Verpackungen verschließen sollen. Werden Eier an die Kanten der Clips gelegt, können Larven durch Spalten und kleine Öffnungen nach wie vor in die Verpackungen eindringen.
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4. Vorratsschränke reinigen
Larven verpuppen sich nicht nur in Lebensmittelverpackungen, sondern suchen sich oft auch geschützte Ecken, Löcher und Fugen in Schränken und Regalen. Wichtig ist es deshalb, die Orte, an denen Lebensmittel gelagert werden, gründlich zu reinigen. Dabei sollten jegliche Lebensmittelreste und Krümel entfernt werden. Als Reinigungsmittel kann beispielsweise eine Essiglösung dienen.
Die Lebensmittel sind sicher verpackt und die Schränke gereinigt? Dann ist nun Geduld gefragt: Sind alle Vorräte für die Schädlinge unzugänglich, werden sie keinen Weg finden, sich weiter zu vermehren, und der Befall verschwindet. Von nun an sollten Vorräte regelmäßig kontrolliert und Schränke sowie andere Aufbewahrungsorte stets sauber gehalten werden.
Schädlingsbekämpfung durch Profis
Wer den Schädlingsbefall trotz allem nicht in den Griff bekommt, kann bei professionellen Schädlingsbekämpfern Hilfe suchen. Sie bieten auch Beratung für den Einsatz von Nützlingen wie Schlupfwespen.
Expertin Bärbel Holl betont allerdings: Bei einem Brotkäfer- oder Lebensmittelmottenbefall sei meist kein Einsatz vor Ort nötig. Seriöse Schädlingsbekämpfer bieten oftmals telefonische Beratung an und erklären, mit welchen Mitteln Sie das nervige Ungeziefer ein für alle Mal loswerden.
- bei einem Mitgliedsbetrieb des Deutschen Schädlingsbekämpfer Verbandes e. V.
- bei dem Verein zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung e. V.
Bei Unsicherheiten darüber, welcher Schädling sich denn nun in Küche oder Vorratskammer eingenistet hat, bieten viele Stellen gegen Gebühr eine Schädlingsbestimmung an. Schädlinge können per Post eingeschickt und dort professionell identifiziert werden.
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