Ashley St. Clair: MAGA-Star, Musk-Partnerin - jetzt Aussteigerin

Aussteigerin Ashley St. Clair:Erst MAGA-Star, dann Musk-Partnerin - jetzt harte Kritikerin

Foto der ZDF-Redakteurin Fränzi Meyer

von Fränzi Meyer, Washington, D.C.

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Sie war Stimme der MAGA-Szene und Freundin von Elon Musk. Heute rechnet Ashley St. Clair mit ihrer früheren politischen Welt ab. Eine neue Doku über Musk erzählt auch ihre Story.

Ashley St. Clair beim Fototermin für „Musk“ im Rahmen der 83. Filmfestspiele von Venedig. Venedig, 8. September.

Ashley St. Clair ist Teil der neuen Musk-Doku von Alex Gibney. Bei der Premiere in Venedig spricht sie über ihre Vorwürfe gegen ihren Exfreund Elon Musk.

14.09.2026 | 0:38 min

"Mir wurden 40 Millionen Dollar dafür angeboten, dass ich schweige", behauptet Ashley St. Clair bei der Premiere der fast vierstündigen "Musk"-Dokumentation in Venedig. Diese Summe habe Elon Musk ihr angeboten. Aber sie spricht - und erhebt schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Freund. Sie ist die Mutter eines seiner 14 Kinder.

Der Film von Oscar-Preisträger Alex Gibney dreht sich auch darum, wie Tech-Milliardär Musk im Umfeld von US-Präsident Donald Trump zum politischen Akteur wurde. St. Clair kennt diese Welt gut: Schon vor ihrer Beziehung zu Musk war sie selbst MAGA-Influencerin und warb für Trumps Politik. Inzwischen ist sie eine der schärfsten und sichtbarsten Kritikerinnen ihrer früheren Szene. Musks Anwalt hat bereits angedroht, rechtliche Schritte gegen Filmemacher Gibney zu unternehmen.

83. Internationale Filmfestspiele in Venedig: Musk Photocall

Ashley St. Clair (rechts), Journalistin Zoë Schiffer und Regisseur Alex Gibney bei der Premiere der "Musk"-Dokumentation in Venedig.

Quelle: action press

Wer ist Ashley St. Clair?

Schon kurz vor Beginn ihres Studiums besucht Ashley St. Clair eine Trump-Rally auf ihrem Campus. Kurz darauf, mit 18, bringt sie sich in konservativen Hochschulgruppen ein. Ihr Aufstieg in der MAGA-Szene beginnt.

Sie baut sich auf X eine Anhängerschaft von mehr als einer Million Followern auf, wird Markenbotschafterin bei der Organisation "Turning Point USA" des ultrarechten US-Aktivisten Charlie Kirk und tritt zur besten Sendezeit bei Fox News auf.

Auch in Trumps Anwesen Mar-a-Lago wird sie eingeladen und postet dort Fotos mit prominenten Trump-Vertretern wie Kash Patel, dem heutigen FBI-Direktor. Ihre politische Haltung zeigt sie auch in einem Kinderbuch: Mit dem Titel "Elefanten sind keine Vögel" richtet es sich gegen die Akzeptanz von Transmenschen.

Ashley St. Clair 2024 auf X

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St. Clair hat Sohn mit Elon Musk

"Dann ist Elon Musk in meine Nachrichten gerutscht", erzählt St. Clair rückblickend in einem ihrer Social-Media-Videos. Die beiden hätten 2023 eine Beziehung begonnen. Im September 2024 kommt ihr gemeinsamer Sohn zur Welt. Im Februar 2025 macht St. Clair die Beziehung öffentlich und zieht wegen des Sorgerechts vor Gericht. Ein späterer Vaterschaftstest bestätigt laut Medienberichten Musk als biologischen Vater.

Dann wird es plötzlich still um St. Clair. Nach dem öffentlichen Streit mit Musk zieht sie sich fast ein Jahr lang aus den sozialen Medien zurück.

