Große Supermarkt-Ketten betroffen:Am Brückentag: Warnstreiks bei Kaufland, Rewe und Co.
Bei Kaufland, Rewe, Edeka und Co. wird gestreikt - und das am Brückentag. Große Auswirkungen habe das zwar nicht, betont der Branchenverband. Die Fronten sind jedoch verhärtet.
Verdi-Warnstreik im Einzelhandel (Archiv)
Quelle: dpaDen heutigen Brückentag nutzen traditionell viele Menschen für Einkäufe. Die Gewerkschaft Verdi hat an diesem Tag bundesweit zu Warnstreiks im Handel aufgerufen, um den Druck in den laufenden Tarifverhandlungen zu erhöhen. In Frankfurt am Main, Hamburg, Stuttgart und Dortmund finden zudem Streikkundgebungen statt. Der Handelsverband (HDE) erwartet jedoch keine Einschränkungen.
Verdi kritisiert "vergiftete Angebote"
"Uns liegen bislang keine Erkenntnisse etwa zu Ladenschließungen oder Ähnlichem bundesweit vor, sodass es heute zu keinen Beeinträchtigungen für die Kunden im Einzelhandel kommen wird", sagte HDE-Tarifgeschäftsführer Steven Haarke der Deutschen Presse-Agentur.
In Hamburg und Nordrhein-Westfalen hatte die Arbeitgeberseite in dieser Woche erste Tarifangebote für den Einzelhandel vorgelegt. Die Gewerkschaft wies sie zurück. Verdi-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer sprach von "vergifteten Angeboten", die nicht einmal die Inflation ausgleichen würden.
Laut einer Analyse entgehen dem deutschen Einzelhandel jährlich 2,5 Milliarden Euro Umsätze durch chinesische Onlinehändler. Bereits 40.000 Arbeitsplätze sollen dadurch weggefallen sein.
23.04.2026 | 0:35 minHandelsverband mahnt "verantwortungsvolle Lösung" an
Die Arbeitgeber bieten von November an eine Erhöhung um zwei Prozent und ab August 2027 um weitere 1,5 Prozent. Verdi fordert sieben Prozent mehr Lohn, mindestens 225 Euro.
Seit April laufen die Verhandlungen für den Einzel- sowie den Groß- und Außenhandel in den ersten Landesbezirken. HDE-Tarifgeschäftsführer Haarke mahnte: "Was wir brauchen, ist eine gemeinsame und verantwortungsvolle Lösung für unsere Branche in dieser schwierigen wirtschaftlichen Lage mit historisch schwacher Konsumstimmung und schnell wachsender Arbeitslosigkeit sowie zunehmenden Unternehmensinsolvenzen." Die Arbeitgeber seien zum Dialog bereit.
Tarifbindung seit Jahren rückläufig
Im Handel arbeiten laut Verdi hierzulande rund 5,2 Millionen Menschen, davon 3,4 Millionen im Einzelhandel. Die vorigen Tarifverhandlungen zogen sich über mehr als ein Jahr hin.
Am Ende stand für die Beschäftigten im Einzelhandel für den Zeitraum 2023 bis 2025 ein Einkommensplus von insgesamt rund 14 Prozent. Die Tarifbindung in der Branche ist seit Jahren rückläufig und vergleichsweise gering.
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