Kai Wegner erneut unter Druck wegen Angaben zum Blackout

Berlins Regierender Bürgermeister:Aussagen zum Blackout: Wegner weist neue Vorwürfe zurück

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Berlins Regierender Bürgermeister Wegner steht wegen seiner Angaben zum Stromausfall erneut unter Druck. Einen Medienbericht weist er zurück - und will rechtliche Schritte prüfen.

Kai Wegner bei der Pressekonferenz nach dem Stromausfall in Berlin Anfang Januar. Er schaut Kritisch und hat die Hand vor dem Mund.

Der "Tagesspiegel" wirft dem Berliner Bürgermeister Kai Wegner vor, den Umfang seiner Telefonate am ersten Tag des Stromausfalls im Südwesten von Berlin falsch dargestellt zu haben.

17.03.2026 | 0:41 min

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hat zu Vorwürfen um seine Angaben zum ersten Tag des großen Stromausfalls wenig Neues hinzugefügt.

Auf mehrfache Nachfragen sagte Wegner bei einer Pressekonferenz immer wieder:

Dazu ist alles gesagt. Ich stand mit diversen Stellen im Austausch. Und ich habe eine Stunde Tennis gespielt.

Kai Wegner, Berlins Regierender Bürgermeister

Er machte auch keine konkreten Angaben zu den Telefonaten und dem zeitlichen Ablauf an dem Tag.

Einen Zeitungsbericht, wonach Wegner nur wenige und kurze Telefonate am Vormittag des 3. Januar, dem Tag des mutmaßlich linksextremen Anschlags, geführt haben soll, wies er entschieden zurück. "Die Interpretation des "Tagesspiegels" entbehrt jeder Grundlage. Ich lasse rechtliche Schritte prüfen."

Telefonate und Tennis

Wegner hatte bereits eingeräumt, mittags eine Stunde lang Tennis gespielt zu haben und das damit begründet, er habe den Kopf freibekommen wollen. Nun berichtete der "Tagesspiegel", Wegner habe den Umfang seiner Telefonate am Vormittag des 3. Januars falsch dargestellt. Die Senatskanzlei wies das zurück.

Wie die Zeitung berichtete, sollen Angaben der Senatskanzlei nahelegen, dass es vor dem Tennis noch keine Telefonate von Wegner mit dem Kanzleramt oder dem Bundesinnenministerium gegeben hatte.

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Keine Angaben zu konkreten Abläufen

Im Interview mit Welt TV hatte Wegner am 7. Januar gesagt: "Ich habe in der Tat um 08:08 Uhr begonnen, die Telefonate zu führen." Er habe unter anderem mit den Krisenstäben telefoniert. "Ich habe vor allem auch mit der Bundesregierung gesprochen, mit dem Bundeskanzleramt, mit dem Bundesinnenminister."

Die Senatskanzlei wies darauf hin, Wegner habe in dem Interview keine Angaben zum genauen Zeitablauf gemacht.

Auf die konkreten zeitlichen Abläufe und Telefonate ging Wegner am Dienstag nicht ein. Er habe immer gesagt, dass er am Samstag mit diversen Stellen im Austausch gewesen sei, sagte er auf Nachfrage von Journalisten. Er erkenne an der Berichterstattung des "Tagesspiegels" keine Neuigkeit, sondern lediglich eine neue Interpretation.

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Wegner-Aussagen "alles andere als überzeugend"

"Hat Wegner zweimal die Öffentlichkeit getäuscht? Fragen dazu beantwortete er ausweichend", berichtet Stephan Merseburger, Leiter des ZDF-Landesstudios in Berlin. "Das wirkte alles andere als überzeugend", so Merseburger.

Wegners Glaubwürdigkeit ist erneut schwer angeschlagen.

Stephan Merseburger, Leiter des ZDF-Landesstudios in Berlin

"Er will das aussitzen", sagt Merseburger weiter. "Und der Koalitionspartner SPD wird das wohl zulassen. Zu schlecht steht die Partei zurzeit in den Umfragen da."

Dort hoffe man aber, von Wegners angeschlagenem Image zu profitieren, so Merseburger. Der SPD-Spitzenkandidat für die Abgeordnetenhauswahl, Steffen Krach, der nicht Mitglied des Senats ist, werde Wegner wohl bis zum Wahltag am 20. September immer wieder mangelnde Krisenkompetenz und Glaubwürdigkeit vorwerfen.

Ein mutmaßlich linksextremistischer Brandanschlag hatte Anfang Januar einen mehrtägigen Stromausfall im Südwesten von Berlin zur Folge, von dem zeitweise rund 100.000 Menschen betroffen waren.

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Quelle: dpa, AFP, ZDF
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Berliner Blackout: Wegner weist Vorwürfe zurück" am 17.03.2026 um 18:35 Uhr.
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