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Ausstieg aus der MAGA-Welt

Inzwischen hat sie eine Reihe von "Get Ready With Me"-TikTok-Videos gestartet, in denen sie sich schminkt und gleichzeitig über ihre Vergangenheit erzählt. Jetzt als Aussteigerin, die ihre frühere Szene und ihren Exfreund scharf kritisiert. Sie sagt, sie habe bewusst Abstand von der "Audience Capture" genommen - einer Dynamik, in der das Publikum immer stärker vorgibt, was man denkt und sagt.

Die Ansichten, die ich heute (...) vertrete, sind dadurch entstanden, dass ich eine Pause gemacht, mich selbst hinterfragt, mich selbst reflektiert und gelesen habe.

Ashley St. Clair

Sie spricht über Reue, traumatische Erfahrungen und die Angst, "wieder in dieselben toxischen Verhaltensweisen zurückzufallen, die fast zehn Jahre lang" ihren Blick auf die Welt geprägt haben.

Inzwischen studiert sie Jura und sieht es als ihre Aufgabe, über die Szene aufzuklären, aus der sie selbst einmal kam.

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St. Clair: Alles ist inszeniert

Ihr Vorwurf an die MAGA-Szene: Hinter vielen politischen Influencern stecke weniger Überzeugung als ein Geschäft mit Aufmerksamkeit. "Es gibt hier kein freies Denken", sagt sie. "Sie warten auf Marschbefehle und eine direkte Überweisung."

Alles ist inszeniert, alles dreht sich ums Geld, alles darum, Geld zu verdienen.

Ashley St. Clair

Sie selbst sei Teil dieses Systems gewesen - und habe davon profitiert. "Glaubt mir, ich war eine von ihnen."

Hunderttausende schauen ihre Videos, viele feiern ihre Abrechnung mit der MAGA-Szene. Von ehemaligen Weggefährten kommt Gegenwind. So auch von der deutschen rechten Influencerin Naomi Seibt, die in den USA lebt. Schon im April warf sie St. Clair vor, Lügen zu verbreiten und einfach verbittert zu sein.

Influencerin Naomi Seibt auf X

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Warum sie heute über Musk spricht

In Alex Gibneys Dokumentation "Musk" und bei der Premiere in Venedig spricht St. Clair über ihre Erfahrungen mit einem der reichsten Männer der Welt, über seine "komplizierteste Beziehung, die mit der Wahrheit" und über das angebliche Angebot, für 40 Millionen Dollar zu schweigen. Ein solches Angebot, sagt sie auf der Bühne, löse eine Debatte im eigenen Kopf aus: Was bedeutet die eigene Stimme? Und wie viel ist sie wert? Musk bestreitet, ihr ein solches Angebot gemacht zu haben. Ihre Antwort:

Ich möchte vor allem meinen Kindern ein Beispiel geben, dass man materiellen Komfort niemals über die Wahrheit stellen sollte.

Ashley St. Clair

St. Clair warnt vor der Macht, die Musk inzwischen besitzt - auch durch seine Plattform X. Ihrer Ansicht nach verstärkt Musk über das Netzwerk gesellschaftliche Spaltung; deshalb fordert sie eine stärkere Regulierung. Außerdem verklagt sie sein KI-Unternehmen xAI: Der Chatbot Grok soll ihr zufolge sexualisierte Deepfake-Bilder von ihr erzeugt haben.

Auf der Bühne in Venedig erklärt sie auch, dass sie ihre eigene politische Vergangenheit bereue.

Ich hoffe, dass das Risiko, das ich jetzt eingehe, indem ich mich äußere und versuche, dagegen anzukämpfen, zumindest ein wenig hilft.

Ashley St. Clair

Fränzi Meyer ist Reporterin im ZDF-Studio Washington, D.C.

Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "40 Millionen Dollar fürs Schweigen" am 14.09.2026 um 05:03 Uhr.

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